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12.01.06 - Sport

Duell um die TT-Tabellenführung - Kommt Timo BOLL am Sonntag nach Fulda?

Am kommenden Wochenende, dem elften Spieltag treffen die beiden Mannschaften aufeinander, die bisher das Geschehen in der Tischtennis-Bundesliga dominieren. Der enttrohnte Cupgewinner Ochsenhausen möchte durch einen Heimsieg gegen Nachfolger Frickenhausen die Tabellenführung zurückerobern. Während Meister Würzburg gegen Aufsteiger Bremen klarer Favorit ist, sind in den Duellen Tündern-Düsseldorf und Fulda-Gönnern die Rollen nur auf den ersten Blick klar verteilt. Für Osthessen beginnt das absolute sportliche Highlight am Sonntag um 14 Uhr in der Fuldaer Wilmingtonhalle bei der Begegnung zwischen FD-Maberzell und Gönnern. Die Fans hoffen, dass die Gäste emit Weltklassespieler Timo Boll amtreten werden.fn

"Vorher wäre mir ein Unentschieden lieber gewesen, aber jetzt glaube ich, dass Tünderns Sieg besser für uns ist, weil Bremen das gefährlichere Team ist", bewertet Hansi Fischer vom TTC RhönSprudel Fulda Maberzell das Resultat in der Partie der anderen beiden Aufsteiger am vergangenen Wochenende. Vor dem hessischen Duell hat derweil in Fulda das Rätselraten begonnen, ob Gönnern mit oder ohne Timo Boll antritt. "Bis zum letzten Wochenende war ich mir sicher, dass er gegen uns spielt", verrät der Spielertrainer. "Ich hatte es so eingeschätzt, dass sie sich bei den Einsätzen von Boll, die sie noch zur Verfügung haben, auf ziemlich sichere Siege verlegen würden und hatte deshalb gedacht, dass er gegen Ochsenhausen nicht spielen würde, aber gut."

Falls der Weltranglistenzweite fehlt, ist Fulda für Fischer nicht mehr in der Außenseiterrolle. "Wir sind dann schon gefährlich für Gönnern und müssen einfach einen Punkt machen", wittert der Coach die Chance, "einen Punkt außer der Reihe zu holen, den wir brauchen, um Achter zu werden." Obwohl Fischer gegen einen dezimierten Champions League-Sieger auch einen Sieg für möglich hält ("Wir müssten dann ein Doppel gewinnen, vorne drei Punkte und hinten zwei machen"), sieht er auch die Kehrseite der Medaille: "Wenn Gönnern nicht komplett spielt, lastet natürlich auch ein größerer Druck auf uns." Er werde sein Team so vorbereiten, als wenn Boll spiele, sagt Fischer, aber die Ungewissheit sei "schon ein bisschen blöd."

"Wir würden uns ja ins eigene Fleisch schneiden, wenn wir es vorher sagen würden", erklärt Helmut Hampl vom TTV RE-BAU Gönnern. zum Thema Boll. Wenn man den Angaben der Hessen vor der Saison und den Gesetzen der Mathematik folgt, ist im Moment eigentlich jeglicher Einsatz des Weltcupsiegers vor den Play-offs ausgeschlossen. Der Grund: Boll hat schon 16 Mal gespielt, und wenn Gönnern erneut die Endspiele in der Champions League erreicht, wäre das Kontingent von 21 Einsätzen komplett aufgebraucht. "Das ist nicht ganz richtig", macht der Trainer erstmals eine andere Rechnung auf, wenngleich er bei seinen Erklärungen recht nebulös bleibt. "Es sind 21 Pflichteinsätze, aber wie man Pflichteinsätze definiert, ist eine ganz andere Sache", sagt Hampl. "Es gibt Möglichkeiten, und es ist legitim, wenn man etwas in der Hinterhand hat. Mehr möchte ich dazu nicht sagen."

Zu einer Aussage kann sich der Coach dann doch noch durchringen: Es gebe keine Möglichkeit, Bolls 21er-Kontingent gegen das nötige Kleingeld aufzustocken. Eine Erklärung für den scheinbaren Widerspruch könnte sein, dass – analog zur Play-off-Runde in der Bundesliga – auch die Endrundenspiele in der Champions League vertraglich nicht zu jenen 21 Pflichtspielen zählen und mit Boll zusätzlich ausgehandelt werden können. "Es nutzt ja nichts, wenn Timo gegen die schwachen Mannschaften spielt und gegen die guten fehlt", scheint Hampl eher dazu zu tendieren, gegen Teams wie Fulda auf seinen Spitzenmann zu verzichten. "Gegen Fulda sollte man auch ohne Timo gewinnen, wenn man in die Play-offs will." Damit nimmt Hampl nicht nur Jörg Roßkopf ("Er spielt zurzeit sehr gut") und Slobodan Grujic ("Er ist auf dem Weg der Besserung"), sondern vor allem Jugend-Weltmeister Patrick Baum und den Taiwanesen Wu Chih-Chi in die Pflicht: "Wenn die jungen Spieler sich jetzt nicht steigern, wird es schwer, die Play-offs zu erreichen."

Die Spiele:

So. 15.01. 14:00 Uhr TTC RhönSprudel Fulda Maberzell - TTV RE-BAU Gönnern

So. 15.01. 14:00 Uhr TSV Schwalbe Tündern - Borussia Düsseldorf

So. 15.01. 14:00 Uhr TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC Frickenhausen

So. 15.01. 15:00 Uhr Müller Würzburger Hofbräu - SV Werder Bremen

Die nächsten Spiele:

Fr. 20.01. 19:30 Uhr SIG Combibloc Jülich/Hoengen - TTC Zugbrücke Grenzau

Fr. 20.01. 19:30 Uhr TTC Frickenhausen - TTC RhönSprudel Fulda Maberzell

So. 22.01. 14:00 Uhr Borussia Düsseldorf - TTF LIEBHERR Ochsenhausen

So. 22.01. 15:00 Uhr TTC Zugbrücke Grenzau - Müller Würzburger Hofbräu

So. 22.01. 19:30 Uhr TTV RE-BAU Gönnern - SIG Combibloc Jülich/Hoengen +++

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