Der Tabellenzweite Borussia Düsseldorf möchte seine Erfolgsserie am heutigen Freitagabend mit einem Sieg gegen Fulda-Maberzell fortsetzen. "Das ist für uns das wichtigere Spiel an diesem Wochenende", betont Trainer Andreas Preuß. "In der Champions League gegen Niederösterreich dürfen wir verlieren, gegen Fulda müssen wir gewinnen – das ist das Pflichtprogramm." Aber alles andere als eine leichte Aufgabe, meint Enno: "Fulda ist für mich der stärkste Aufsteiger: Feng Zhe ist ein Topmann und spielt oben vielleicht noch besser als in der letzten Saison bei Würzburg unten; und Waldner ist immer noch in guter Verfassung und jederzeit für zwei Punkte gut."
Auch für so einen alten Bundesliga-Hasen wie Preuß ist es immer noch etwas ganz besonderes, wenn ein Waldner in die Halle kommt. "Die Vorfreude ist groß, auch bei unseren Spielern. Ich selbst habe damals mal im Doppel die Aufschläge des 16-jährigen Waldner annehmen müssen, das war sehr unangenehm", erinnert sich der Coach. In der Vorbereitung sieht Preuß den Gegner etwas im Vorteil: "Der Kern der Fuldaer Mannschaft ist vielleicht etwa regenerierter als wir nach den China und Japan Open. Sein Muskelfaserriss im Oberschenkel ist auskuriert, aber Bastian Steger lief am Dienstag noch wie eine Leiche herum, und auch Christian Süß hatte mit dem Jetlag zu kämpfen.
Dass wir erneut auf Danny Heister verzichten müssen, macht die Aufgabe auch nicht einfacher." Trotzdem will Preuß gewinnen, um mit 7:1 Punkten zu starten: "Das wäre der perfekte Auftakt für uns. Es ist wichtig, gerade am Anfang viele Punkte zu holen. Wir werden auch noch unsere Probleme bekommen, weil uns Michael Maze nicht immer zur Verfügung steht."
Nach zwei Niederlagen gegen Spitzenmannschaften ist Aufsteiger TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell "schon auf dem Boden der Tatsachen angekommen", wie es Manager Stefan Frauenholz formuliert. "Aber die zwei Punkte vom Auftaktsieg gegen Grenzau kann uns keiner mehr nehmen. Wegen des schwierigen Startprogramms hatten wir ja mit 0:8-Punkten gerechnet." Stattdessen sind es im Moment 2:4, "und auch wenn wir in Düsseldorf verlieren, sind es immer noch 2:6."
Frauenholz sieht sein Team beim Deutschen Rekordmeister zwar als klaren Außenseiter ("Düsseldorf ist für mich der Favorit auf die Meisterschaft"), er fährt aber nicht ohne die Hoffnung auf eine Überraschung ins Rheinland. Seine Rechnung für ein Unentschieden lautet wie folgt: "Ein Doppel, vorne zwei Punkte, und hinten müsste Jörg Schlichter wieder zuschlagen." Trotz einer 1:3-Bilanz in den letzten beiden Partien gegen Gönnern und Frickenhausen zeigt für den Manager die Formkurve von Spitzenspieler Jan-Ove Waldner nicht nach unten. "Er liegt zurzeit voll im Soll, denn wir sind von einer ausgeglichenen Bilanz ausgegangen", sagt Frauenholz. "In Gönnern hat er klar mit 3:0 gegen Jörg Roßkopf gewonnen und Timo Boll in den fünften Satz gezwungen. Nur gegen Frickenhausen hing er ein bisschen durch, wahrscheinlich, weil es ein Doppelspieltag war und das einem älteren Spieler etwas mehr zu schaffen macht."
Die Spiele:
Fr. 30.09. 19.00 Uhr Borussia Düsseldorf - TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell
Fr. 30.09. 19.30 Uhr SIG Combibloc Jülich/Hoengen – Müller Würzburger Hofbräu
So. 02.10. 14.00 Uhr TSV Schwalbe Tündern – TTF Liebherr Ochsenhausen
So. 02.10. 16.30 Uhr TTC Frickenhausen – SIG Combibloc Jülich/Hoengen
So. 02.10. 17.30 Uhr SV Werder Bremen – TTC Zugbrücke Grenzau
Mo. 03.10. 17.00 Uhr TTV RE-BAU Gönnern – Müller Würzburger Hofbräu
DTTB-Pokal: Favoritensiege für Grenzau und Fulda
Der TTC Zugbrücke Grenzau und der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell haben die 2. Hauptrunde um den DTTB-Pokal erreicht. Grenzau setzte sich am Mittwochabend im Duell der Bundesligisten bei Jülich/Hoengen mit 3:1 durch, Fulda siegte beim Zweitligisten TSV Eintracht Felsberg mit 3:0.
Kurzzeitig durfte Jülich/Hoengen gegen Grenzau von einer erfolgreichen Revanche für die knappe 4:6-Niederlage zum Saisonstart träumen, denn Marek Klasek brachte den Fusionsklub mit einem 3:1 gegen Trinko Keen in Führung. Dann aber leitete Lucjan Blaszczyk mit seinem Dreisatzsieg über Thomas Keinath die Wende ein. Mehr als je einen Satzgewinn der Gastgeber ließen Cheung Yuk (gegen Lars Hielscher) und Blaszczyk (gegen Klasek) in den folgenden Einzeln nicht zu.
Auch ohne seinen Star Jan-Ove Waldner landete Fulda bei Zweitliga-Süd-Schlusslicht Felsberg einen letztlich ungefährdeten 3:0-Sieg. Die Auftaktpartie von Jörg Schlichter gegen den Chinesen Lei Yang (15:13 im fünften Satz) war die knappste Angelegenheit. Feng Zhe ließ danach Ex-Nationalspieler und Herren-Bundestrainer Richard Prause keine Chance, ehe Meng Qingyu Thomas Theissmann in vier Sätzen am Ende deutlich bezwang.
Stenogramme:
Jülich/Hoengen – Grenzau 1:3: Klasek – Keen 11:6, 7:11, 11:9, 11:5; Keinath – Blaszczyk 6:11, 9:11, 14:16; Hielscher – Cheung 7:11, 12:14, 11:7, 6:11; Klasek – Blaszczyk 11:9, 8:11, 6:11, 8:11. Zuschauer: 100.
Felsberg – Fulda 0:3: Yang – Schlichter 14:12, 9:11, 2:11, 11:4, 13:15; Prause – Feng 6:11, 8:11, 4:11; Theissmann – Meng 5:11, 11:5, 5:11, 6:11. Zuschauer: 40. +++