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08.03.11 - LÖSCHENROD

Familiengerechte Arbeitszeiten und gleiche Löhne wie die Männer: diese Forderungen von Frauenrechtlerinnen und -verbänden sind aktuell – und gleichzeitig über 100 Jahre alt. Beim II. Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen im Jahr 1910 gab es noch eine weitere zentrale Forderung: Das Wahlrecht für Frauen. Neun Jahre später war dieses Ziel erreicht. Seit 1918 dürfen Frauen in Deutschland wählen und für politische Ämter kandidieren. „Wir haben viel erreicht, aber es gibt noch viel zu tun“ – so lässt sich die Botschaft des karnevalistischen Frauenfrühstücks auf den Punkt bringen, zu dem die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) des Unterbezirks (UB) Fulda am heutigen Fastnachtsdienstag eingeladen hatte.

„Müssen wir vielleicht gar nicht mehr kämpfen?“, fragte Birgit Kömpel beim Auftakt im Bürgerhaus Löschenrod. Die Antwort lieferte die Vorsitzende des AsF im UB Fulda gleich selbst: „Nein, es gibt noch viele Baustellen.“ Arbeitnehmerinnen in Deutschland bekämen im Schnitt 23 Prozent weniger Lohn als die Männer. Dies sei „schlicht und einfach ein Skandal“. Auch die Landtagsabgeordnete Sabine Waschke (SPD) bekräftigte die Forderung nach „gleichem Lohn für gleiche Arbeit“. Man dürfe jedoch auch stolz darauf sein, was Frauen bisher erreicht hätten, sagte Waschke und erinnerte an das Jahr 1958. Bis dahin hatten Männer das Recht, den Arbeitsvertrag ihrer Ehefrau zu kündigen, wenn sie der Meinung waren, dass die Erwerbstätigkeit nicht mit deren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar sei.

Die frühere Landtagsabgeordnete und langjährige Bürgermeisterin Silvia Hillenbrand (SPD) sprach sich gegenüber ON dafür aus, die derzeit viel diskutierte Frauenquote in der Wirtschaft einzuführen. „Ich bin selbst eine typische Frauenquoten-Frau“, sagte Hillenbrand. Bei ihrem ersten Einzug in den hessischen Landtag 1991 habe ihr die SPD-interne Frauenquote geholfen. Die Situation in der Wirtschaft sei mit der in der Politik vergleichbar. „Männer geben die Macht nicht freiwillig her“, sagte die SPD-Politikerin. (th)

HINTERGRUND

Der erste Weltfrauentag fand vor 100 Jahren statt. Ins Leben gerufen hatte ihn die deutsche Sozialistin Clara Zetkin. 1910 forderte Zetkin auf dem II. Kongress der Sozialistischen Internationale in Kopenhagen mehr Gleichberechtigung für Frauen: "keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte." Ein Jahr später gingen erstmals Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz zum Frauentag auf die Straße. Ihre zentrale Forderung: Einführung des Frauenwahlrechts und Teilhabe an der politischen Macht. Außer in Finnland durften zu diesem Zeitpunkt in keinem europäischen Land Frauen wählen. In Deutschland wurde Frauen dieses Recht 1918 zugestanden. Zum ersten Mal konnten sie 1919 an der Wahl zur Nationalversammlung der Weimarer Republik teilnehmen. Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung +++



Etwa 60 Frauen kamen zum "karnevalistischen Frauenfrühstück" nach Löschenrod (Gemeinde Eichenzell).


Vor ihrem Vortrag über die Geschichte der Frauenbewegung trat Silvia Hillenbrand als Suffragette auf. Die Suffragetten waren Frauenrechtlerinnen, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts in England und den USA für das Frauenwahlrecht einsetzten.

Die Vorsitzende des AsF im Unterbezirk Fulda, Birgit Kömpel


SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Waschke






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