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05.08.11 - Ebersburg/ Schmalnau

Lebendige Erinnerung: 1.000 Jahrfeier - Chronik und Gedenktafel

Wenn man die Geschichte des Ortes Schmalnau erforscht und für die Chronik aufarbeitet, dann ist dies auch unweigerlich die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Schmalnau, stellten die Mitglieder der Projektgruppe fest. Im Rahmen der 1.000-Jahrfeier wurde nun eine Gedenktafel errichtet. Brigitte Füller-Jerwin, die dieses Kapitel für die Dorfchronik erstellt hat und noch heute mit Nachfahren der vertriebenen Familien in Kontakt steht, hat hier ausgiebig recherchiert. Reinhold Kreis, der für das Fotoarchiv der Chronik zuständig ist, konnte Aufnahmen der Synagoge von Schmalnau bereitstellen. Von Daniel Kreis wurde eine Tafel in Wort und Bild erstellt, die an die jüdischen Mitbürger von Schmalnau erinnert. "Es darf nicht in Vergessenheit geraten, welche Vergehen in Deutschland und somit auch in den kleinen Dörfern wie Schmalnau an der jüdischen Bevölkerung begangen wurden", so Kreis. Auch dies sei Sinn und Zweck von Stolpersteinen und Gedenktafeln.

"Doch war es uns besonders wichtig, auch die positiven Seiten der Vergangenheit zu zeigen. Über 200 Jahre war ein harmonisches Miteinander der jüdischen und christilichen Gemeinden in Schmalnau möglich. Diese sich ergänzende Koexistenz brachte dem kleinen Rhöndorf viele Vorteile. Die jüdischen Gemeindemitglieder waren angesehene Geschäftsleute, Händler und Handwerker die der ländlichen, kaum entwickelten Infrastruktur zum Aufschwung verhalfen. Die Ladengeschäfte, wie der Gemischtwarenhandel von Israel Tannenwald oder das Kurzwarengeschäft von Babette Dreifuss waren eine der ersten, festen Einkaufsmöglichkeiten für die Schmalnauer Bürger", so Kreis.

Wie hoch die gegenseitige Wertschätzung unter den verschiedenen Religionsgruppen war, bezeuge ein Artikel der damaligen jüdischen Zeitung (Der Israelit). Hier werde davon berichtet, wie ein jüdischer Soldat, der aus dem ersten Weltkrieg heimkehrte, von den Schmalnauer Bürgern am Bahnhof begrüßt wurde. Das Dokument berichte, dass neben dem Vorstand der jüdischen Gemeinde von Schmalnau auch der katholische Priester und die Blaskapelle des Ortes, sowie zahlreiche Bürger zu seinem Empfang erschienen waren.

Die Gedenktafel könne nur einen sehr komprimierten Einblick in die jüdische Gemeinde geben. Doch dank der Arbeit von Frau Füller-Jerwin und anderen Chronisten könne man die Details in der zum Jubiäum erscheinenden Chronik von Schmalnau nachlesen. Der zweite Teil der Gedenktafel erinnere an die Synagoge von Schmalnau. Mit Bildern des Gebäudes und einer Beschreibung des Gotteshauses sollen auch die nachfolgenden Generationen erfahren, dass es eine Synagoge gab und wie das Gebäude ausgesehen habe. Der Standpunkt der Gedenktafel, in der Thalauerstraße 2, ist die Stelle, an der sich einst die jüdische Gemeinde von Schmalnau in ihrer Synagoge versammelte. +++

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