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Lilienthal stürzte am 10. August 1896 in der Nähe von Berlin ab. - Fotos: Max Colin Heydenreich

Heute Vormittag wurde am Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe dem Flugpionier Otto Lilienthal gedacht.

07.08.05 - Wasserkuppe

Gedächtnis an Otto LILIENTHAL, den "Missionar des Menschenfluges"

Otto Lilienthal gilt als "Missionar des Menschenfluges". Er schrieb Ende der 1890er-Jahre Luftfahrtgeschichte und nimmt in den Köpfen und Herzen aller flugbegeisterten Menschen einen besonderen Platz ein. Wenn sich der Todestag Lilienthals (10.08.1896) nähert, wird auf der Wasserkuppe seiner Person und der Piloten gedacht, die in Ausübung von Beruf und Hobby ihr Leben verloren. Eine Tradition, die seit mehr als 50 Jahren Bestand hat. Fliegerdenkmal und Ehrenhalle der Deutschen Flieger bildeten heute Vormittag die Kulisse für die Gedächtnisfeier und Kranzniederlegung.

Dr. Peter Korell vom Bundesluftfahrtamt Braunschweig erinnerte in seiner Rede weniger an Lilienthals Beiträge zur Entwicklung der Luftfahrtgeschichte, sondern an den Menschen Otto Lilienthal, der offenbar ein Multitalent war. Ein Blick in die Biografie verrät: Der Mann war nicht nur ein flugbesessener Tüftler und Ingenieur, sondern auch ein erfolgreicher Unternehmer, Schriftsteller und Schauspieler. Über 20 Patente seien von Lilienthal bekannt, berichtete Korell. Darunter Dampfkessel-, Dampfmaschinen oder eine Schrämmmaschine, die allerdings nicht den gewünschten unternehmerischen Erfolg gebracht hätten.

Auch die ausgereiften Entwürfe für ein Kinderspielzeug mußten abgegeben werden, da die Entwicklung zu teuer gekommen wäre. Friedrich A. Richter kaufte sie und machte den Anker-Steinbaukasten weltberühmt. Er wird noch heute hergestellt und erhielt nach den Worten Korells 1998 in den USA den "Oscar der Spielwarenindustrie". Doch im Jahr 1881 sei das Patent für einen Schlangenrohrkessel ein "Renner" gewesen, so dass aus Lilienthals kleiner Werkstatt schnell eine Fabrik mit mehreren hundert Mitarbeitern wurde, so der Festredner.

1889 veröffentlichte Lilienthal sein bahnbrechendes Werk "Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst". Er war überzeugt von der Idee, dass bei der Überwindung der Schwerkraft die Natur der beste Lehrmeister ist. Der Erfolg gab ihm recht: In den Jahren 1891 bis zu seinem tödlichen Absturz im August 1896 führte Otto Lilienthal über 2000 Gleitflüge mit bis zu 300 Metern Länge durch. Bis zu seinem Absturz hatte er 18 verschiedene Typen von Hängegleitern entwickelt und gebaut. Sein tödlicher Absturz wurde weltweit als Tragödie und schwerer Rückschlag für die "Fliegekunst" angesehen.

Der französische Flugpionier Ferdinand Ferber schrieb später:

"Eine Flugmaschine zu erfinden bedeutet wenig, sie zu bauen nicht viel, sie zu versuchen alles!" +++


Zur Gedächtnisfeier kamen heute etwa 50 Flugbegeisterte auf die Wasserkuppe.

Dr. Peter Korell vom Bundesluftfahrtamt erinnerte an Lilienthal...


...dessen Verdienste für die Luftfahrt und vielen Talente.

Werner Mattern (li.) und Dr. Manfred Neidert (Vizepräsident der Gesellschaft zur Förderung des Segelfluges auf der Wasserkuppe) legten am Fliegerdenkmal einen Kranz nieder.


Trotz früher Stunde, herbstlicher Temperaturen und Nebels hörte die Gäste dem Festredner gespannt zu

Im Lilienthalhaus am Sarkophag des "Toten Fliegers" wurde denen gedacht, ..


..die in Ausübung von Beruf und Hobby ihr Leben verloren.


Das weltberühmte Glasbild in der Ehrenhalle auf der Wasserkuppe....

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