Haben Sie bei „osthessen-news“ gestern alle „Aprilscherze“ entdeckt? Es waren genau 9 Stück und anhand der Reaktionen in Mails und Anrufen hat die Redaktion – mit Freude – registriert, dass einige durchaus „ernst“ genommen wurden. Vielleicht gerade deshalb, weil wir „haarscharf“ an wahren Ereignissen, Entwicklungen oder Einstellungen „entlang“ geschrieben haben.
Sechs Nachrichten waren „komplett eigene Gewächse“, eine Idee lieferte uns ein frustrierter Berufspendler und zwei Scherze bekamen wir zugeliefert: die Klostergründung in Eiterfeld und das Langenselbolder „Vorauslöschfahrrad“. Mit diesen „professionellen Aprilscherzen“ haben die Eiterfelder und die Langenselbolder Einfallsreichtum bewiesen und sich richtig viel Arbeit gemacht. Da hat uns die eigene „Erfinderei“ natürlich doppelt Spaß gemacht und wir sagen beiden „Ganz toll – Danke schön!“
Und nun die Auflösung – getreu dem Gegensatz „Wahr und unwahr?“
1. Streit um historisches Bordellschild! ... ebay oder Vonderau-Museum?
WAHR ist, dass es 1974 wirklich die Untersagung des „Bordellbetriebs“ in dem Maberzeller Wohngebiet, das Gerichtsurteil und die Aufstellung dieses Schildes gab. Damals berichtete die Deutsche Presseagentur über die behördliche Schließung des – so wörtlich - „Prostituiertenwohnheimes“ und dass „die altehrwürdige Bischofsstadt Fulda um eine bundesweite Seltenheit reicher geworden ist“.
UNWAHR ist jedoch, dass OB Möller das Schild fand und sich über die „Nutzung“ zwischen ihm und Dr. Hamberger ein Konflikt entspann.
ÜBRIGENS wüssten wir selbst gerne, wo das einmalige Zeitzeugnis „abgeblieben“ ist – falls das jemand weiß, wären wir für einen Hinweis sehr dankbar (und verraten es auf Wunsch auch nicht weiter!)
2. KRAMER bleibt Landrat bis 2009! Neues Hessen-Gesetz machts möglich
WAHR ist, dass der Hessische Landtag die Gesetzesänderung beschlossen hat, wonach Landräte und Oberbürgermeister künftig bis zum 71. Lebensjahr amtieren können. Allerdings gibt es einen kleinen „Zusatz“, der besagt, dass diese „Verlängerung“ nicht für die bereits gewählten Amtsinhaber gilt. (Ein Hinweis für die Jüngeren: Konrad Adenauer war tatsächlich schon 73, als er Bundeskanzler wurde!)
UNWAHR ist also, dass Landrat Fritz Kramer bis 2009 im Amt bleibt – und dass er der „Ideengeber“ dieser Gesetzesänderung war. Wie geplant wird im Oktober 2005 die Landrats-Direktwahl stattfinden – darauf können sich Kandidaten und Wähler einstellen. Und natürlich waren alle im Artikel beschriebenen „Reaktionen“ auch völlig „aus der Luft gegriffen“.
3. ENTHÜLLT! Cleopatras „MILCHBAD“ wird Realität – Kooperation mit Star-Milch
WAHR ist, dass es eine Planungswerkstatt Innenstadt gab, dass Stadtbaurätin Cornelia Zuschke viel von der Kraft der Kreativität hält, dass Milchbäder gut für die Haut sein können und die ägyptische Königin Cleopatra für ihre Schönheit in Milch badete – allerdings, angeblich, in Eselsmilch.
UNWAHR sind sämtliche „Aussagen“ von Frau Zuschke ebenso wie die Erhaltung des „Zentralbades“ und dass dank Milch Fulda eine begehrte neue Wellnessoase in Deutschland anbietet. Schade eigentlich !! (Könnte sich vielleicht ein Investor für die Idee begeistern??)
4. HERHOF-Pleite – Lösung durch Anlage in „Bürger-Besitz“? Initiative gegründet
WAHR ist, dass ab 1.6. „eigentlich“ kein Müll mehr deponiert werden darf, dass die Insolvenz des mittelhessischen Müllentsorgers das Projekt einer Trockenstabilatanlage „gekippt“ hat, die Landkreise, trotz Deponieverlängerung, jetzt vor „Abfallproblemen“ stehen und die Frage einer künftigen Müllbehandlung noch offen ist.
UNWAHR ist, dass sich eine Bürgerinitiative gegründet hat, die eine Müllbehandlungsanlage über Anteilsscheine finanzieren will: Aussage, Person, Idee – alles erfunden. Aber beim Schreiben haben wir uns gedacht: „Warum eigentlich nicht?“ Könnten sich unter 345.000 Bürgern der beiden Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Fulda nicht wirklich 10.000 finden lassen, die „mit 3.000 Euro dabei sind“. Oder würden das die Politiker nicht gestatten – dass sich eine bürgereigene Gesellschaft um den Müll kümmert? Falls sich eine solche Initiative gründen will – wir unterstützen ihre Öffentlichkeitsarbeit, versprochen!!
