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- Fotos: Christian P. Stadtfeld

09.10.08 - MOTTGERS

Der niederbayerische Wohnwagen-Hersteller Knaus Tabbert Group hat am heutigen Donnerstagvormittag beim zuständigen Amtsgericht Passau Insolvenzantrag gestellt. Dies bestätigte der Direktor des Amtsgerichtes Josef Schachner gegenüber osthessen-news. Davon betroffen ist auch das Werk im Sinntaler Ortsteil Mottgers (Main-Kinzig-Kreis).

Bei einer Telefonkonferenz hat der Vorsitzende des Vorstandes der Knaus AG und Vorsitzende der Geschäftsführung der Knaus Tabbert Group GmbH,Thomas Dickenberger, heute Nachmittag die Rettungsversuche durch eine Überbrückungsfinanzierung für gescheitert erklärt. Die langwierigen und zähen Verhandlungen mit Gläubigern und Banken unter Federführung der Bayern LB hätten nicht den notwendigen Finanzbedarf von wenigstens 12 Millionen Euro erbracht und an der schlechten Marktsituation und der Kaufzurückhaltung habe sich nichts geändert. Deshalb sei der heutige Gang zum Insolvenzrichter die einzig richtige Konsequenz gewesen. Man wolle jetzt „geordnet in die Insolvenz einsteigen und die hervorragenden Marken weiterführen“.

Dafür sieht nach eigener Aussage auch der Insolvenzverwalter Michael Jaffe gute Chancen. Die Insolvenz sei immer eine „ultima ratio“, kein Wunschprogramm. Der Fortbestand des Unternehmens habe vorrangiges Interesse, Schnellschüsse und Ad-hoc-Entscheidungen werde es nicht geben, sagte Jaffee. Die Insolvenz sei auch eine Chance, sich von „Komplexitäten und Altlasten“ zu trennen. Die Löhne seien jetzt bis Jahresende durch die Bundesagentur für Arbeit gesichert, einen Notverkauf werde es nicht geben. Kompetenz, Know-how und eine gute Produktionsstruktur für einen Neuanfang seien ausreichend vorhanden. Mit zwei Finanzinvestoren stehe man zur Zeit in Verhandlungen. Er sei froh, es mit einem Unternehmer zu tun zu haben, der nicht einfach den Löffel fallen lasse, sondern Fakten und Zahlen vorlege und intensiv an der Sanierung mitarbeite, sagte Jaffee.

Von der Insolvenz sind insgesamt etwa 1500 Mitarbeiter bei Deutschlands größtem Wohnmobil- und Wohnwagenhersteller betroffen, davon sind 760 Arbeitnehmer im niederbayerischen Jandelsbrunn, 400 im Zweigwerk in Mottgers beschäftigt, weitere 350 Beschäftigte arbeiten an einem dritten Standort im Ungarn. Der Umsatz des größten deutschen Wohnwagenherstellers war im abgelaufenen Geschäftsjahr eingebrochen und um 25 Millionen Euro auf 305 Millionen Euro zurückgegangen. Dickenberger sprach von rund 60 Millionen Verbindlichkeiten.

Morgen und am kommenden Montag sollen in Jandelsbrunn und Mottgers Betriebsversammlungen stattfinden. Man wolle die Mitarbeiter motivieren, jetzt hinter dem Unternehmen zu stehen. Die Redaktion von osthessen-news hat bereits am gestrigen Mittwoch ausführlich berichtet ( http://www.osthessen-news.de/beitrag.php?id=1156182 ) .+++

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