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Aus seiner neuen "Übergangsbehausung" schaut er schüchtern hervor. - Fotos: Patricia Kümpel

10.06.10 - FULDA

Von einem ungewöhnlichen Einsatz ist Rettungsassistent Torsten Jehn heute Morgen gegen 2:00 Uhr bei Starkregen und Gewitter ins Rettungszentrum am Klinikum Fulda zurückgekehrt. Jehn brachte zuvor Notärztin Liane Heil mit dem DRK-Notarzteinsatzfahrzeug zu einem Notfall in einen Hofbieberer Ortsteil und war auf dem Rückweg nach Fulda. Auf der Landstraße 3174 zwischen Niederbieber und der Abfahrt nach Wiesen (Gemeinde Hofbieber, Landkreis Fulda) im Bereich einer Waldschneise schlug plötzlich ein Vogel gegen die Frontscheibe des Geländewagens. „Es gab einen dumpfen Aufprall, aber sehen konnte man nichts“, berichtete Jehn im Gespräch mit osthessen-news. Der Rettungsassistent fuhr ohne Bedenken weiter zum etwa acht Kilometer entfernten Rettungszentrum, wo er dann beim Aussteigen einen riesigen Schreck bekam: Vor dem Blaulichtbalken saß eine kleine, etwa zwanzig Zentimeter große Waldohreule.

Die Retter nahmen die kleine Eule in Obhut und gaben ihm den Namen „Udo“. Das Tier, das sich durch den Aufprall offenbar an den Flügeln verletzt hat, soll nun an einen Experten abgegeben werden um nach der Genesung wieder in die heimischen Wälder zurückzukehren. Aber bis einer neuer „Ziehpapa“ für den ängstlichen Nachtschwärmer gefunden war, dauerte es mehrere Stunden. Den ganzen Morgen versuchten die Rettungskräfte - mittlerweile war auch die diensthabende Hubschrauberbesatzung in die Suche eingebunden - in Ämtern, bei Vogelexperten und Tierschützern den richtigen Ansprechpartner zu finden. Um kurz vor 10 Uhr kam dann die erlösende Nachricht. Ein Lehrer aus dem Fuldaer Stadtteil Bronnzell, der schon mal ein ähnliches Tier verletzt aufgefunden und wieder „aufgepäppelt“ hat, will Udo nun zu sich nach Hause holen und sich um ihn kümmern, damit er bald wieder ausgesetzt werden kann. Am Nachmittag begutachtete Falkner und Lehrer Ulrich Goldbach die Eule und gab Entwarnung: "Der Vogel macht einen fitten Eindruck, auf den ersten Blick scheint er nicht verletzt zu sein. Es könnte gut sein, dass er eine Gehirnerschütterung hat, aber Knochenbrüche kann man wohl ausschließen."

Waldohreule Udo war am Donnerstagmorgen magischer Anziehungspunkt im Fuldaer Rettungszentrum: Mitarbeiter der Rettungsdienste und Ärzte vom Klinikum kamen in die Fahrzeughalle um sich den neuen Mitbewohner anzuschauen. Bei dem Unwetter mit starkem Regen gestern Abend dachte sich der kleine Vogel vielleicht: „Wo bin ich besser aufgehoben, als beim Deutschen Roten Kreuz?“. (Christian P. Stadtfeld) +++


Ganz geheuer ist dem schönen Tier die Situation offensichtlich nicht.

Udo in der Nacht auf dem Dach des Notarzteinsatzfahrzeugs.




Das "Klinikbett" von Udo.

Dieses Notarztfahrzeug nutzte der Vogel in der vergangenen Unwetternacht, sicher unfreiwillig, als Taxi.


Die Belegschaft schaut nach dem außergewöhnlichen kleinen Patienten .

Rettungsassistent Torsten Jehn hatte den "Schwarzfahrer" an Bord seines Mercedes.



Udos Wohnkarton in den Garagen der Rettungsfahrzeuge.


Falkner Ulrich Goldbach aus Fulda-Bronnzell begutachtet Udo.

Bei ihm wird die kleine Waldohreule zunächst Unterschlupf finden.


Ab nach Hause.

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