Der langjährige frühere Fußballspieler (1995 - 1999) von Borussia Fulda, Olivier Djappa (35), hat beim jetzigen Landesligisten Borussia Fulda wieder einen Vertrag unterzeichnet. In den Räumlichkeiten des Hauptsponsors Rhön-Sprudel in Ebersburg (Kreis Fulda) stellte der fußballspielende Vereinspräsident Kai Möller heute Nachmittag seinen neuen "Star" vor. Nach fast einjährigen Gesprächen und Verhandlungen sei gestern Abend der Amateurvertrag für die Dauer von einem Jahr unterzeichnet worden, sagte Möller. "Wir brauchen Olivier als Publikumsliebling und er soll ein paar tolle Tore schießen", sagte Möller.
Für ihn ist klar, dass die relativ junge Fußball-Mannschaft alleine nicht überleben könne, sondern auch drei oder vier erfahrene und ältere Spieler als "Gerippe" brauche. Dazu zählte Möller (er ist 32) auch Djappa, Mike Voll (29) und Torwart Roland Borrmann (32). Und zur Zukunft hieß es: "Borussia hat einen Namen und Stellenwert, den gilt es zu pflegen - und sich im oberen Drittel zu etablieren". Für die kommende Saison sei allerdings Lehnerz "der ganz klare Favorit".
"Ich bin gekommen, um zu helfen" sagte Djappa. Er wisse um die positiven Erinnerungen Ende der Neunziger Jahre an Borussia Fulda und sei Kai Möller dankbar, dass er ihm auch die "wichtige Ausbildung" ermöglichen wolle. Um allen Spekulationen vorzubeugen machte Möller klar, dass er Djappa nicht geholt habe, weil beim gebeutelten Verein "wieder der Wohlstand ausgebrochen ist". Der 35-Jährige werde vielmehr in Kürze ein Praktikum in der Fitness- und Freizeitinsel beginnen und dann im Herbst werde ihm eine Ausbildung zum Fitness-Kaufmann ermöglicht.
Auch um Djappas Familie - die erst zum Jahresende nach Fulda umziehe - kümmere sich der Verein. "Olivier nimmt seine Angelegenheit selbst in die Hand - und wir unterstützen ihn dabei" sagte Kai Möller. Er habe auch keinen Patienten nach Fulda geholt, sondern eine Persönlichkeit, die mit ihrer Erfahrung und Können "in gewisser Weise junge Leute führen kann".
Hauptsponsor Egon Schindel und seine Schwester Gabriele Nitz - die mit "Rhönsprudel" seit nunmehr 13 Jahren dem Verein Borussia Fulda die Treue halten - legten ein ausdrückliches Bekenntnis zu ihrem Engagement ab. "Es ist ein Stück Idealismus" meinte Schindel und verwies darauf, selbst "drei Niedergänge" des Verein in unterschiedlichen Positionen miterlebt zu haben. "Borussia Fulda ist nach wie vor das Aushängeschild der Region" lobte Gabriele Nitz und betonte das "enorme Engagement" von Kai Möller, der den Verein "gut in Form" gebracht habe. Sie sprach zugleich von einem "tollen Schachzug" mit der Rückkehr von Djappa, der andere Spieler auf sich ziehe, damit die eigenen Mannen "Tore schießen" könnten.
Der ganz besondere Dank von Kai Möller galt natürlich auch Geldgebern und Sponsoren, die den weiteren Betrieb des Vereins "auf Sparflamme" möglich machten. In erfrischender Offenheit ("Ich lasse mich nicht verbiegen") legte er auf Journalistenfragen Details auf den Tisch. Der Etat für die kommende Saison habe ein Volumen von 220.000 Euro, worin 60.000 Euro "Altlasten-Zahlungsverpflichtungen" enthalten seien. Wenn dieses Geld zurückgezahlt sei, dann könne er "schuldenfrei" vermelden.
Und in diesem Zusammenhang gab Möller noch Details bekannt, wie und wo er konsequent sparen wolle. So sei etwa die Vereins-Geschäftsstelle im Stadion aufgelöst und in seinen Geschäftsräumen in der Propstei Johannesberg eingerichtet worden. Gespart werden könne beim Telefon, beim Putzen oder anderen Nebensächlichkeiten - immer wieder seien dies einige hundert Euro. Zu 80 Prozent sei der Etat derzeit abgedeckt - und dabei habe er noch nicht einmal die Einnahmen von Zuschauern eingerechnet.
Stichwort Zuschauer: darauf wollte sich Möller überhaupt nicht einlassen, er sei kein Freund von reinen Zahlen. Er würde sich sehr freuen, wenn die Menschen an ihn, seine Ideen und die jetzige Mannschaft glaubten. "Ich hoffe, wir sehen im Stadion bald wieder viele der >alten< Borussen".
Wenn alles klappt, dann ist Djappa bereits am kommenden Dienstag beim Pokalspiel gegen Flieden im Fuldaer Stadion dabei. Man darf gespannt sein, in welcher Besetzung die Fußballer aus dem "Königreich" auflaufen werden.
Möllers Devise lautet unverändert: "Spaß haben und bezahlbar bleiben". Dies gilt auch mit Blick auf die Zukunft. Solange es notwendig sei, bleibe er auch "Spieler-Präsident". Er schloss nicht aus, dass Borussia vielleicht in zwei Jahren einen "Anlauf in Richtung Oberliga" macht ... aber vielleicht dauert es auch nur eines oder sogar drei Jahre. "Wir müssen nicht, ...aber wenn es klappt...". (ma) +++