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Der Traditionsclub soll wieder "zu Ehren" kommen - Alle Fotos: Martin Angelstein

Gute Laune (v.l.) Kai Möller, Wirtschaftsminister Rhiel und GROMA-Chef Wolfgang Wehner

05.08.05 - Fulda

Sponsoren-Beifall für Zukunftskonzept - Borussia Fulda bald schuldenfrei

"Wir wollen uns mal untereinander kennenlernen und vielleicht dann sogar ein eigenes Netzwerk bilden". Große Hoffnungen hatte der Spielerpräsident von Borussia Fulda, Kai Möller, gestern Abend in das erstmalige Clubtreffen der Borussen-Sponsoren gesetzt - und er wurde nicht enttäuscht. Etwa 60 Inhaber, Eigentümer, Geschäftsführer oder auch Vertreter von Sponsorenfirmen folgten dem Ruf in die barocke Propstei Johannesberg am Stadtrand von Fulda. Hier gab es mit kurzen Rede, viel Lob und Hoffnung für die Zukunft, etwas Kultur und natürlich einem perfekt gelungenen Essen von Möllers Partyservice einen "rundum gelungenen Abend" - und als Wichtigstes - natürlich auch ein Stück Dankbarkeit an die Sponsoren.

"Wir wollen in 2006 schuldenfrei sein" kündigte Möller an und bekam für seinen bedingungslosen Sparkurs uneingeschränkte Zustimmung. Ohnehin ist die finanzielle Wende des Traditionsvereins Borussia Fulda ein "kleines Wunder", denn vor nicht allzu langer Zeit stand der Fußballclub wegen Überschuldung fast vor der Insolvenz.

Dass dies nicht passierte, ist der bedingungslosen Arbeit des Präsidenten Kai Möller, aber auch dem "Glauben an Borussia" in Form unglaublicher Forderungsverzichte durch viele Sponsoren und Geldgeber zu verdanken. Von einer "überdimensionalen Leistung" sprach Möller, als er besonders Egon Schindel und seiner Schwester Gabriele Nitz vom Hauptsponsor "Rhön Sprudel" sowie Peter Enders vom gleichnamigen Fuldaer BMW-Autohaus Krah & Enders dankte. "Ohne die Drei wäre das letzte Jahre nicht gelaufen".

Möller will dem Traditionsverein wieder ein "gutes Image" und "einen Namen" zurückgeben, den er früher einmal besaß. Die Vergangenheit mit der finanziellen und sportlichen Talfahrt sei vorüber und jetzt gelte es, in die Zukunft zu blicken. In diesem Zusammenhang dankte der umtriebige Spielerpräsident besonders seiner Lebensgefährtin Nadja, "die mit mir und Borussia unglaubliche Belastungen aushalten musste".

Lob für Möller gab es gestern Abend im brocken Prachtsaal der Propstei (Roter Bau) gleich von mehreren Seiten. Hessens Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel - der Möller auch in seiner früheren Funktion als Fuldaer Oberbürgermeister kannte - nannte dessen Engagement "beispiellos und beispielgebend". Borussia Fulda habe gezeigt, dass ein Verein nie sicher vor strukturellen Verwerfungen sein könne.

In diesem Zusammenhang lobte Rhiel auch Trainer Henry Lesser als "wichtige Konstante und guter Geist". Der Verein gehe jetzt den richtigen Weg: "Im Zweifel auf sportliche Abenteuer verzichten, um kein finanzielles Abenteuer zu erleben". Auch er - Rhiel - unterstütze die Bemühungen, damit der "Mythos Borussia" erhalten bleibe und dieses Feuer weiter angefacht werde.

Aber auch Fuldas Bürgermeister und Sportdezernent Dr. Wolfgang Dippel - eigens aus dem Urlaub zum Sponsorenabend herbeigeeilt (Kai Möller: "Der Wolfgang ist unser Schutzpatron") - nannte Borussia eine "Herzensangelegenheit" und betonte den Stellenwert des Vereins. Die "jungen Wilden mit der schwarzen Perle" (Djappa) sollten Tore machen und die hohen Erwartungen erfüllen.

Dippel machte aber zugleich auch deutlich, dass ihn seine Funktion als Sportdezernent mit der Verantwortung für 81 Sportvereine in Fulda zur Neutralität verpflichte. Die Stadt stehe hinter ihren Vereinen, sagte der Bürgermeister und wünschte sich "Power Fußball" im Stadion. Dippel, der in seiner Jugend selbst Fußball spielte, nannte als Favoriten für die kommende Saison Lehnerz, Borussia Fulda und .. Petersberg (in dieser Reihenfolge).

