Zum Jahresabschluss dürfen sich die Tischtennisfans noch einmal auf einen echten Leckerbissen freuen: In der Nassau-Oranien-Halle in Dillenburg steigt am 17. und 18. Dezember die Endrunde der 47. Deutschen Pokalmeisterschaft der Herren. Die besten sieben Bundesligamannschaften sowie der Zweitliga-Topklub und ETTU-Pokalsieger SV Plüderhausen tragen am Samstagnachmittag die Viertelfinalspiele aus. Als Cupverteidiger und einer der Favoriten gehen die TTF Liebherr Ochsenhausen ins Rennen, die den Pokal dreimal in Folge nach Oberschwaben holten und mit Plüderhausen eine unangenehme Auftakthürde zu meistern haben. Das Schlagerspiel freilich lautet TTV RE-BAU Gönnern gegen Borussia Düsseldorf.
Der aktuelle Champions-League-Sieger um den Weltranglisten-Zweiten Timo Boll hofft auf einen Sieg über den deutschen Rekordpokalsieger (17 Erfolge), um sich im Halbfinale am Sonntag (ab 10 Uhr) gegen Ochsenhausen – falls diese Plüderhausen schlagen – für die drei Finalniederlage der vergangenen Jahre zu revanchieren. Auch im zweiten Halbfinale (ebenfalls Sonntag, 10 Uhr) könnte es zu einer Revanche kommen, sofern Meister Müller Würzburger Hofbräu (gegen Grenzau) und Vizemeister TTC Frickenhausen (gegen Aufsteiger Fulda) ihre Viertelfinal-Aufgaben lösen.
TTC Frickenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell (Samstag, 17. Dezember, 17.15 Uhr):
"Nach elf Bundesliga-Jahren ist es an der Zeit, dass wir endlich mal einen Titel holen – von mir aus gerne den Pokal". Rolf Wohlhaupter-Hermann, Präsident des TC Frickenhausen, macht aus seinen Wünschen vor der diesjährigen Pokal-Endrunde wie immer kein Hehl. Doch der erfahrene Vereinschef weiß, an welch seidenem Faden die Hoffnung hängt: "Viel hängt von der Tagesform ab. Das Teilnehmerfeld ist so ausgeglichen, da reicht ein kleiner Aussetzer, und schon bist du weg." Dennoch kommt seine Mannschaft an der Favoritenrolle gegen den Aufsteiger aus Fulda nicht vorbei. "Die Aufgabe ist machbar", sagt denn auch Wohlhaupter-Hermann – unabhängig davon, dass die Hessen offenbar ohne ihren Spitzenmann Jan-Ove Waldner antreten werden: "Wir haben in der Vorrunde gegen Fulda 6:1 gewonnen und dabei vorne 4:0 gespielt, obwohl der Gegner in Bestbesetzung angetreten ist", erklärt der Präsident, mahnt aber zugleich: "Im Pokal ist alles möglich. Letztes Jahr haben wir in der Bundesliga gegen Ochsenhausen 6:2 gewonnen und sind gegen die wenig später im Pokal-Viertelfinale mit 0:3 ausgeschieden."
Auf jeden Fall schwer wird’s für Frickenhausen heuer im Halbfinale, wenn Grenzau oder Würzburg der Gegner ist. Dürfte sich Rolf Wohlhaupter-Hermann einen aussuchen, wäre es eher Würzburg denn Grenzau. Zwar zog Frickenhausen im Frühjahr im DM-Finale gegen die Mainfranken den Kürzeren, dafür revanchierte man sich in dieser Saison mit einem eindrucksvollen 6:1-Erfolg in Würzburg. Und gegen Grenzau gab’s vor wenigen Wochen beim 4:6 die erste und bisher einzige Saisonniederlage. "Vor allem Keen hat da sensationell gegen uns gespielt. Ma Wenge hatte mit der Reichweite des groß gewachsenen Niederländers seine Probleme."
Die Reichweite von Viertelfinal-Gegner TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell scheint in der Pokal-Endrunde 2005 indes begrenzt. "Wir rechnen uns nicht viel aus", sagt Manager Stefan Frauenholz vor dem Duell mit Frickenhausen angesichts des Umstands, dass Jan-Ove Waldner nicht mit von der Partie sein wird: "Er hat schon lange für einen Schaukampf in Frankreich zugesagt – als Abschiedsspiel für seinen langjährigen Weggefährten Jean-Philippe Gatien. Wir bedauern das sehr, aber das lässt er sich nicht nehmen." Da auch Meng Qingyu weiterhin ausfällt, tritt der Aufsteiger wieder einmal mit einer Verlegensheitsmannschaft an: Feng Zhe, Jörg Schlichter, Hans-Jürgen Fischer. Ein Trio mit einer kleinen Außenseiterchance? "Wenn Feng Zhe zwei Punkte macht, dann vielleicht", meint Frauenholz, zumal Jörg Schlichter gegen seinen Ex-Klub besonders motiviert sein dürfte. Beim 1:6 im Bundesligaspiel holte er jedenfalls mit einem 3:2 gegen Bojan Tokic den einzigen Punkt für sein Team.
Fernsehen:
Der Hessische Rundfunk zeichnet am Samstagnachmittag das Spiel Gönnern - Düsseldorf auf. Umfangreiche Ausschnitte werden im Hessen-Fernsehen in der Zeit von 17.30 bis 18.00 Uhr (Sendung Sport am Samstag) übertragen.
Eintrittspreise:
Tageskarte Erwachsene: Samstag 10 Euro, Sonntag 12 Euro (ermäßigt 8 Euro)
Dauerkarte Erwachsene: 19 Euro (ermäßigt 14 Euro)
V.I.P.-Karte: Samstag 35 Euro, Sonntag 50 Euro, Dauerkarte 75 Euro.
(Kinder bis 6 Jahre haben freien Eintritt. Ermäßigt sind Schüler, Jugendliche, Studenten und Behinderte mit einem entsprechenden Ausweis. Gruppenrabatt ab 10 Personen (10 %). V.I.P.-Karten-Inhaber haben reservierte Plätze, werden kostenfrei verpflegt und können sich im V.I.P.-Raum aufhalten. Kartenreservierungen können telefonisch (02771/896-151; Mo – Mi und Fr 8 – 16 Uhr, Do 8 – 18 Uhr) vorgenommen werden. Reservierte Karten werden an der Kasse bis 30 Minuten vor Spielbeginn hinterlegt. Bis dahin nicht abgeholte Karten gehen wieder in den Verkauf)
Die Spiele im Überblick:
Das Viertelfinale:
Spiel 1) Sa. 17.12. 14:00 Uhr SV Plüderhausen - TTF Liebherr Ochsenhausen
Spiel 2) Sa. 17.12. 14:00 Uhr TTV RE-BAU Gönnern – Borussia Düsseldorf
Spiel 3) Sa. 17.12. 17:15 Uhr TTC Frickenhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell
Spiel 4) Sa. 17.12. 17:15 Uhr TTC Zugbrücke Grenzau – Müller Würzburger Hofbräu
Halbfinale:
So. 18.12. 10:00 Uhr Sieger Spiel 1) – Sieger Spiel 2)
So. 18.12. 10:00 Uhr Sieger Spiel 3) – Sieger Spiel 4)
Endspiel:
Sonntag, 18. Dezember, 15:00 Uhr +++