In der Tischtennis-Bundesliga muß der TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell am morgigen Dienstag auswärts in Ochsenhausen antreten. Die Top-Begegnung unter den drei Partien am Dienstagabend findet allerdings in Frickenhausen statt, wo die Gäste aus Grenzau punkten müssen, um den Anschluss an die Play off-Plätze nicht zu verlieren. Zumindest auf dem Papier bietet auch das Kellerduell zwischen Tündern und Jülich/Hoengen viel Spannung, sind doch beide Klubs punktgleich. Eindeutig in der Favoritenrolle ist Pokalsieger Ochsenhausen im Heimspiel gegen Aufsteiger Fulda.
Bei den TTF LIEBHERR Ochsenhausen will sich Rainer Ihle mit Platz drei am Ende der Hinrunde nicht zufrieden geben. "Ich bin der Meinung, dass wir Herbstmeister werden, wenn wir Fulda und Grenzau schlagen, weil sich die anderen noch gegenseitig die Punkte wegnehmen werden", hat der Präsident für sich ausgerechnet. In der Tat treffen Frickenhausen und Düsseldorf schon am Sonntag direkt aufeinander. "Es sähe schon sehr gut aus, wenn man Weihnachten als Erster in der Tabelle feiern könnte", meint Ihle weiter. "Unser Ziel ist es auf jeden Fall, als Erster oder Zweiter in die Play-offs zu gehen. In der vorletzten Saison haben wir ja erlebt, dass das ein entscheidender Vorteil sein kann. Da sind wir nach zwei Unentschieden gegen Düsseldorf nur deshalb ins Endspiel gekommen, weil wir vor den Play-offs die bessere Platzierung hatten. Deshalb zählen gegen Fulda für uns nur zwei Punkte."
Das Spiel gegen den Aufsteiger ist für Ihle noch keine Gelegenheit, einem seiner auch international unter starken Belastungen stehenden Spitzenspieler eine Auszeit zu gönnen. "Das werden wir sicher gegen Fulda nicht tun, weil das Risiko viel zu groß wäre", erklärt der Präsident. "Wenn wir in der Champions League gegen Paris gewinnen und der Gruppensieg sicher ist, werden wir wahrscheinlich Chuang und Crisan in Budapest rauslassen." Den Gegner ernst nehmen, aber sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, lautet die Devise gegen die Hessen. "Wir sind einfach besser, wobei die an einem guten Tag sehr gefährlich werden können", sagt Ihle. "Waldi spielt sehr gut gegen Chuang und Crisan, aber eigentlich müssten sie trotzdem punkten, und vor allem unten sehe ich klare Vorteile für uns. Alles andere als ein Sieg wäre eine Überraschung." Obwohl er schon so lange im Geschäft ist, freut sich der TTF-Boss immer noch sehr auf die Auftritte von Jan-Ove Waldner: "Auf jeden Fall, ich denke mal, er wird die Halle füllen. Wir hoffen auf 700 bis 800 Zuschauer. Es ist einfach ein Genuss, ihn spielen zu sehen und für die Zuschauer vielleicht die letzte Gelegenheit."
Wahrscheinlich werden sie diese Gelegenheit aber gar nicht bekommen. "Ich gehe davon aus, dass er nicht spielen wird", sagt Stefan Frauenholz als Manager des TTC RhönSprudel Fulda Maberzell über die mittlerweile 40-Jährige Tischtennis-Ikone (Bild: ganz rechts vorne). "Es war schon vor der Saison abgeklärt, dass er in der Zeit in China und Japan spielen wird, und ich denke, dass es dabei bleibt. Damit würden die Hoffnungen, Ochsenhausen in Bedrängnis bringen zu können, natürlich gegen Null tendieren." Trotzdem wäre es für Frauenholz ein besonderes Spiel.
"Wenn Waldner fehlt, gibt Hansi Fischer (2.v.r. kniend) sein Debüt und spielt anstelle von Dziubanski", kündigt der Manager den ersten Einsatz des Spielertrainers in der 1. Bundesliga seit 1997 an, als Fischer in Gönnern unter Vertrag war. "Er ist in unserer zweiten Mannschaft in der Regionalliga vorne ungeschlagen", berichtet der Manager. "Ich traue ihm schon etwas, und es würde sicher der ganzen Mannschaft Auftrieb geben, wenn er gegen Ochsenhausen punkten könnte." Wobei die Hessen nach den beiden Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten Bremen und Jülich/Hoengen keineswegs am Boden zerstört sind. "Wir haben gewusst, dass Jülich eher stärker ist als wir. Schade, dass wir nicht am Anfang gegen die gespielt haben, als sie noch zu dritt waren", sagt Frauenholz. "Unser einziges schlechtes Spiel war das gegen Bremen, aber da wir gleich zum Auftakt gegen Grenzau gewonnen haben, liegen wir mit vier Punkten genau im Soll."
Der Manager hofft, dass die Probleme im Doppel durch den Ausfall von Linkshänder Meng bald der Vergangenheit angehören. "Es entwickelt sich für einen Achillessehnenriss erfreulich", berichtet er. "Wir rechnen damit, dass er im Januar wieder trainieren und im Februar wieder spielen kann. Das wäre für so eine Geschichte eine kurze Auszeit."
Die Spiele:
Di. 22.11. 19:30 Uhr TTC Frickenhausen - TTC Zugbrücke Grenzau
Di. 22.11. 19:30 Uhr TSV Schwalbe Tündern - SIG Combibloc Jülich/Hoengen
Di. 22.11. 19:30 Uhr TTF LIEBHERR Ochsenhausen - TTC RhönSprudel Fulda Maberzell +++