Mit einem kurzen Grußwort reihte sich auch der 1. Kreisbeigeordnete Bernd Woide in die Phalanx der Redner ein. "Unterstützen Sie Borussia Fulda - der Verein und Kai Möller haben es verdient" sagte Woide. Worte der

Dankbarkeit, der Besinnung wie auch einer gewissen Zuversicht kamen auch von anderen Rednern. Durch ihre Äußerungen zog sich eine Art roter Faden: Borussia Fulda ist schon ein Erlebnis - und jetzt auch zu einem Netzwerk der Hilfsbereitschaft geworden.

Ganz professionell zeigte sich der Verein bei der Medienpräsentation. Die anwesenden Gäste erhielten eine sehr ausführliche dunkelrote Mappe mit der Aufschrift "BORUSSENNEWS", die in schonungsloser Offenheit ein sehr umfangreiches Zahlenwerk präsentierte. Gleichzeitig ist die kompakte Zusammenstellung auch ein tolles Zeugnis für den "Kampf ums Überleben" und die Tatsache, dass Präsident Möller jetzt sogar die Bemerkung abgeben kann: "GESCHAFFT!".

Innerhalb der nur sehr kurzen Zeit von über einem Jahr - mit einer schweren sportlichen Saison - haben viele helfende Hände das Defizit von etwa 800.000 (!) Euro auf das jetzige "gesunde Defizit von 60.000 Euro" geführt. Viele Sponsoren haben verzichtet oder reduziert und auch die finanziellen Leistungen wurden radikal zusammengestrichen. "Das Geld, das früher zwei Spieler in einem Monat bekamen, damit muss heute die komplette Mannschaft auskommen" sagte Möller.

Aber auch Antworten auf Fragen nach der Zukunft blieb Kai Möller den Sponsoren nicht schuldig. Sein Motto lautet: "Schuldenfrei um jeden Preis". Die Jugend solle auf einem gesunden Niveau betreut werden und nicht mehr als eine Mannschaft sollte in jeder Altersklasse spielen. Der Verein sei auch mit den neuen Verpflichtungen um Djappa, Link, Voll, Franz u.a. nicht in "alte Zeiten" zurückgekehrt, sondern habe der Mannschaft aus "Jungen Wilden" ein etwas reiferes Gesicht verpasst. Der Verein wolle mit allen Mitteln versuchen, den "Jungs auch eine berufliche Basis zu bieten" oder sie auf anderen Wegen zu unterstützen.

"Wer tief gefallen ist, kann auch wieder nach oben kommen, aber nur dann, wenn er verstanden hat, warum er gefallen ist´" sagte Möller abschließend. Sein Credo am Ende: "Auf in den Kampf um den Titel".

Zum Sponsorenclub von Borussia Fulda gehören: Rhön-Sprudel, Autohaus Fulda Krah + Enders, Kropp-Bau, Adecco, Schäfer-Bedachung, GROMA, Mercedes-Benz Fulda, Hochstift-Pils, Pappert´s Bäckerei, Kalkwerke Meister, Zufall-Spedition, Logo-Getränkefachmarkt, Sparkasse Fulda, Konzept & Idee-Marketingagentur sowie viele weitere kleinere Unterstützer.. +++


Sparkassen-Vorstand Alois Früchtl (links) und Mercedes-Chef Axel Könemann

Ptra Dehler-Udolph und Manfred Schüler von der Kreishandwerkerschaft...


Gabrile Nitz und ihr Bruder Egon Schindel (Mitte) vom Hauptsponsor "Rhön-Sprudel"

Auch ein Fußballfan mit "Leib und Seele": Oliver Kropp (Mitte)




Kai Möller mit seiner Lebensgefährtin Nadja--

Hat gut lachen: logo-Marktchef Matthias Heurich..


Wirtschaftsminister Rhiel und Messe-Chef Dieter Udolph (rechts)

...und auch Bürgermeister Dippel (links) unterbrach seinen Urlaub


Etwa 60 Sponsoren kamen in den Festsaal der barocken Propstei Johannesberg

Kai Möller hatte vielen zu danken...


Die Stimmung war gut....

..und Wirtschaftsminister nannte die Veränderung "beispiellos und beispielgebend"


Blumen für die Lebensgefährtin Nadja ...

Gab dem Empfang einen "runden Rahmen": das Gesangs-Duo "Duelle" mit Marina Gajda (Piano)....


...und der Sängerin Marianne Blum.

Und dann im Hof der Propstei Fußballschießen...


...auf die klassische Torwand..


Ein Abend mit netten Menschen und Beifall für Möllers Zukunftskonzept....

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