Am morgigen Samstag (22.10.) steigt ab 19 Uhr in der Fuldaer Wilmingtonhalle ein Derby ganz besonderer Art: Wird es dem TTC RhönSprudel Fulda Maberzell gelingen, die Tischtennis-Profis von SV Werder Bremen zu schlagen und damit den dritten Heimsieg festzuschreiben? Andererseits hoffen die Bundesliga-Nordlichter, die beiden Punkte an die Weser entführen zu können.
Dem TTC RhönSprudel Fulda Maberzell macht die Verletzung eines Stammspielers kein so großes Kopfzerbrechen, obwohl dieser mehrere Monate ausfallen wird. "Meng Qing Yu ist im letzten Spiel gegen Tündern umgeknickt und hat sich einen Achillessehnenriss zugezogen. Wir rechnen damit, dass er erst im Januar oder Februar wieder spielen kann", erklärt Manager Stefan Frauenholz. "Das bereitet uns aber nicht solche Kopfschmerzen, als wenn einer der ersten drei ausfallen würde. Außerdem hat Meng im Einzel noch kein Spiel gewonnen. Im Doppel ist das sicher eine leichte Schwächung, weil er Linkshänder ist und mit Schlichter immerhin schon zwei Spiele gewonnen hat."
Das könnte Ersatzmann Michal Dziubanski aber ausgleichen, wenn er am Samstag gegen Bremen da weitermacht, wo er gegen Tündern aufgehört hat: mit einem Sieg gegen Jugend-Europameister Dimitrij Ovtcharov, der bis dahin wahrlich keine schlechten Ergebnisse erzielt hatte. "Ein Sieg gegen Bremen käme zur rechten Zeit und wäre die halbe Miete im Kampf um den Klassenerhalt", sagt Frauenholz. "Das ist ein typisches Vier-Punkte-Spiel: Bei einem Sieg hätten wir sechs Punkte Vorsprung vor Werder, bei einer Niederlage nur noch zwei."
Für den Manager kann sein Team wesentlich gelassener in die Partie gehen als der Gegner: "Seit der Niederlage gegen Tündern ist Bremen von der Rolle. Werder ist mehr unter Druck und steht mit dem Rücken zur Wand. Für sie ist jetzt jedes Spiel gegen die direkten Konkurrenten fast schon ein Endspiel. Wenn sie bei uns verlieren, müssen sie danach fast alles gewinnen." Selbstbewusst nimmt Fulda die Favoritenrolle im Aufsteigerduell an. "Ich denke, die Chancen stehen 60:40", meint Frauenholz. "Wir wollen gewinnen, aber wir haben harten Gang vor uns: Ein Cioti kann über sich hinauswachsen, wie stark Bentsen spielen kann, haben wir bei der EM in Aarhus gesehen, und Molin ist für Position 3 ohnehin ein sehr starker Mann." Trotzdem glaubt der Manager, dass die Vorteile auf Fuldaer Seite überwiegen: "Im vorderen Paarkreuz müssten wir schon leicht überlegen sein, auf die Nummer 4 von Bremen haben wir es auch abgesehen und die Punkte auf der Rechnung – und Bremen ist sehr schwach in den Doppeln."
Davon kann Sascha Greber nun wirklich ein Liedchen singen. "Ich kann mich da nur wiederholen: Wir müssen endlich mal ein Doppel gewinnen", sagt der Teamchef von Werder Bremen. "Bis auf Cioti, der zwischendurch die EM-Qualifikation gegen Deutschland spielen musste, sind die Spieler seit vergangenem Donnerstag zusammen und dadurch noch mehr zur Mannschaft geworden. Wir spielen wieder viel Doppel und arbeiten hart, dass das am Samstag endlich klappt. Du kannst gegen Fulda nicht mit 0:2 starten." So sieht es auch Trainer Christian Tamas, der nicht ausschließt, noch einmal neue Kombinationen ins Rennen zu schicken: "Es ist so wichtig, gut ins Spiel zu kommen. Normalerweise sollte man sich irgendwann auf seine Paarungen festlegen, aber was willst du machen, wenn sie alles verlieren? Zum Beispiel Gönnerns Doppel Roßkopf/Baum, das sind zwei Linkshänder, die nun wirklich schlagbar sind. Deshalb werde ich wahrscheinlich noch mal gucken mit unseren Doppeln." G
reber sieht Bremen nach zwei deftigen Niederlagen durch das 2:6 gegen Gönnern wieder etwas gestärkt. "Das war eine Ermutigung für uns", erklärt er. "Wir haben gegen Gönnern mit Timo Boll zwei Spiele gewonnen und hatten in drei weiteren die Chance dazu. Schade, dass wir nicht noch mal unten dran gekommen sind, dann wäre vielleicht sogar ein Punktgewinn möglich gewesen." Positiv war für den Teamchef auch, dass der Vierer zum ersten Mal in dieser Saison gepunktet hat: "Sörensen hat wirklich sehr gut gespielt." Tamas sieht seine Mannschaft als Außenseiter. "Das ist kein angenehmer Gegner für uns", meint der rumänische Coach. "Waldner spielt immer noch sehr gut, und auch Feng Zhe kann oben fast jeden schlagen. Wir müssen ein Doppel gewinnen und unten stärker sein."
Hier nimmt Greber vor allem Magnus Molin in die Pflicht: "Magnus weiß, dass er unter Druck steht und zwei Punkte machen muss." Auch seine Rechnung für einen Sieg hat der Teamchef schon gemacht. "Ein Doppel, zwei oben und drei unten", sagt Greber. "Wir wollen gewinnen, aber Fulda ist der Favorit und die besser aufgestellte Mannschaft mit einem guten oberen Paarkreuz. Deshalb wäre auch ein Unentschieden für uns okay."
Die Spiele:
Sa. 22.10. 19:00 Uhr TTC RhönSprudel Fulda Maberzell - SV Werder Bremen
So. 23.10. 15:00 Uhr TTC Zugbrücke Grenzau - Borussia Düsseldorf
So. 23.10. 15:00 Uhr Müller Würzburger Hofbräu - TSV Schwalbe Tündern
So. 23.10. 17:00 Uhr SIG Combibloc Jülich/Hoengen - TTF LIEBHERR Ochsenhausen
Das nächste Spiel:
Fr. 28.10. 19:30 Uhr Müller Würzburger Hofbräu - TTC RhönSprudel Fulda Maberzell +++