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Im Gespräch über das Beratungskonzept (von links): Friedhelm Schneider, Erich Pipa und der Leiter des Amtes für Umwelt und Naturschutz, Hans-Jürgen Euler.
14.12.04 - Kinzigtal
"Faires Bündnis zum Gewässerschutz" geht jetzt bereits ins achte Jahr
Das Beratungsprojekt zur gewässerschonenden Landbewirtschaftung im Main-Kinzig-Kreis wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Das bekräftigte der Arbeitskreis Gewässerschutz mit Vertretern aus Landwirtschaft, Wasserförderung, Politik und Verwaltung. Kreislandwirt Friedhelm Schneider spricht für viele andere Bauern im Kreis, wenn er sagt: "Zunächst standen wir dieser Kooperation skeptisch gegenüber. Aber sie hat sich als faires Bündnis erwiesen, von dem auch die Landwirtschaft profitiert."
Umweltdezernent Erich Pipa hatte im Herbst 1997 alle Beteiligten an einen Tisch geholt, um die andauernden Schuldzuweisungen zu beenden. Vorausgegangen waren Konflikte zwischen Wasserversorgern und Landwirten wegen Nitraten und Resten von Pflanzenschutzmittel im Grundwasser. Die freiwillige Kooperation unter Federführung des Amtes für Umwelt- und Naturschutz arbeitet nun schon sieben Jahre erfolgreich an der Reduzierung der Grundwasserbelastungen. Im Zentrum steht das "Beratungsprojekt zur flächendeckenden gewässerschonenden Landbewirtschaftung im Main-Kinzig-Kreis" unter Trägerschaft des Kreisausschusses, welches das Land Hessen aus der Grundwasserabgabe und die Wasserversorger im Kreis finanzieren.
Projektberater, das Ingenieurbüro "Schnittstelle Boden" und das Amt für Umwelt und Naturschutz des Kreises sorgen für die Umsetzung. 57 Pilotbetriebe lassen sich intensiv beraten - dazu gehören eine ausgefeilte Düngeplanung und regelmäßiger Erfahrungsaustausch. Praxisnahe Demonstrationen und Feldtage, Vorträge und Diskussionsrunden erweiterten das Wissen der Landwirte über gewässerschonende Bewirtschaftung. In der Folge intensivierten die Landwirte den Zwischenfruchtanbau, gehen bewusster mit Wirtschaftsdüngern um und achten auf gewässerschonende Arbeitstechniken.
"Von diesem Beratungsprojekt profitieren alle Beteiligten. Auf diese Weise haben wir viele Maßnahmen bereits umgesetzt, auf die die Wasserrahmenrichtlinie der EU zielt", fasst Erich Pipa zusammen. +++