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18.08.05 - Fulda

Mehr Spielplätze? GRÜNE reagieren auf Stellungnahmen von MÖLLER und DIPPEL

Die Diskussion um die Spielflächen für Kinder in Fulda geht weiter. Während sich die GRÜNEN-Fraktion am Montag in einer Pressemitteilung empört über das geplante "Sturmiusdenkmal" auf dem Universitätsplatz äußerten und im Zuge dessen auf die Platzproblematik im Außenbereich der Dalbergschule hinwiesen, hatten sowohl Oberbürgermeister Gerhard Möller als auch Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel am Dienstag auf die Kritik reagiert.

In Möllers Stellungnahme hieß es, die Kritik der GRÜNEN sei "voreilig und konstruiert". Dass die Belange der Dalbergschule eigehend berücksichtigt werden müssten, sei völlig klar. Und weiter: Über die Randbebauung sei noch gar keine Vorentscheidung getroffen worden. Bürgermeister Dr. Dippel hatte erklärt, dass im Stadtgebiet zahlreiche Spielmöglichkeiten zu Verfügung stünden. Darüber hinaus sei eine Arbeitsgruppe mit der Dokumentation aller möglichen Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsräume beauftragt worden. Die GRÜNEN reagierten heute mit folgender Pressemitteilung:

"Da erzählen Sie nichts Neues Herr Bürgermeister. Die Aufstellung der Flächen, die sich als Spielflächen für Kinder eignen, wurde im Sozialausschuss bereits zu Zeiten Ihres Vorgängers angekündigt", erklärt GRÜNEN-Stadtverordnete Ute Riebold. Dass überhaupt eine Aufstellung solcher Nischen nötig sei, verdeutliche, wie rar gesät Plätze seien, wo sich Kinder austoben könnten. Diese lägen nicht mehr direkt vor der Haustür, wo sie natürlicherweise auch gebraucht würden.

DIE GRÜNEN vermissen in der Stellungnahme von Bürgermeister Dippel eine Positionierung zur geplanten Bebauung einer Teilfläche des Dalberg-Schulhofes: "Herr Dippel als Schul- und Jugenddezernent können Sie eine solche Planung doch nicht ignorieren. Ich hoffe, Ihr Schweigen bedeutet nicht Zustimmung. Bedenken Sie bitte, dass dieser Hof auch Sportplatz ist und die Innenstadtkinder in der Regel ein Wohnumfeld haben, dass ihrem Bewegungsdrang nur sehr unzulänglich Raum biete."

Die geplante Liste sei ja nicht verkehrt, "aber was nützt einem in der City wohnenden Kind, wenn es von dem Bolzplatz in Oberrode, dem Wendehammer in Horas und der Brachfläche in Istergiesel weiß?" Auch könne diese nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer mehr Freiräume wegfallen würden. Selbst offizielle Spielflächen würden umgewidmet oder dürften nicht genutzt werden: "Die Rollschuh-/Eislauffläche hinter dem ehemaligen Zentralbad wurde zum Parkplatz erklärt, der Bolzplatz in Lehnerz wird zum großen Teil bebaut. Seit Jahren fordern wir - in den meisten Fällen vergeblich -, Pausenhöfe auch außerhalb der Schulzeiten für die Kinder nutzbar zu machen. Das Beispiel einer Schule in Fulda, in der der Streetballkorb in den Ferien mit Eisenkette und Schloss gesichert wurde, sei nur am Rande erwähnt."

Die stete Reduzierung der Flächen für Kinder und Jugendliche sei auch ein Grund dafür, weshalb immer mehr Anwohner der letzten Nischen sich über Kinderlärm beklagten. "Kinderspiel gehört nicht mehr zum normalen Alltag. Daher werden entsprechende Klänge als störend empfunden." Verstärkt werde dies dadurch, dass die Konzentration auf wenige Flächen natürlich dort auch einen höheren Geräuschpegel verursache.

Zu dem Vorwurf des Oberbürgermeisters, die GRÜNEN-Kritik sei "voreilig und konstruiert", entgegnen sie: "Das kennen wir. Wir halten es jedoch auch hier für notwendig, solche eklatanten Interessenkonflikte bereits im Vorfeld zu thematisieren, nicht erst, wenn bereits fertige Planungen vorliegen und in den Ausschüssen nur noch abgenickt werden sollen. Konstruiert sind unsere Befürchtungen bezüglich des Dalberg-Schulhofes nun leider wahrlich nicht. Aber es ist sehr schön, dass Sie noch offen dafür sind, auch andere Planungsvorschläge weiter zu verfolgen. Das ging bei der Vorstellung der bisher favorisierten Varianten unter."

DIE GRÜNEN freuten sich, dass Bürgermeister Dippel sich nicht dagegen ausgesprochen habe, bei der Umgestaltung des Universitätsplatzes die Interessen der Kinder einzubeziehen. "Wir wollen den Uniplatz ja nicht in eine Riesensandfläche verwandeln und die Wegebeziehungen durch Schaukeln, Klettergerüste und Rutschen versperren. Wir schlagen vor, durch einen entsprechend gestalteten Trinkwasserbrunnen, Kindern eine Spielfläche zu bieten und damit auch die Aufenthaltsqualität für 'ehemalige' Kinder zu erhöhen. Und das Ganze käme eher nicht teurer als ein Sturmiusdenkmal", betont Ute Riebold abschließend. +++

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