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Tief enttäuscht vom heimlichen Vorgehen seines Amtsnachfolgers: Ex-Landrat Fritz Kramer

01.04.11 - APRILSCHERZ

Milseburg an Ex-Eigentümer zu Guttenberg verkauft - Rhönklub tobt

Die Milseburg in der hessischen Rhön als "Ort mit hoher Symbolkraft für die Region" wird in naher Zukunft nicht mehr für jedermann- und frau zugänglich sein, sondern wieder in Privatbesitz überführt. Diese Sensation geht aus einer noch unveröffentlichten Notariatsabschrift hervor, die unserer Redaktion seit heute Morgen vorliegt. Demnach gibt es einen bereits ratifizierten Kaufvertrag, der explizit vorsieht, dass die „Perle der Rhön“ nicht länger für öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen wird. Offen ist nur noch, wie lange sich die Einzäunung der 26 Hektar großen Fläche hinziehen wird, die seit vielen Jahren auch offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Der frühere Grundstückseigentümer Johannes von und zu Guttenberg (Bad Neustadt/Saale) hat dieses Areal für exakt 200.000 Euro vom Landkreis Fulda zurückgekauft.

Landrat "plötzlich in Urlaub"

Der Aktennotiz zufolge wurden nicht nur der Kaufvertrag über die Summe von 200.000 Euro bereits abgeschlossen, sondern auch die künftigen Nutzungsmodalitäten und ausschließlich privaten Zufahrtswege vertraglich geregelt. Der Hintergrund dieses geheim gehaltenen Geschäfts soll in der maroden Finanzsituation des Kreises zu finden sein: Der Verkauf kam zu einem Zeitpunkt, der für Kreis und Kommunen angesichts leerer Kassen denkbar günstig ist. Landrat Bernd Woide konnte zu diesem offenbar „klammheimlich“ abgeschlossenen Verkauf leider noch nicht befragt werden: er habe „ganz plötzlich“ Urlaub eingereicht, heißt es aus dem Landratsamt.

Rhönklubpräsidentin schwer getroffen

Mutmaßlich will der Landrat so den empörten Reaktionen der Mitglieder des Rhönklubs sowie aller Natur- und Wanderfreunde der Region entgehen, die sich schon 2005 Sorgen um die künftige weitere Zugänglichkeit des sagenumwobenen Berges machen mussten. Damals hatte die Rhöngemeinde Hofbieber - auf deren Gebiet der markante Berg liegt – mit Hilfe des Landes Hessen, des Kreises und zahlreicher privater Spenden die Fläche von Grundstückseigentümer Johannes von und zu Guttenberg käuflich erworben. Der 835 Meter hohe Berg hatte sich bis 2005 jahrhundertelang im Privatbesitz der Freiherrlichen Familie von und zu Guttenberg aus dem fränkischen Nachbarland befunden. Besonders glücklich über den Erwerb war damals die Präsidentin des Rhönklubs Regina Rinke gewesen, die von ihrer Freude so überwältigt wurde, dass sie die Pressekonferenz tränenüberströmt absolvieren musste. Kaum vorstellbar wie schwer sie nun der neuerliche Verlust des geliebten Berges treffen wird. In der Haut von Bernd Woide möchte man dieser Tage nicht stecken.

"Die Milseburg ist Identitätsmerkmal der Rhön. Noch mehr als die Wasserkuppe ist sie in den Herzen der Menschen verankert. Die Wasserkuppe gehört der ganzen Welt; die Milseburg gehört uns. Sie ist für uns ein Mythos. Und die Hütte auf ihrer Spitze ist nicht nur für die Mitglieder des Rhönklubs Kult". In diesen emotionsgeladenen wie lyrischen Formulierungen hatte der damalige Landrat Fritz Kramer das unverbrüchliche Zugehörigkeitsgefühl der Rhöner zu „ihrer“ Milseburg auf den Punkt gebracht. Nun soll es für immer vorbei sein, mit den frühmorgendlichen Wanderungen den Berg hinauf, um unter der Kreuzgruppe den Sonnenaufgang zu erleben? Wenn es tatsächlich in der langen Geschichte der Rhöngemeinden noch keine nennenswerten Demonstrationen gegeben hat – angesichts dieses „Ausverkaufs eines Naturdenkmals“ sind Großkundgebungen von Milseburgfans in ungeahnten Größenordnungen durchaus denkbar.

Heimlicher Nutzungszweck in Adelskreisen schon bekannt

Ein Ausweg aus der sich abzeichnenden Misere wäre eine baldige Verhandlung mit dem neuen Eigentümer, um eventuell doch noch eine Öffnung des Bergs für die Öffentlichkeit zu vereinbaren. Freiherr von und zu Guttenberg hatte bei der Veräußerung des Familiengrundstücks offensichtlich eine Kaufoption für einen späteren Zeitpunkt vereinbart, die er jetzt rechtswirksam nutzte. Doch aus gutunterrichteten Adelskreisen wurde bereits unter der Hand ausgeplaudert, welchen Zweck der Freiherr mit dem Kauf tatsächlich verfolgt: Sein durch den erzwungenen Rücktritt von allen Ämtern schwer angeschlagener Neffe Karl Theodor sucht einen absolut verschwiegenen Rückzugsort jenseits aller Öffentlichkeit, den ihm sein Onkel auf dem Gipfel der Milseburg errichten lassen will. Dort auf der „Perle der Rhön soll sich „KT“ von den Strapazen der Plagiatsaffäre und ihrer Folgen erholen dürfen. +++ Carla Ihle-Becker


Die Tränen fließen ohne Unterlass: Regina Rinke trauert

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