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13.12.11 - Petersberg

Integratives HipHop-Musical „Durch meine Augen“: Buntes Ensemble begeistert

Ausverkauftes Haus, begeistertes Publikum, minutenlanger Applaus für das gesamte Ensemble – besser hätte es nicht laufen können bei der Premiere des integrativen HipHop-Musicals „Durch meine Augen“, das am Samstagabend im Propsteihaus Petersberg aufgeführt wurde. Aufgeregt und mit mächtigem Herzklopfen standen die rund 100 Kinder und Jugendlichen kurz vor ihrem großen Auftritt hinter der Bühne. Doch als sich der Vorhang öffnete, schien das Lampenfieber wie weggeblasen. Mit viel Konzentration, Herzblut und Spielfreude präsentierten die jungen Akteure die Geschichte des 16-jährigen Kalle.

Wie es sich anfühlt, nicht dazuzugehören erfährt Kalle bereits im Kindergartenalter. In der Schule wird er wegen seiner schlechten Leistungen gehänselt, in der eigenen Familie gilt er als Taugenichts. Kalle fühlt sich unverstanden und einsam, gerät an die falschen Freunde, kommt mit Alkohol und Drogen in Berührung. Mitschüler, die sein Potenzial erkennen, sich um ihn bemühen und ihm den richtigen Weg zeigen wollen, weist er ab. Schließlich landet er mit einer Überdosis Alkohol und Drogen im Krankenhaus. Hin- und hergerissen zwischen seinem alten Leben und der Möglichkeit zum Neuanfang, entscheidet er sich schließlich, seine Chance zu nutzen.

Die jungen Akteure – Schauspieler, Tanz- und Rhythmusgruppen – konnten dank einer großartigen Teamleistung die Geschichte des Jugendlichen glaubhaft transportieren und das Publikum gut 100 Minuten lang fesseln. Sehr beachtlich war auch die darstellerische Leistung des 18-jährigen Christoph Giez, der ausdrucksstark und authentisch die Rolle des Kalle ausfüllte. Zusätzliche Spannung wurde durch die aufwühlenden HipHop-Songs, die von TeMain, Wlad und Funda gerappt wurden, erzeugt. Sie verstärkten mit ihren Texten und den von Frank Tischer komponierten Melodien die Botschaften der einzelnen Szenen. Für die gelungene Mischung aus Schauspiel, Tanz, Rhythmuseinlagen, Musik und Gesang ernteten nicht nur die Darsteller, sondern auch Theaterpädagogin Jessica Stukenberg (Inszenierung) und Anna Feuerstein (Choreografie) viel Anerkennung und Lob vom Publikum.

„Wir sind kein Star-Ensemble, sondern Laien, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollten“, hatte Dr. Wolfram Geiger, Vorsitzender des Vereins Jollydent e.V., vor der Aufführung gesagt und die Intention des Jollydent-Projekts KiTz verdeutlicht: nämlich Kinder im Takt zusammen zu führen. „Das Besondere dieses Projektes besteht darin, Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten, Migranten sowie Kinder mit und ohne Behinderungen zusammenzubringen, damit sie miteinander und voneinander lernen und Talente entdecken können“, so Dr. Geiger. Außerordentlich spannend sei es, dass sich bei dem Musical zahlreiche Gegensätze – wie beispielsweise Kindergartenkinder und Schüler der Sekundarstufe II, coole Rapper und eher introvertierte Kids, Behinderte und nicht Behinderte - harmonisch vereinen ließen. Dass es dem Laien-Ensemble gelungen ist, sowohl am Samstagabend als auch am Sonntagnachmittag vor jeweils 450 Zuschauern mit einer bravourösen Leistung zu überzeugen und zu begeistern, sorgte für strahlende Gesichter und berechtigten Stolz bei Akteuren und Organisatoren. +++


- Fotos: Dorit Heydenreich















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