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23.03.05 - Rhönautobahn

Russische Jungfußballer auf A7 "gestrandet" - unbürokratische Hilfe

"Kleinbus ohne Licht!" Mit dieser Notrufmeldung begann gestern Abend gegen 20.30 Uhr ein Einsatz für die Autobahnpolizei Oberthulba. Eine Streifenbesatzung entdeckte den Bus auf der Rhönautobahn kurz vor der Ausfahrt Oberthulba, der langsam in Richtung Süden fuhr. Tatsächlich war dessen Beleuchtung komplett ausgefallen. Zur Absicherung fuhr unmittelbar hinter diesem Fahrzeug ein weiterer Kleinbus mit Warnblinkanlage.

Als die beiden Kleinbusse aus dem fließenden Verkehr gewunken worden waren, stellte sich heraus, dass beide von ausschließlich russisch sprechenden Fahrern gelenkt wurden. Für die Verkehrspolizisten war es dennoch kein Problem, den Fahrern klar zu machen, dass vor der Weiterfahrt das Licht repariert werden müsse und dass ein Bußgeld zu zahlen sei. Gerade wollten die Beamten zu einer abschließenden Standpauke über die Gefährlichkeit des Fahrens ohne Licht auf der nächtlichen Autobahn ansetzen, als sich mit den Worten "bitte, ich kann erklären", eine Frau aus dem einen Bus als Dolmetscherin zu erkennen gab.

Die beiden altersschwachen Vehikel seien Vereinsfahrzeuge des FC Phönix, eines Fußballclubs aus Murmansk in Russland. Aufgrund von Kontakten des Trainers sei eine Murmansker Jugendmannschaft vom Bayerischen Fußballverband zu einer vierzehntägigen Jugendbegegnung im Raum Augsburg eingeladen worden. Dies sei ein derartiges "Highlight" für die Jungen, dass sie gerne die Strapazen einer dreitägigen Fahrt vom russischen Polarkreis über Finnland, Schweden und Dänemark nach Deutschland auf sich genommen hätten.

Bereits am Vortag hätten sie in Augsburg sein sollen, doch durch mehrere technische Pannen wurden sie aufgehalten.Wegen eines Defektes an der Lichtmaschine habe man aus Stromspargründen auf das Fahrlicht verzichtet, um überhaupt noch anzukommen.

Die Autobahnpolizisten machten aber den Betreuern der 16 Kinder im Alter zwischen zehn und dreizehn Jahren klar, dass an die Weiterfahrt erst zu denken sei, wenn die Lichtmaschine repariert worden sei.

Da das Problem nicht zu beheben war, konnte in Machtilshausen eine Kfz-Werkstatt gefunden werden, die zu nächtlicher Stunde bei der Fehlersuche behilflich war. Die zur Reparatur benötigten Ersatzteile standen aber erst am folgenden Tag zur Verfügung.

Nun war guter Rat teuer. Eine Übernachtung in den engen Bussen bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt war zumindest den Kindern nicht zuzumuten. Nach einigen vergeblichen Anläufen wurde über die Polizeiinspektion Hammelburg mit dem Bürgermeister von Fuchsstadt Kontakt aufgenommen. Dieser stellte spontan einen Raum der gemeindeeigenen Mehrzweckhalle für eine Übernachtung zur Verfügung und begrüßte die Gäste persönlich mit Erfrischungsgetränken.

Die Erleichterung war Kindern und Betreuern ins Gesicht geschrieben, als sie sich gegen 23.30 Uhr auf Gymnastikmatten in ihre Schlafsäcke rollten. Mit der Kfz-Werkstatt war vereinbart worden, dass am folgenden Morgen die defekte Lichtmaschine von den Fahrern unter fachlicher Leitung des Werkstattpersonals repariert werden kann.

Allen Beteiligten werde das russische "spasiba" der Gäste zum Abschied mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben, schreibt die Autobahnpolizei.+++

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