ANSTOSS .... KLICK ... VOLLTREFFER! Jetzt ist es also heraus. "Osthessen-News" machts möglich und veröffentlicht erstmals Bilder eines Sportkalenders, der im wahrsten Sinne des Wortes "hüllenlos" ist: Ästhetische und raffinierte Aktbilder von Sportlern - genauer gesagt von 18 Fußballern der 1. und 2. Mannschaft der TSG Lütter. Es war die Idee von Marco Bieber, Marc Michel und Maike Braun, die dann ihren Chef, den Fuldaer Fotodesigner Walter M. Rammler inspirierte, am kommenden Sonntag (11.12.) in Lütter ein ganz besonderes "Geschenk" anzubieten: einen Jahreskalender 2006 mit Aktbildern der Fußballer. Nichts alltägliches, wunderschön fotografiert - und immer mit einer sportlichen Note. "Osthessen-News" zeigt hier und heute einige Kalenderblätter der Fußballer aus dem Lüttertal. Die Redaktion ist sicher, dass die 500 Exemplare (Stückpreis 15 Euro) bald weg sind und trotz hoher Produktionskosten noch ein oder zwei Tausender für die Jugendarbeit des Vereins übrig bleiben.
Mit einer Mischung aus Spannung und Neugier sehen deshalb viele Mitglieder der „Turn- und Sportgemeinschaft 1922 Lütter e.V.“ diesem 11. Dezember entgegen. Das Datum steht nicht etwa für ein wichtiges Spiel, die Ankunft eines neuen Trainers oder eine lange vorbereitete Jubiläumsfeier. Eigentlich findet dann „nur“ der 2. Weihnachtsmarkt des Vereins statt: beim Dorfgemeinschaftshaus Lütter am Bürgerhausplatz, mit einigen Ständen, Gulaschsuppe, Gegrilltem, selbstgestrickten Schals, Kaffee, Kuchen und familiär-gemütlicher Atmosphäre ab 14 Uhr. Aber der 11. markiert auch den „Erstverkaufstag“ dieses ganz besonderen Kalenders für 2006 mit dem Titel "Fußball ist schön...".
Eine öffentliche Identifikation von nacktem Waschbrettbauch, Bizeps und Schenkel ist dennoch nicht möglich: denn die „Models“ sind ohne Kopf abgebildet. Das hört sich für Unbeteiligte vielleicht etwas „schräg“ an. Und schließlich gab es auch in der Region schon Projekte ähnlicher Art, die den Betrachtern weniger Faszination als aufsteigenden Lachreiz bescherten. Aber wer nun an albern wirkende „gestellte Szenen“ auf Fußballplatz, in Umkleide oder am Torpfosten denkt, wird schnell eines besseren belehrt.
Die Lichtbilder auf den großformatigen Monatsblättern, auf hochwertigem Papier gedruckt, sind im künstlerischen Ausdruck und in der ästhetischen Gestaltung mehr als nur gelungen. Die Körper, als Torso gezeigt, raffiniert ausgeleuchtet und dennoch ganz ungekünstelt im Zusammenspiel mit Ball, Linienrichterfahne oder Tornetz, könnten so auch auf internationalen Fotoausstellungen oder in Kunstgalerien hängen. Und möglicherweise wird der eine oder die andere aus der Rhön den Lütterer Spielern zuraunen: „Mir wusste ja gar net, wie schön dass ihr seid!“
Aktfotografien ohne Kopf des Modells zu gestalten, erfordern Kreativität und Respekt - eine Wanderung auf dem schmalen Grat zwischen Kitsch und Kunst. Um letzteres zu schaffen, sind einfühlsame und handwerklich begabte Fotografen und Designer nötig. Im Fall der TSG Lütter 1922 waren die nicht nur da, sondern auch persönlich engagiert: Walter Rammler und Maike Braun ermöglichten die Novität. Die 26-jährige Maike Braun ist nicht nur Mediendesignerin im Atelier „Fotodesign Walter M. Rammler“. Sie ist auch die Freundin eines Lütterer Spielers und hat sich bisher schon fachfraulich um das Programmheft des Vereins gekümmert.
Der Plan für den „Nackt-Kalender“ aber ist im wahrsten Sinn des Wortes als „Schnapsidee“ entstanden. Am 4.11. feierte der 1. Vorsitzende der TSG seinen Geburtstag und nach der Privatfete ging es noch auf die Kirmes: „An der Theke stehend haben wir überlegt, was man für die Vereinsfinanzen denn noch machen kann – Sportfest, Flohmarkt, das ist doch nichts Besonderes. Und dann kam spontan die Idee: wie wärs mit Fotos von der Mannschaft, aber mal anders. Du arbeitest doch beim Fotografen...“ erinnert sich Maike lachend an diesen Abend. Schnell war klar, dass die Models für einen Kalender posieren sollten, von der 1. und 2. Mannschaft, nackt – aber nur wer will. 18 Männer begeisterten sich dafür und Maike staunt jetzt noch: „Ich dachte, die muss ich jetzt aber überreden – doch nach dem Motto >Alles fürn Verein< war es gar nicht schwer“.
