Der Sommer beginnt und damit kommt die Zeit näher, in der viele Kinder und Jugendliche mit den Jugendfreizeiten von Stadt und Landkreis Fulda ihre schönsten Wochen des Jahres verbringen werden. Gemeinsam mit der DLRG Ortsgruppe Stadt Fulda wurde nun für die Erhöhung der Rettungsfähigkeit der Betreuerinnen und Betreuer gesorgt. Die DLRG Ortsgruppe Stadt Fulda hat zusammen mit dem 1. Kreisbeigeordneten Woide sowie dem Bürgermeister der Stadt Fulda Dr. Dippel die Betreuerinnen und Betreuer ins Stadtschloss eingeladen (Foto links), um dort in einem entsprechenden Rahmen die Rettungschwimmer-Ausweise zu übergeben.
Seit 1997 bildet die DLRG Ortsgruppe Stadt Fulda die Betreuerinnen und Betreuer aus, so Michael Hohmann in einer kurzen Einleitungsansprache. Insgesamt konnten schon über 90 Rettungs-schwimmer durch diese Kooperation ausgebildet werden. „Insbesondere in einer Zeit, in der die Bevölkerung sich immer mehr dem Freizeitsport am und im Wasser widmet, gleichzeitig aber aus Kostengründen Schwimmbäder geschlossen werden und somit nur noch rund 75 % der Bevölkerung gut schwimmen können, ist uns eine solche Breitenausbildung wichtig“ betont Michael Hohmann. „Die Betreuerinnen und Betreuer sind durch die fundierte Ausbildung in die Lage versetzt worden, schnell und qualifiziert Entscheidungen zu treffen, wie geholfen werden kann. Und natürlich haben alle auch gelernt, wie gerettet wird!“
Bürgermeister Dr. Dippel und 1. Kreisbeigeordneter Woide zollten den Betreuerinnen und Betreuern Respekt, die eine weitere Qualifikation erworben haben, die über deutlich die gestellten Anforderungen für die Betreuung von Freizeiten hinausgeht und haben bereits zugesagt, dass dieses Ausbildungsangebot auch in Zukunft weitergeführt werden soll.
DLRG-Motto 2005 „Mehr Rettungsschwimmer – Mehr Sicherheit“
Jährlich stellt der DLRG Landesverband ein Jahresmotto auf, das einen bestimmten Schwerpunkt neben der „normalen“ Arbeit der Lebensretter in Hessen darstellen soll. Hintergründe über das Jahresmotto 2005 stellen wir als Hintergrundinformation in dieser Presseinformation zusammen. Das Jahr 2005 steht für die DLRG in Hessen unter dem Motto „Mehr Rettungsschwimmer – mehr Sicherheit“.
Dass dieses Motto einen aktuellen Bezug hat, daran dürften nach diesem schönen Wochenende keine Zweifel bestehen: Am vergangenen Donnerstag (Fronleichnam) kam es in Hessen zu mindestens zwei folgenschweren Badeunfällen. Auf dem Rhein vor Wiesbaden drohte ein Kleinkind zu ertrinken, als es mit seiner Luftmatratze unterwegs war, ein weiterer Unfall ereignete sich in Nordhessen. Am Freitag ist ein junger Mann im Bereich Gießen ertrunken, der mit seinen Freunden Schwimmen gegangen war. Als er zu ertrinken drohte, konnten ihm seine Freunde nicht helfen. Am Wochenende ereigneten sich insgesamt drei Badeunfälle, zum Beispiel am Edersee, wo ein junger Mann nach einem Sprung in das flache Wasser schwere Wirbelsäulenverletzungen davongetragen hat. Und seit Sonntag wird ein Schwimmer im Stadtbereich Kassel nach dem Schwimmen in den BuGa-Seen vermisst.
Im Jahr 2004 sind wieder über 470 Menschen ertrunken. Die DLRG verzeichnet in den Statistiken, dass über 600 Menschenleben durch den Einsatz unserer Rettungsschwimmer gerettet werden konnten. Dabei ist die Tendenz festzustellen, dass sich Unfälle in den Bereichen ereignen, die nicht durch Aufsichtspersonal, also von der DLRG ausgebildetes Aufsichtspersonal, bewacht werden. Die Gliederungen der DLRG in Hessen bemühen sich zwar um einen flächendeckenden Aufsichtsdienst, stoßen wir aber einerseits an personelle Grenzen, gleichzeitig auch an finanzielle, da das Unterhalten von Rettungsstationen natürlich eine ordentliche Ausstattung mit modernem Gerät erfordert.
"Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, möglichst viele Rettungsschwimmer in der Breitenausbildung auszubilden, die dann in ihrem Umfeld qualifiziert mit den richtigen Rettungstechniken schnelle Hilfe leisten können sollen" heißt es von der DLRG.
In Fulda haben daher neben rund 15 Betreuerinnen und Betreuern bereits ca. 25 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Winfriedschule Fulda im Rahmen des normalen Sportunterrichtes die Rettungsschwimmprüfungen erfolgreich abgelegt. Derzeit nehmen noch die Mitglieder des Schwimmbadvereins Dalherda an der Ausbildung teil, um die Sicherheit im dortigen Freibad mit zu verbessern. Auch für die Zukunft besteht die Notwendigkeit, die Rettungsschwimmausbildung in der Region zu intensivieren.
Der Trend in unserer Gesellschaft ist immer mehr davon geprägt, dass wir uns angenehmen Freizeitbeschäftigungen widmen, erklärte die DLRG. Der Trend geht dabei auch immer weiter Richtung Wassersport. Denken Sie dabei nur an den Tauchsport, Wasserski-Vergnügen oder den Besuch von Freizeit- und Spaßbädern oder Kanufahren. Gleichzeitig werden landauf landab viele Bäder geschlossen, in denen dann kein Schwimmunterricht mehr angeboten werden kann. Der Bereich der Stadt Fulda ist von einer solchen Entwicklung durch den Hallenbad-Neubau verschont.
Gleichzeitig weist die DLRG darauf hin, dass auch das Bad in Neuhof geschlossen wurde, in Gersfeld macht man sich angesichts der Finanzlage ernsthafte Sorgen um den Fortbestand der Freibäder. Sicherlich keine Einzelfälle, macht sich doch auch der Gemeindevorstand in Hosenfeld Gedanken um eine Renovierung, die Stadt Tann überlegt auch, wie das vorhandene Bad an die bestehenden Anforderungen angepasst werden kann.
Die Schulkinder werden nicht mehr vollzählig im Schwimmen unterrichtet. Hierzu fehlen ausreichende Schwimmbad-Kapazitäten. Demgegenüber steht der beschriebene Freizeit-Trend. Eine von der DLRG in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass bundesweit ca. 1/5 der Bevölkerung von sich selbst behauptet, nicht oder nur schlecht schwimmen zu können. In Hessen können nach dieser Studie nur noch rd. 75 % der Schulkinder schwimmen. Vor einigen Jahren waren es noch rd. 90 %! Diese Kinder gehen aber aus Angst davor, ausgeschlossen oder gehänselt zu werden, oftmals ins Wasser.
"Eine gefährliche Konstellation" meinte die DLRG. Diese Schulkinder und Jugendlichen sind genau die Zielgruppe, die mit den Betreuerinnen und Betreuer die schönste Zeit des Jahres an Nord- und Ostsee oder im Binnenland an Badeseen bzw. in Bädern verbringen. +++