Am letzten Spieltag vor den German Open in Magdeburg heißt es in der Bundesliga noch mal: volles Programm. Alle zehn Klubs müssen an diesem Wochenende ran, und nicht nur aus sportlichen Gründen gilt dem Spitzenspiel zwischen Rekordmeister Düsseldorf und Champions League-Sieger Gönnern die besondere Aufmerksamkeit. Die Borussen spielen zum ersten Mal in der neuen Mehrzweckhalle Düsseldorf-Süd und haben sehr hohe Erwartungen an diese Partie. Das gilt auch für Pokalsieger Ochsenhausen, der im zweiten Duell von Play off-Kandidaten gegen Würzburg seinen Vorsprung auf den Meister auf fast schon uneinholbare acht Zähler (nach Minuspunkten) ausbauen möchte. Während die Favoritenrollen in den Begegnungen zwischen Frickenhausen und Bremen sowie Tündern und Grenzau klar verteilt sind, will das nach Monaten wieder komplette Schlusslicht Jülich/Hoengen bei Fulda Maberzell endlich den ersten Punkt einfahren.
Beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hofft Manager Stefan Frauenholz vor dem Kellerduell gegen Schlusslicht Jülich/Hoengen am Samstag, "dass die Rückenprobleme von Waldner nur von kurzer Dauer waren. In Würzburg war es deutlich sichtbar, dass er in seinen Bewegungen eingeschränkt war, aber unser Arzt meinte, das sei in den Griff zu kriegen". Klarheit darüber wird Frauenholz aber wohl erst am Freitag bekommen, wenn sein Spitzenspieler aus Schweden anreist. Während Trainer Hansi Fischer meint, "dass uns Jülich besser liegt als Bremen", ist der Manager davon nicht überzeugt: "Ich hoffe es mal, kann es mir aber eigentlich nicht vorstellen: Klasek ist der Angstgegner von Waldner, er hat noch nie gegen ihn gewonnen.
Nach dem Würzburg-Spiel hat Waldner gescherzt, dass er es vielleicht gerade jetzt mit den Rückenproblemen schaffen könnte." Im Gegensatz zu allen bisherigen Partien, führt der Weg zu einem Fuldaer Erfolg für Frauenholz gegen Jülich/Hoengen eher über das hintere Paarkreuz. "Schlichter müsste in der Lage sein, beide zu gewinnen und Dziubanski eins", glaubt der Manager. "Keinath kann zwar sehr gut spielen, aber oft nicht in entscheidenden Situationen, sondern eher bei 1:5 oder 5:1." Frauenholz rechnet damit, dass Jülich/Hoengen in Fulda den Chinesen Jie Hao bringt.
"Ich glaube nicht, dass er schon wieder richtig fit ist und gehe eher davon aus, dass er gar nicht spielt", sagt er über den lange verletzten Polen Tomasz Krzeszewski, der in Jülich/Hoengens letzter Partie gegen Ochsenhausen erstmals wieder im Einzel gespielt hatte. "Es ist ein 50:50-Spiel. Von 6:3 für Jülich bis 6:3 für uns ist alles möglich", glaubt der Manager und sieht seine Mannschaft psychologisch im Vorteil, da sie schon vier Punkte auf dem Konto hat. "Es zeigt sich immer mehr, wie wichtig der Sieg zum Auftakt gegen Grenzau war. Jülich hat noch keinen Punkt und steht enorm unter Druck", sagt Frauenholz. "Wir wären auch mit einem 5:5 zufrieden."
"Die Saison fängt jetzt erst richtig für uns an", sagt Arnold Beginn von der SIG Combibloc Jülich/Hoengen. "Alle sind fit, alles bestens. Wir sind noch nie in so einer guten Situation gewesen wie heute. Nicht nur, dass Krzeszewski wieder gesund ist, auch unser neuer Chinese, Jie Hao, trainiert seit über eine Woche in Düsseldorf. Ich könnte mit vorstellen, dass wir in ihm vielleicht sogar die beste Nummer 5 der Liga haben." Auf jeden Fall hat Jülich den Spieler, gegen den Jan-Ove Waldner überhaupt nicht gerne spielt, weiß auch der Jülich/Hoengener Ehrenpräsident. "Ich denke, dass wir oben gut aufgestellt sind, weil auch Lars Hielscher gut gegen Waldner spielt, und was der Marek Klasek im Moment spielt, ist unglaublich", schwärmt Beginn. "Wo die stark sind, liegt auch unsere Stärke." Wobei Beginn durchaus bewusst ist, dass Fulda über das vielleicht unkalkulierbarste Spitzenpaarkreuz der Liga verfügt:
"Waldner und Feng Zhe sind unberechenbar: Die können 0:4 spielen, aber auch 4:0. Damit sind die Fuldaer auf jeden Fall der stärkste Aufsteiger, weil sie gegen jede Mannschaft punkten können, wenn sie komplett sind." Interessanterweise sieht Beginn wie sein Fuldaer Pendant Frauenholz ebenfalls Vorteile im hinteren Paarkreuz für sein Team. "Unten gegen Schlichter und Dziubanski, das sind lösbare Aufgaben", sagt der Ehrenpräsident. "Wenn wir ein Doppel gewinnen und oben ausgeglichen spielen, haben wir gute Chancen zu gewinnen, weil ich unten ein deutliches Übergewicht sehe. Keinath spielt sehr gut, auch im Doppel mit Hielscher." Und Tomasz Krzeszewski?
Beginn widerspricht den Fuldaer Vermutungen, dass der Pole zwei Wochen nach seinem ersten Einzel seit sieben Monaten auf der Bank Platz nehmen muss: "Der muss spielen, um richtig wieder hereinzukommen. Er muss nur ein Spiel gewinnen, dann läuft das von selbst. Krzeszewski hat schon so viele Weltklassespieler geschlagen. Er muss mit dem Druck bei dem wichtigen Spiel in Fulda umgehen können." Dass der Rest der Mannschaft bei immer noch 0 Punkten zu verkrampft ins Spiel geht, befürchtet der Ehrenpräsident nicht. "Die wissen, dass sie stark sind, sie haben ja schon mit drei Mann hervorragende Ergebnisse erspielt und sogar fast gegen Spitzenmannschaften gepunktet", erklärt er. "Ich könnte auch mit einem Unentschieden leben, aber wenn wir da verlieren, werde ich richtig böse."
Die Spiele:
Fr. 04.11. 19:30 Uhr TSV Schwalbe Tündern - TTC Zugbrücke Grenzau
Sa. 05.11. 19:00 Uhr TTC RhönSprudel Fulda Maberzell - SIG Combibloc Jülich/Hoengen
So. 06.11. 14:00 Uhr Borussia Düsseldorf - TTV RE-BAU Gönnern (Mehrzweckhalle Düsseldorf-Süd, Karl-Hohmann-Straße, Düsseldorf-Reisholz)
So. 06.11. 16:30 Uhr TTC Frickenhausen - SV Werder Bremen
So. 06.11. 17:00 Uhr TTF LIEBHERR Ochsenhausen - Müller Würzburger Hofbräu
Die nächsten Spiele:
Di. 08.11. 19:30 Uhr TTC Frickenhausen - TTF LIEBHERR Ochsenhausen
Di. 22.11. 19:30 Uhr TTC Frickenhausen - TTC Zugbrücke Grenzau
Di. 22.11. 19:30 Uhr TSV Schwalbe Tündern - SIG Combibloc Jülich/Hoengen
Di. 22.11. 19:30 Uhr TTF LIEBHERR Ochsenhausen - TTC RhönSprudel Fulda Maberzell +++