Die Fuldaer Stadtverordneten von Bündnis90/Die Grünen kritisieren die Planung für die Nachfolgenutzung des stillgelegten Zentralbades am Heinrich-von-Bibra-Platz. "Für uns ist das vorgelegte Konzept nicht in jeder Hinsicht sinnreich und schlüssig."Hauptkritikpunkt ist, dass die zu veräußernde Fläche auch das Areal der Treibhäuser zwischen Spielplatz und Hallenbadparkplatz umfasst.
"Mit dem Verkauf der Treibhausfläche verlieren wir eine Fläche, die geradezu prädestiniert dafür ist, den Spielplatz so zu erweitern, dass auch größere Kinder Platz finden. Unserer entsprechender Antrag, hier eine Streetball-Fläche zu errichten – Innenstadtkinder haben so was schließlich nicht vor der Haustür -, wurde vor einigen Monaten abgelehnt, obwohl es im Zentrum von Fulda keine ausgewiesenen Spielflächen für größere Kinder gibt. Und die Kleinen werden wohl auch bald Ärger bekommen, sobald die vorgesehenen altengerechten Wohnungen bezogen sind. Kinderlärm wird in Fulda von vielen Menschen bedauerlicherweise nicht als Zukunftsmusik gedeutet, sondern als Ärgernis empfunden", bedauert Ute Riebold.
Außerdem führt sie an, dass vor Jahren die Rollschuhbahn hinter dem Schlosstheater im Sommer und im Winter bespielbar war. Bei Temperaturen unter null wurde sie als ungefährliche und kostenlose Eislaufbahn hergerichtet. "Jetzt dient diese Fläche nur noch als Parkplatz. Und obendrein wird auch noch ernsthaft in Erwägung gezogen, den Dalbergschulhof zu bebauen."
Der GRÜNEN-Antrag, die Treibhausfläche als Spielfläche umzuwidmen, wurde zu einem Zeitpunkt gestellt, als die Treibhäuser in einem sehr schlechten Zustand waren. "Abgelehnt wurde unsere Initiative mit der Begründung, die Treibhäuser würden jetzt saniert. Sie sind jetzt saniert und jetzt sollen sie abgerissen werden."
Das erinnere doch fatal an den gerade umgestalteten Busbahnhof Heertor, der für die Tiefgarage wieder platt gemacht wurde. "So wird in Fulda mit öffentlichen Geldern umgegangen."
Auch wenn der Investor finanziellen Ersatz für die Treibhäuser leiste, verdeutlichte das doch mal wieder anschaulich, wie wenig zukunftsfähig in Fulda geplant werde. "Außerdem sind die Grundstücke auch entsprechend günstig, weil der Investor den Hallenbadabriss und den Ersatz für die Treibhäuser schultern muss."
Planungen zu den öffentlichen Zugängen zur unteren Schlossgartenebene und Spielplatz wurden nur sehr vage dargestellt. Frau Zuschke sprach zwar davon, dass "mit Geduld und Spucke" eine gute Konzeption mit Investor und Denkmalschutz zu schaffen sei, "aber das ist uns nicht konkret genug. Nachfragen nach barrierefreien Zugangswegen wurden auch nicht zufriedenstellend beantwortet." Auch seien die vorgelegten Unterlagen nicht hinreichend aussagekräftig über die genauen Grenzen der zum Verkauf stehenden Flächen und die Eigentumsverhältnisse der Zuwege.
Die bloßen Verkaufszahlen der Grundstücke wären zwar im HFA in nichtöffentlicher Sitzung zur Kenntnis gegeben worden – "so schnell, dass kaum mitgeschrieben werden konnte, allerdings waren die Zahlen auch nicht sehr hoch – die Folgefinanzierungen wurden jedoch gar nicht oder nur am Rande erwähnt, zum Finanzbedarf für den Umbau des Kreuzungsbereiches Heinrich-von-Bibra-Platz, für Wege im Schlossgarten usw. wurde kein Wort verloren."
Da damals der Beschluss Hallenbadschließung und die überdimensionierten Zuwendungen an den Kongesszentrumsinvestor für einen Hallenbadneubau verknüpft wurden mit der Refinanzierung durch den Verkauf des Areals Zentralbad, sollten die Verkaufszahlen nach Ansicht der Grünen auch öffentlich sein. "Dieses Filetstück der Fuldaer Innenstadt ist Eigentum der Stadt Fulda, ihrer Bürgerinnen und Bürger. Die haben ein Informationsrecht." Was genau vertraglich vereinbart werden soll, wüssten nicht mal die Stadtverordneten.
In diesem Zusammenhang erinnern die GRÜNEN an den Beschluss Zentralbadschließung und Hallenbadneubau. "Dieser wurde unter dem Vorzeichen gefasst, den sportlichen Standard aufrechtzuerhalten. In dem neuen Bad können Kinder nicht mal Schwimmabzeichen ablegen, obwohl dem Investor eine horrende Summe gezahlt worden sei", bedauern die GRÜNEN."Ob altengerechtes Wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Spielplatz und die Turnhalle, die von der Marienschule angemietet werden soll, eine wirklich sinnreiche Gesamtkonzeption ergeben, möchten wir doch zumindest anzweifeln", fasst Ute Riebold die Problematik zusammen.+++
Mit freundlichen Grüßen
Ute Riebold