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Die Milchbäuerinnen demonstrierten vor dem Kanzleramt in Berlin

...sie wollten vor dem Spitzengespräch bei Bundeskanzlerin Merkel nochmals ihre Position deutlich machen

02.10.09 - BERLIN

Milchbauern unterstützen Vertreter beim MERKEL-Treffen - NEU: BILDER (11)

Am heutigen Freitag finden in vielen Ländern Europas starke Protestaktionen statt. In immer mehr Ländern schließen sich die Milcherzeuger den intensiven Bauernprotesten in Europa an wie beispielsweise in Spanien. Dort wird mit einer Aktion die nationale Regierungsebene adressiert. Anlass der Protestwelle ist die informelle EU-Agrarministerkonferenz am 5. Oktober in Brüssel zum Thema Milch, die aufgrund der wochenlang andauernden Bauernproteste in Europa kurzfristig einberufen worden ist. Die Milchbauern erwarten, dass die Agrarminister der EU-Mitgliedstaaten auf der Konferenz wesentliche Schritte für den notwendigen Systemwechsel in der Milchpolitik einleiten.

Als Grundlage dafür dient das Positionspapier des European Milk Board (EMB), das im Kern den notwendigen politischen Rahmen für eine flexible Mengensteuerung fordert. Auf regionaler Ebene laufen derzeit in vielen Ländern fast täglich Proteste. Und auch die für Freitag geplanten Aktionen machen deutlich, dass die Umsetzung bisheriger politischer Zusagen und die weiteren politischen Schritte von den Milcherzeugern in Europa beobachtet werden und nicht im Sande verlaufen dürfen. Nur so kann es zu einer Entspannung der Lage kommen. Geplant sind für den heutigen Freitag in einigen europäischen Hauptstädten und zahlreichen Regionen zum Beispiel Kundgebungswellen vor landwirtschaftlichen Verwaltungen, Demonstrationszüge mit Traktoren, vielfältige Informationsarbeit bei Verbrauchern oder Protestaktionen vor Molkereien.

In Deutschland werden die Milchbäuerinnen am Freitag, 2. Oktober, um 13 Uhr kurz vor dem Kanzlergespräch mit einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt nachdrücklich auf die Forderungen derjenigen hinweisen, die in den vergangenen Monaten so intensiv gekämpft haben. Außerdem werden ab Freitagmittag gleichzeitig weitere Milchbauern-Kundgebungen vor vielen Landwirtschaftsverwaltungen in den Bundesländern stattfinden, um zu signalisieren, dass eine große Mehrheit der Milcherzeuger eine Umkehr der bisherigen gescheiterten Milchmarktpolitik will.

Aus allen Teilen Deutschlands machen sich Bäuerinnen auf den Weg nach Berlin, um den BDM -Vorständen Romuald Schaber und Stefan Mann bei deren Verhandlungen für faire Verhältnisse auf dem Milchmarkt, zu denen sie bei Kanzlerin Merkel eingeladen sind, den Rücken zu stärken. Dass die beiden BDM-Vertreter die Interessen der Milcherzeuger, die sich für faire, nachfrageangepasste und steuergeldneutrale Lösungen einsetzen, nachdrücklich vertreten werden, stehe außer Frage, erklärte Oswald Henkel vom heimischen BDM-Kreisverband Fulda.

Welche Interessen die Spitze des Deutschen Bauernverbandes bei diesem Gespräch vertreten wird, müsse sich laut BDM erst noch zeigen. Die bisherigen Äußerungen aus dem DBV-Umfeld haben bisher den Eindruck entstehen lassen, dass es der DBV-Spitze mehr um die Interessen der Milchindustrie, als um die Interessen einer nachhaltigen bäuerlichen Landwirtschaft gehe. +++


Die Forderungen waren eindeutig

Der Vorsitzende des BDM, Romuald Schaber (rechts) und Vorstand Stefan Mann (links) auf dem Weg zu Angela Merkel


An dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Sonnleitner, gab es auch hier wieder scharfe Kritik (Transparent rechts) und die Forderung nach "abdanken"

Den Wahlslogan der CDU "Wir haben die Kraft" formulierten die Milchbäuerinnen in die Frage um "Angie, hast Du die Kraft für Faire Milch?"


Romuald Schaber im Gespräch mit Medienvertretern




- Fotos: BDM

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