11.09.12 - GERSFELD

Experten: „Mit europäischer Identität werden wir die Schuldenkrise meistern"

„Deutschland wird unbeschadet aus der Eurokrise hervorgehen“, so der Tenor einer Podiumsdiskussion der CDU-Gersfeld mit dem Europaabgeordneten Thomas Mann, dem Vorstandsmitglied der Sparkasse Fulda, Uwe Marohn und dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Fulda Bernhard Juchheim. Thomas Mann, der Mitglied im Krisensonderausschuss des EP ist, ging in einer Präsentation auf die Entstehung der Schuldenkrise sowie die von der Europäischen Union beschlossenen  umfassenden Maßnahmenpakete ein. Vorstandsmitglied der Sparkasse Fulda, Uwe Marohn, erläuterte in der Diskussion, dass man den Banken nicht die Schuld an der Krise geben könne. Er räumte ein, dass die zahlreichen Immobilienfinanzierungen in den USA ohne ausreichende Sicherheiten der Auslöser gewesen seien. Im System der Sparkassen sei eine derartige Entwicklung nicht möglich.

Die lokal ausgerichtete Organisation der Sparkassen habe negative Auswirkungen in Deutschland verhindert, so Marohn. Kritik übte der Finanzexperte am System der Investmentbanken. Diese müssten sich  neu strukturieren, da deren wesentliche Geschäftsmodelle weggefallen seien. Versäumnisse habe es auch in Staaten gegeben, die ihren Verschuldungen nicht oder nicht rechtzeitig mit den notwendigen Reformen begegnet seien, führte Marohn aus. Fuldas IHK-Präsident Bernhard Juchheim hob die äußerst wichtige Rolle des Euro für die deutsche Wirtschaft hervor. Eine Rückkehr zur alten Währungen hätte katastrophale Auswirkungen für das deutsche Exportgeschäft. Durch eine Aufwertung unserer Währung könnten die Exportpreise nicht gehalten werden.

Auf die Frage des Moderators und Landesvorsitzenden der Mittelstandsvereinigung Hessen, Frank Hartmann, wie gefährlich ein mögliches Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone sei, waren sich die Diskutanten einig: Einen Austritt Griechenlands könnte die deutsche Wirtschaft zwar verkraften, doch habe man die Sorge, dass eine solche Entwicklung weitere Staaten mitreißen würde. Ein wichtiges Ziel sei es, einen „Flächenbrand“ zu verhindern. Wenn dieser Spanien, Italien oder Portugal erreichen würde, hätte das verheerende wirtschaftliche und finanzielle Folgen. Ebenfalls einer Meinung waren sich die Experten in der Ablehnung von Eurobonds. CDU-Europaabgeordneter Thomas Mann warnte davor, dass Deutschland für die schlechte Haushaltsführung anderer Staaten in Mithaftung genommen werde. Um Eurobonds zu verhindern, sei allerdings eine Mehrheit im Ministerrat der EU sowie im EP notwendig.

Derzeit gäbe es für die deutsche Haltung lediglich eine Unterstützung weniger Mitgliedstaaten, insbesondere der skandinavischen Länder, die auf der Seite von Bundeskanzlerin Angela Merkel seien. Moderator Frank Hartmann schloss die Diskussion mit der Frage, wo die Teilnehmer den Euro und Deutschland in einem Jahr sehen würden.  Diese blickten optimistisch in die Zukunft. Der Euro habe weiterhin Bestand und werde sogar noch stärker, meinte Uwe Marohn. Bernhard Juchheim war sicher, dass dieses Ziel mit erhöhter Disziplin zu sparen erreichbar sei. Thomas Mann glaubte, dass selbst die Krisenländer ihre notwendigen Hausaufgaben im eigenen Interesse machen würden.  „Oberstes Gebot ist, dass wir unsere Zukunft nicht grenzenlos belasten. Mit der Besinnung auf unsere gemeinsame europäische Identität werden wir die Krise erfolgreich meistern“, sagte der Europapolitiker Thomas Mann in einer Pressemitteilung abschließend. +++

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