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11.09.05 - Sport-News 2

Hessen-Liga: RSC Fulda weiter ohne Sieg - 4. Niederlage in Folge für Ringer

Am Samstag, den 10.09.2005 war ein weiterer trauriger Tag für die Ringer aus Fulda. Gegen den bis dahin Tabellen Dritten SV Fahrenbach hatte sich die Mannschaft des RSC Fulda einen Sieg erhofft. Leider konnte das Ziel nicht erreicht werden und der RSC verlor mit 12:27 Punkten. Auf der Tabelle hat der Verein unter den 10 Mannschaften der Hessen-Liga jetzt den Rang 9 eingenommen.

Die Nerven lagen blank, da die Fuldaer bisher im 4. Kampf weiterhin sieglos blieben. Nach Auffassung des Verein seien dazu noch einige zweifelhafte Kampfrichterentscheidungen gekommen, bei denen dem Mannschaftsführer und Abteilungsleiter, der selbst eine Kampfrichterausbildung besitzt, die Emotionen "hochkochten". Hasan Karslioglu handelte sich eine Verwarnung ein - auf Grund seiner vielen Proteste. „Der Kampf hätte anders ausgehen können, wenn die Regelungen klar definiert wären und nicht im Ermessen des Kampfleiters lägen. Mit einem Kampfleiter mit Bundeslizenz wäre dies nicht passiert“, erklärte der Mannschaftsführer nach dem Spiel.

Leider sehe sich der RSC noch nicht in der Lage, die Mannschaft komplett zu stellen: somit lief die Gewichtklasse 55 kg leer und bescherte dem Gegner 4 Mannschaftspunkte. Auch in der Klasse 50 kg bestehe noch eine klare Schwäche und der RSC musste 4 Punkte durch Aufgabe abgeben. 60 kg wurde von Eugen Ginkel besetzt, der eine gute Leistung zeigte und eigentlich der aktivere Ringer war. Hier sei es - nach Ansicht des Vereins - zum ersten Mal zu zweifelhaften Wertungen gekommen, weil etwa die Punkte für das Verlassen der Sicherheitszone einige Male nicht gegeben wurden. Ginkel verlor letztlich in der dritten Runde auf Schulter.

Der Kampf in 66 kg griechisch-römisch von Vasilij Zelich sei mit Abstand der spannendste Kampf gewesen und über alle 5 Runden gelaufen. Alle Runden wurden über den Clinch (früher Zwiegriff) entschieden. Wenn beide Ringer keine Punktewertung in einer Runde erzielen, kommt es am Ende zum Clinch. Der Ringer, welcher das Los erhält (Wurf einer kleinen Scheibe mit den Seiten rot und blau) muss greifen und muss innerhalb 30 Sekunden eine Wertung erzielen. Gelingt dies ihm nicht, gewinnt der andere Ringer die Runde. Die erste Runde entschied Vasilij Zelich für sich, er war hier auch der Losgewinner. Die zweite Runde ging dann an seinen Gegner, welcher dort Losgewinner war.

Die Entscheidung dabei sei aber auch zweifelhaft gewesen: weil nicht klar gewesen sei, wer den Kreis zuerst verlassen habe. In der Dritten Runde konnte sich Vasilij Zelich trotz Los nicht durchsetzten und verlor, in der vierten Runde wurde er Sieger, weil sein Gegner in den 30 Sekunden keine Wertung machte. In der alles entscheidenden fünften Runde war Losgewinner sein Gegner aus Fahrenbach. Vasilij habe sich zunächst gut gehalten, doch dann sei nicht ganz klar gewesen, wer "den Griff gezogen" habe. Der Kampfrichter entschied sich für den Gegner aus Fahrenbach, es gab eine 2:3 Punkte Wertung.

66 kg Freistil, besetzt mit Andreas Schaubert, sei dann endlich der erste klare Erfolg für die Fuldaer gewesen. Andreas Schaubert schulterte seinen Gegner in der ersten Runde und holte 4 Mannschaftspunkte für Fulda. Eugen Gentner konnte studienbedingt in der Klasse 74 kg griechisch-römisch nicht antreten. Der leider momentan verletzte Neuzugang Ingolf Grüssner habe die Mannschaft komplettiert. Auf Grund von 200 g Übergewicht seien aber auch hier die 4 Mannschaftspunkte kampflos an Fahrenbach gefallen: diese Punkte hätte der RSC aber sowieso abgegeben, da Grüssner aufgrund der Verletzung nicht einsatzfähig war.

Der Verein erhoffte sich im Freistil in dieser Gewichtsklasse dann eigentlich weitere Mannschaftspunkte, doch auch daraus wurde nichts. Mahmut Akdogan habe sich in einer unglücklichen Situation in eine gefährliche Lage gebracht, hätte sich aber zunächst fast rausdrehen können. Beim zweiten Versuch sei dies Akdogan auch gelungen, doch da er über seine Schultern gerollt sei, habe der Kampfrichter zum Schultersieg abgeklopft. Vereinssprecher erklärten, es sei ärgerlich gewesen, dass der Kampfleiter aus seinem Standpunkt einen Schultersieg gar nicht klar habe sehen können und die Emotionen auch der Fuldaer Fans explodiert seien: es gab ein Pfeifkonzert für den Kampfrichter.

Mannschaftspunkte konnte der RSC dann wieder in der Klasse 84 kg mit Zacharias Vakalov erzielen. Zacharias gewann die erste Runde klar mit einer 5er Wertung (Griff mit höchster Amplitude), die weiteren beiden Runden gewann er nach Punkten und holte 3 Mannschaftspunkte für Fulda. In 96 kg sei Andreas Eisfeld nicht sehr erfolgreich gewesen und habe in der ersten Runde auf Schulter verloren. Die letzten klaren Punkte holte der RSC Fulda nur noch mit seinem Schwergewicht in 120 kg Amir Kashani Fazel, der ganz klarer Favorit in diesem Kampf war. Er siegte in der ersten Runde durch technische Überlegenheit und in den beiden weiteren Runden nach Punkten.

Nach wie vor bleibt der RSC somit auf dem vorletzten Tabellenplatz. Nach Angaben des Vereins werde der nächste Gegner Hösbach auch ein "harter Brocken". Zielsetzung sei auf jeden Fall mindestens Kahl und Dieburg zu schlagen und die Liga zu halten. Nach vier Niederlagen hintereinander falle die Motivation in der Mannschaft auch nicht mehr so leicht. Doch ein Vereinssprecher erklärte: "Wir werden unser bestes geben, um zumindest nicht abzusteigen und noch den ein oder anderen Sieg zu holen. Wir geben nicht auf." +++

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