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12.11.11 - Fulda

HipHop-Musical „Durch meine Augen“ wirbt für gegenseitigen Respekt und Toleranz

Ein unsicherer Teenager, der sich unverstanden fühlt, Probleme in der Schule hat und einem Gruppenzwang erlegen ist. Davon handelt das Musical „Durch meine Augen“, das am 10. Dezember, um 19 Uhr im Probsteihaus Petersberg Premiere feiert. Über 100 Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren beteiligen sich an dem aktuellen Projekt der Initiative KiTz (Kinder im Takt zusammenführen), die vor drei Jahren von dem Verein Jollydent e.V. ins Leben gerufen wurde. Auf der Bühne stehen Darstellerinnen und Darsteller aus unterschiedlichsten Nationen, Kulturen, sozialen Verhältnissen, mit oder ohne Behinderung – eine große Herausforderung für die Initiatoren, die bereits gemeinsam Projekt wie „farbula – Die wahre Geschichte von allen Farben“ oder „ImaGo!“ gestem-mt haben. Im Interview berichten Vereinsvorsitzender Dr. Wolfram Geiger, Tanzpädagogin Anna Feuerstein und Musiker Frank Tischer über die Projektidee, ihre persönliche Motivation und die Botschaften des Musicals.

Was motiviert Sie dazu, solche Mammutprojekte gemeinsam auf die Beine zu stellen?

Anna Feuerstein: Es ist immer wieder spannend, was sich die Kinder und Jugendlichen einfallen lassen. Die Vorstellungen und Erwartungen, die wir Erwachsene zu Beginn eines Projektes haben, werden von den Kindern bei Weitem übertroffen. Während der Proben findet eine tolle Entwicklung im Miteinander, aber auch in der Kreativität aller Beteiligten statt. Es ist sicherlich immer wieder ein mächtiger Kraftakt, mit so vielen und vor allem unterschiedlichen Kindern zu arbeiten. Aber das ist ja genau die Intention von KiTz – diese Kinder zusammen zu bringen und für gegenseitigen Respekt und Toleranz zu sensibilisieren.

Wolfram Geiger: Für mich ist es einfach eindrucksvoll zu sehen, wie toll die Kinder miteinander umgehen. Wie sagte ein Vater nach farbula: “Da können wir Erwachsene auch etwas lernen“.

Frank Tischer: Die völlig neue, musikalische Herausforderung. Da HipHop nicht wirklich zu meiner Lieblings-Musik zählt, musste ich mich erst mit den Stilmitteln und musikalischen Gesetzen des HipHop auseinandersetzen. Mein Ziel war, dass es trotzdem noch irgendwie nach Tischer klingt. Außerdem finde ich das Engagement und die Botschaft von TeMain bemerkens- und förderungswert.

Und wie schaffen Sie es, so viele Kinder und Jugendlichen immer wieder aufs Neue zu begeistern?

Anna Feuerstein: Wir achten sehr darauf, den Kindern und Jugendlichen sowohl interessante Themen als auch großen Raum für Mitgestaltung zu bieten und unbekannte, eigene Fähigkeiten zu entdecken. Außerdem haben alle ein gemeinsames Ziel vor Augen: „den großen Tag“ der öffentlichen Aufführung. Das schweißt einfach zusammen.

Was ist das besondere an diesem Projekt?

Wolfram Geiger: Das Thema entspricht dem, was viele Jugendliche erleben und ist dementsprechend sehr authentisch. Der Hauptdarsteller erzählt uns von seinen Erfahrungen in der Familie, in der Schule, mit seiner Freundin, in seinem Freundeskreis und lässt uns dabei an seinen Gefühlen teilhaben.

Frank Tischer: Ich glaube, es sind die Inhalte, der Musikstil und die Authentizität. Der Hauptdarsteller versucht nicht, einen Hip-Hoper zu mimen, sondern TeMain ist ein Hip-Hoper. Er kann sich praktisch selbst spielen. Außerdem ist Hip-Hop-Tanz bei den Kids wohl mehr angesagt als Rumba. Ich bevorzuge den Bärentanz. Was können die Darstellerinnen und Darsteller aus so einem Projekt mitnehmen?

Anna Feuerstein: Sie können Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Religionen, Lebensumständen und individuell unterschiedlichen Leistungsfähig-keiten mitnehmen. Soziale Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen werden ausgebaut und eigene neue Fähigkeiten entdeckt. Außerdem: Auf einer großen Bühne vor Publikum gestanden zu haben, stärkt das Selbstvertrauen und wird sicherlich eine unvergessliche Erfahrung bleiben.

Was können die Zuschauer erwarten?

Wolfram Geiger: Zunächst einmal tolle Musik von Frank Tischer mit Texten und Gesang von dem Rapper TeMain und seiner Gruppe „Von der Strasse ins Studio“. Die Musik wird übrigens auch als CD erhältlich sein. Tänzerisch, choreografisch und schauspielerisch wirken die Tanzpädagogin Anna Feuerstein und die Theaterpädagogin Jessica Stukenberg mit. Beide sind in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sehr erfahrenen und haben immer wieder sehr gute Ideen. Inhaltlich erwartet die Zuschauer ein sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene sehr spannendes, aktuelles und wichtiges Thema.

Und wie lautet Ihre Botschaft an die Zuschauer?

Frank Tischer: Schaut es euch an! Viele Menschen arbeiten mit großem Engagement an einem Projekt, welches eine Botschaft an Jugendliche hat, in der Sprache der Jugendlichen, die da lautet: „Musik: ja“, „Drogen und Gewalt: nein“ und „glaube an Dich“ – das kann man nur unterstützen, oder?

Wer unterstützt Sie bei diesem Projekt und wie ist es möglich, so etwas finanziell zu stemmen?

Wolfram Geiger: Es ist nach farbula und ImaGO! das dritte Projekt von KiTz. Da gibt es schon einige erfahrene Helfer, aber die reichen natürlich allein nicht aus. Betreuer der Jugendlichen, Eltern, Freiwillige und diesmal auch Studenten der Hochschule helfen mit. Finanzielle Unterstützung erfahren wir durch den Verkauf der Eintrittskarten. Danken möchte ich an dieser Stelle der Gemeinde Petersberg und Herrn Bürgermeister Schwiddessen für die großzügige Unterstützung. Dank gilt natürlich auch den vielen anderen Unterstützern und Sponsoren. Der Hauptträger und Initiator des Projektes ist der Verein Jollydent. Deshalb möchte ich Patienten und Zahnarztpraxen bitten, auch in Zukunft Zahnaltgold an Jollydent e.V. zu spenden, um neben vielen anderen Projekten auch KiTz weiterleben lassen zu können.

Eintrittskarten für das Musical „Durch meine Augen“ sind im Kartenvorverkauf bei allen Geschäftsstellen der Fuldaer Zeitung erhältlich. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8.30 Uhr bis 18 Uhr. Samstag, 9 bis 13 Uhr. Die Karten kosten für Erwachsene 12 Euro; Jugendliche bis 16 Jahre, Schüler, Azubis, Studenten und Behinderte zahlen 7 Euro; Kinder bis 12 Jahre 5 Euro. Die Aufführungen finden am Samstag, 10 Dezember 2011, um 19 Uhr sowie am Sonntag, 11. Dezember 2011, um 16 Uhr statt. +++

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