Und der 49-jährige Fotodesigner Walter M. Rammler machte die Sache zum „Herzblut-Projekt“, in das er viel persönliche Energie und Zeit steckte. Die Gestaltungsidee lehnte sich an seine Bilder der „Torso-Ausstellung“, die im Oktober und November in Hünfeld lief, an. Maike skizzierte die Szenen – am Netz, mit Handtuch, bei der Ball-Annahme – vor. Nach diesem „Storyboard“ machten alle im Sportlerheim, bekleidet, Trockenübungen. Jeder konnte sich das Bewegungsmotiv aussuchen, das ihm persönlich zusagte. Allerdings gab es auch fachliche Beratung: „Für das Dribbel-Bild braucht man natürlich schöne, kräftige Waden“. Und da die Akteure gestandene Fußballer und keine divenhaften Models sind, standen die Fotoszenen auch schnell fest.
Nachdem die Requisiten besorgt waren („...man kriegt doch überhaupt keinen Original-Fußball, einfach Leder mit schwarz-weiß-Feldern“) ging es im Atelier in Fulda auch flott – allerdings wussten die Profis natürlich, wie man die Akteure vor der Kamera behandelt. Das Titelbild etwa mit allen 18 Mitmachern wurde erst mit Klamotten probiert, dann trank man gemeinsam einen guten Schluck „zum Lockerwerden“ und dann fielen die Kleider fürs Foto. Die Bilder wurden in Farbe aufgenommen, entwickelt, in schwarz-weiß umgewandelt und danach die Details – wie Bälle oder Fahne – wieder in Farbe umgesetzt.
Noch sechs Tage lang müssen die Vereinsmitglieder abwarten, was wohl das Publikum des „Weihnachtsmarktes“ sagen wird. Sind die Fotomodelle nun nervös? „Einige Bilder habe ich gesehen – und meine Stimmung ist ganz gut. Die Kollegen sind überwiegend zufrieden – nein, Befürchtungen haben wir keine“, erklärte der Kapitän der 2. Mannschaft, Michael Walter. Aus seiner Truppe haben 3 Männer mitgemacht. „Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen – es ist ja was völlig Neues für so einen kleinen Ort“, sagte der 1. Vorsitzende der TSG, Christoph Weber, der die Bilder selbst noch gar nicht gesehen hat.
„Ach, warum soll man sowas nicht mal machen? Es ist eine sehr junge Mannschaft – und der Verein ist ja auch nicht so alt“, sagt der 41-jährige TSG-Chef Weber und meint damit wohl: nicht so verstaubt. Weber freut sich, dass der Hauptsponsor „Förstina“ auch einen Teilbeitrag geleistet hat. Und die Frage, die ihn am stärksten beschäftigt, lautet: „Welche Leute werden den Kalender wohl kaufen? Mehr Angehörige oder die sich dem Verein verpflichtet fühlen? Oder auch welche, die sagen „Wow – das ist ja mal was Tolles?“
Zur Finanzierung der Aktion haben Verein, das Fotoatelier sowie der TSG-Hauptsponsor „Förstina“ beigetragen. Die 500 Exemplare des Wandkalenders werden zu 15 Euro pro Stück verkauft, müssen allerdings komplett „weggehen“, damit für die Jugendarbeit des Vereins – wie geplant - was übrigbleibt. Eigentlich dürfte das keine Schwierigkeit werden. Denn der Kalender ist für viele was: Fotografie-Begeisterte, Sportfreunde, Verantwortliche des Nike-Konzerns (so schön, wie die Bälle hier benutzt werden).
Oder Sammler. Der Kalender könnte ja Kultstatus erlangen und angesichts der niedrigen Auflage eine ordentliche Wertsteigerung erfahren. Und für Frauen fußballbegeisterter Männer empfiehlt sich der künstlerische Wandschmuck ganz besonders: damit haben sie doch gleich ein prima Weihnachtsgeschenk für den Holden plus persönlichen Eigennutz – endlich mal was vom Fußballsport, das man sich täglich gerne ansieht.
Gabriele Weigand-Angelstein +++
Sie wollen auch einen solchen Kalender kaufen? Für 15 Euro können Sie sich ein Exemplar reservieren lassen. Schreiben Sie möglichst umgehend (noch vor dem 11.12.) eine e-Mail an: [email protected] - sie bekommen dann direkt vom Studio Bescheid, wann und wo Sie den Kalender nach dem 12.12. in Fulda abholen können. Sollten mehr Bestellungen eingehen, als Kalender zur Verfügung stehen, entscheidet unter Ausschluss des Rechtsweges das Los. +++