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"Ich bin bereit" - Landrat Fritz Kramer heute mittag auf die Frage, ob er für den Bundestag 2006 kandidieren würde...

Der "amtierende", aber parteilose Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann. Tritt er 2006 als Unabhängiger noch mal an?
10.12.04 - Fulda
Landrat Fritz KRAMER (CDU) will 2006 in Bundestag: "Ich bin bereit"
Es lag in der Luft - und seit heute Mittag ist es "raus": der Fuldaer Landrat Fritz Kramer (CDU) - der im Februar 2006 als 68-jähriger aus Altersgründen sein Amt abgeben und als "dienstältester Kreischef Hessens" in den Ruhestand gehen muss - hat "Lust auf Berlin". Wörtlich sagte er heute Nachmittag gegenüber "Osthessen-News" heute nachmittag: "Ja, ich würde mich als Bundestagskandidat 2006 zur Verfügung stellen. Der Parlamentarismus hat mich schon immer gereizt". Kramer nimmt aber für sich nicht in Anspruch, alleine zu kandidieren: "Ich sehe noch 2 bis 3 andere qualifizierte Bewerber aus Fulda". Welche das sind, sagte Kramer nicht. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es "Ziel sein muss, dass die Union den Wahlkreis 176 als Direktmandat behält".
Dabei ist eine "große Unbekannte", ob der fraktionslose und aus der CDU ausgeschlossene Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann (Neuhof) vielleicht doch als unabhängiger Kandidat noch einmal antritt und so der CDU entscheidende Stimmen für das Direktmandat "wegnehmen" könnte. Dieser hat nach seiner umstrittenen Rede am 03. Oktober 2003 stets erklärt, er lasse sich diese Möglichkeit offen. Und weil Hohmann bis heute nicht seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt hat, rechnet auch Kramer mit dem Neuhöfer. Andererseits könnte die heutige öffentliche "Ankündigung" Kramers auch ein geschickter Schachzug sein, Hohmann zum Verzicht zu bewegen.
"Die kommunalen Belange sind in allen Bundestagen zu wenig repräsentiert gewesen" erklärte Fritz Kramer gegenüber unserer Redaktion und unterstrich damit auch seine Beweggründe, sich für ein Mandat im nächsten Bundestag für die Region Fulda zur Verfügung zu stellen. Immerhin ist er hier seit über 31 Jahren (!) Landrat, kennt die Region wie wenige andere Politiker und hat beste politische Beziehungen zur Union auf Landes- und Bundesebene. "Die Kommunalpolitik ist bisher auf der Strecke geblieben - und das könnte ich ändern" meinte Kramer. Eine endgültige Entscheidung falle seiner Meinung aber frühestens im 2. Halbjahr 2005.
Und dabei hat er mit Sicherheit auch das Wohl seiner Partei im Auge, deren Kreis- und Bezirksvorsitzender er seit vielen Jahren war bzw. noch ist. "Mein Ziel muss sein, dass die CDU das Direktmandat im Wahlkreis Fulda behält". Und an diesem Ziel werden sich auch die anderen möglichen Kandidaten der Union messen lassen müssen. "Wenn Fulda verloren geht, brauchen wir uns über die Regierung in Berlin keine Gedanken mehr machen".
Erstaunen, Überraschung und Zurückhaltung auch in CDU-Parteikreisen auf die Nachricht von einer möglichen Kandidatur Kramers für den Bundestag. Hinter zurückgehaltener Hand wurde dann auch von "Ist er nicht zu alt?" oder "Einmal sollte doch mit der Politik Schluß sein" gesprochen. Andererseits gebe es aber auch im Bundestag keine Altersbegrenzung.
Dr. Norbert Herr, derzeit CDU-Landtagsabgeordneter und Fraktionschef im Fuldaer Kreistag, war Mitte der 90er Jahre schon einmal kurz als Nachrücker für einen verstorbenen Bundestagsabgeordneten im Parlament. Von "Osthessen-News" angesprochen, war er "völlig überrascht" und "musste nachdenken". Schließlich sei er - Dr. Herr - ja auch "schon oft auf breiter Front" nach einem Engagement in Berlin gefragt worden. Jetzt wolle er sich nicht Pro oder Contra festlegen. Klar sei aber auch, "dass potentielle Hohmann-Wähler durch einen guten CDU-Mann bei der Stange gehalten werden müssen".
Völlig unbeeindruckt reagierte Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller auf die Nachfrage unserer Redaktion. "Jetzt klären wir erst einmal im innerparteilichen Wettbewerb die Kandidatenfrage und dann wählen wir den Landrat" meinte Möller, denn am 30. Oktober 2005 sind die Bürger des Kreises Fulda zur Direktwahl des künftigen Landrates aufgerufen. Die Themen würden "nach der Reihe abgearbeitet" - und erst danach stehe der CDU-Bewerber für den Bundestagswahlkreis auf der Tagesordnung. +++