5. Heute Baubeginn neues Benediktinerkloster – „Spiritueller Geist der Region“
UNWAHR ist, dass in Eiterfeld mit einer „hohen sechsstelligen Summe der Gemeinde“ ein neues „Benediktinerkloster“ gebaut wird, in das bis Ende 2005 mehrere Mönche einziehen werden.
WAHR dagegen, dass sich eine Gruppe zusammengefunden hat, um das Projekt „Benediktinerabtei Eiterfeld“ voran zu bringen: mit „Förderverein“, eigener Internet-Seite und so viel liebevollem Aufwand, detailverliebtem Ideenreichtum und Pfiff, dass wir zu diesem Aprilscherz einfach nur sagen können: „Hut ab“ – auch wenn’s ein Mönchskäppi ist!
6. „Genialer“ Coup: „Lokal-Spezialisten“ tischen „Enten“ künftig in eigener Kneipe auf
WAHR ist, dass es in Fulda 348 gradual unterschiedlichste „Speise-Möglichkeiten“ gibt, dass man zur Führung einer Gaststätte eine lediglich eintägige „Unterrichtung“ bei der IHK absolvieren muss und danach „fröhlich einschenken“ darf. Auch findet sich bisweilen in der „Posaune“ in der Löherstraße eine Art „Stammtisch“ von „gegenwärtigen und ehemaligen“ Mitarbeitern der Fuldaer Zeitung ein.
UNWAHR ist alles andere: einer namens Hanno Grootkopf, die Idee der Übernahme der kultigen Kneipe durch „FZ-Leute“, eine „Gäste-Genossenschaft“, die Umbenennung in „Lokal Genial“ und die Installation eines online mit der Zeitung verbundenen Computers zur schnellen Informationsübermittlung. Und selbstredend komplett ausgedacht auch die angeblichen „Aussagen“ von Verleger und Lokalchef. Sorry, liebe „Lokal“-Zeitung! Aber Euer hochtrabender Werbeslogan „Genial lokal“ war einfach zu verführerisch als Wortspiel.
7. Umzug aus Allgäu: neues Musikstudio „buchonia de luxe“ mit Werberadio
WAHR ist, dass sich der Eichenzeller Bürgermeister Rudolf Breithecker mal wie ein „Medienmogul“ fühlen konnte, so hinter dem Riesen-Regiepult und an all den Knöpfen und Reglern. Doch das war nicht vor der Eröffnung eines neuen Medienstandortes im Industriepark Rhön – sondern bei einem Besuch im Zweiten Deutschen Fernsehen, kurz ZDF, in Mainz. Auch den „Truck“ von Spediteur Claus O. Herzig gibt es – allerdings für Stückgut und nicht für Umzüge von Tonstudios.
UNWAHR ist: die Ansiedlung des neuen Musik- und Fernsehstudios „buchonia de luxe“ samt speziellem Werberadio, Homepage, Musikfest und Gästeliste.
8. Tolle Idee der Straßenbauverwaltung „spart“ Ausbau des B 254-Kreisels
WAHR ist, dass sich viele Berufspendler im Vogelsberg täglich über den Verkehrskreisel an der B 254 bei Lauterbach ärgern. Und dass ein Windrad-Schwertransport eine andere Strecke vorgeschrieben bekam – und dass die Straßenbauverwaltung plant, den Durchschnitt des Kreisels zu vergrößern, damit man besser „einfahren“ kann.
UNWAHR ist, dass den Verkehrsbeamten die Idee kam, die Streckenführung einfach „rumzudrehen“ – leider lassen sich die vermutlichen Mängel der Bauausführung nicht so einfach und so kostengünstig beseitigen. (Das hätte alle Verkehrsminister in Bund und Ländern sicher begeistert!)
9. Mehr Sicherheit für künftige Hessentage mit Vorauslöschfahrrad (VLF-H)
WAHR - der Hessentag 2009 wird tatsächlich in der Stadt Langenselbold im Main-Kinzig-Kreis stattfinden. Womöglich wird sich beim „Fest der Hessen“ dann auch als wahr erweisen, dass die räumliche Enge der „Hessentagsstraße“ mit Buden, Verkaufs- und Infoständen für große Feuerwehrfahrzeuge schwer zu bewältigen ist. Doch bisher haben es die Freiwilligen Feuerwehren landauf landab jedes Jahr – trotz bis zu einer Million Besuchern – geschafft, für die Sicherheit auf den Hessentagen zu sorgen. Das wird gewiss auch den Langenselboldern gelingen.
UNWAHR ist, dass ein Prototyp eines solchen „Feuerwehr-Fahrrades“ entwickelt wurde. Dabei sieht das Teil doch so echt aus – und so putzig mit Blaulicht und Martinshorn!! Dieser Aprilscherz der FFW Langenselbold war wirklich sehr gelungen und zeigt, dass die Feuerwehr-Kameraden dort nicht nur fachlich, sondern auch „humormäßig und kreativ sattelfest sind“. Klasse!
(ZUM LETZTEN: falls Ihnen die Wurstrezepte aus Schlüchtern, der „gläserne Aufzug“ am Eichenzeller Schlösschen und der Milseburgradweg im Fernsehen „verdächtig“ vorkamen – die waren echt. Alles andere - teils leider - auch) +++