24.06.10 - REGION

Regionale Arbeitsgemeinschaft Rhön feierte 10-Jähriges - viele Ehrengäste

Bereits seit zehn Jahren arbeiten die Landkreise Bad Kissingen, Fulda, Rhön-Grabfeld, Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis sowie die drei Rhönentwicklungsvereine der bayerischen, hessischen und Thüringer Rhön eng zusammen, um die Region Rhön über drei Bundesländer hinweg gemeinsam zu entwickeln. Am 13. Januar 2000 wurde deshalb die Regionale Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön gegründet; jetzt wurde dieser Geburtstag im Beisein zahlreicher Gäste und Ehrengäste in der Stadthalle Gersfeld gefeiert.

„Die Gründung der ARGE Rhön geht natürlich auf die Ausweisung des Biosphärenreservats Rhön zurück. Aber die Gestaltung der Region sollte auch so erfolgen, dass es eine gewisse kommunale Akzentuierung gibt. Aus meiner Sicht war daher die Gründung der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Rhön eine gute und zukunftsfähige Entscheidung“, sagte der derzeit amtierende Vorsitzende der ARGE Rhön und Landrat von Fulda, Bernd Woide. Die Gemeinschaft der fünf Rhönlandkreise verglich er mit einem Heranwachsenden. Normalerweise habe ein solcher zwei Elternteile; bei der ARGE seien es fünf; nämlich die Landräte. Hinzu komme die Tatsache, dass es sogar schon nach nur zehn Jahren ein „Kind“ gebe; und das sei die Dachmarke Rhön. Außerdem sei es gelungen, die Region Länder übergreifend touristisch zu vermarkten.

Auf die Geschichte der ARGE Rhön ging Bad Kissingens Landrat a.D., Herbert Neder, ein, der im Jahr 2000 als Erster den Vorsitz des Gremiums übernommen hatte. Er erinnerte an den Ende der 90er-Jahre vom Bundesbauministerium ausgerufenen Wettbewerb „Regionen der Zukunft“. „Dieser Wettbewerb kam wie gerufen, die Rhön insgesamt als zukunftsorientierte Region zu präsentieren. Es fand sich daher eine Arbeitsebene aus Mitarbeitern der fünf Landratsämter, der drei Verwaltungsstellen des Biosphärenreservats Rhön, der drei Trägervereine des Biosphärenreservats Rhön und des damaligen Regionalen Zentrums für Wissenschaft und Technik in Fulda zusammen. Ohne diese aktive Truppe hätten wir keinen Erfolg erzielen können. Auf der Weltkonferenz Urban 21 in Berlin konnten wir schließlich mit einem Ersten Platz ausgezeichnet werden“, blickte Neder zurück. Aus der Kooperation im Rahmen der Wettbewerbsbeteiligung sei die ARGE Rhön hervorgegangen. „Die Arbeit der ARGE Rhön hat aus meiner Sicht in diesen zehn Jahren die Rhöner näher zusammen und nach vorne gebracht. Ich kann mir nur wünschen, dass das so bleibt. Die Herausforderungen werden sicher nicht kleiner“, gab Neder den anwesenden Landräten Thomas Bold (Bad Kissingen), Bernd Woide (Fulda), Thomas Habermann (Rhön-Grabfeld), Ralf Luther (Schmalkalden-Meiningen) und Reinhard Krebs (Wartburgkreis) mit auf den Weg.

In seiner Festrede betonte Ministerialrat Prof. Dr. Hagen Eyink vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, dass eine Kulturlandschaft wie die Rhön vom Menschen geprägt wurde, vor allem von der Land- und Forstwirtschaft. Immer gebe es den Ruf nach Pflege und Erhaltung, aber auch nach Entwicklung. „Die Menschen müssen bei der Formulierung der Entwicklungsziele von Anfang an mit eingebunden werden. Alle Vorhaben müssen von unten her mitgetragen werden“, sagte er. Zur Entwicklung einer Region gebe es keinen „Königsweg“. „Ein solcher Prozess bedarf eines langen Atems“, hob Eyink hervor. Das Land der offenen Fernen könne die Herausforderungen der heutigen Zeit meistern. Mit der Dachmarke Rhön habe die Region eine einheitliche Identität nach innen und einen hohen Wiedererkennungswert nach außen aufgebaut. Zukunftsorientiert schlug Prof. Eyink der Rhön vor, sich der von Bundesbauminister Ramsauer vorgeschlagenen „Initiative ländliche Infrastruktur“ anzuschließen. „Ich würde mich freuen, wenn wir die Rhön als Partner für diese Initiative gewinnen können“, verkündete der Ministerialrat.

„Die ARGE Rhön kann auf jeden Fall als Erfolgsmodell gelten, und wir als Bundesländer haben versucht, sie zu unterstützen“, sagte Ministerialrat Franz Bichlmeier vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, das für die Biosphärenreservate zuständig ist, in seinem Grußwort. Die ARGE Rhön stehe in enger Verbindung mit dem Biosphärenreservat Rhön, und diese Vernetzung verfolge das Ministerium mit großer Aufmerksamkeit. Insofern werde die ARGE Rhön als unverzichtbarer Partner betrachtet, wenn es um die Entwicklung des Biosphärenreservats Rhön geht.

„Die Zusammenarbeit in einer Region vollzieht sich nicht in einem Urknall, sondern eben sehr langsam“, meinte Ministerialdirigent Carsten Wilke vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in seinem Grußwort. Die zehn Jahre, die es von der Grenzöffnung bis zur Gründung der ARGE Rhön gebraucht habe, seien da schon sehr schnell gewesen. Er würdigte die entwicklungspolitischen Ziele der ARGE Rhön und die Vielzahl der Projekte, die die ARGE auf den Weg gebracht hat.

Noch latent vorhandene West-Ost-Befindlichkeiten könnten nur durch Formen einer Länder übergreifenden Zusammenarbeit abgebaut werden, erklärte Ministerialdirigent Prof. Dr. Karl-Friedrich Thöne vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz. Was die Rhön betreffe, so liege die Wurzel der erfolgreichen Entwicklung in der Region selbst und sei nicht „von außen aufgepfropft“ worden. Damit meinte er solche Projekte wie den Hochrhöner, den Rhönradweg, die Etablierung der Dachmarke Rhön oder die Initiative, künftig jährlich einen „Rhöner Wandertag“ zu veranstalten.

„Zehn Jahre ARGE Rhön sind ein Punkt; aber wir müssen weiter arbeiten. Als Landkreise haben wir noch viele Themen, die auf den Nägeln brennen“, sagte Bernd Woide in seinem Schlusswort. Aufgabe der ARGE Rhön sei es, die Menschen in der Region zu halten und ihnen Perspektiven zu eröffnen. Damit würden solche Bereiche wie eine umfassende Breitbandverkabelung oder auch die Absicherung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum berührt, nannte Woide in seinem Schlusswort nur zwei Beispiele. (Carsten Kallenbach) +++


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