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09.02.06 - Fulda

ON fragte: Was verbinden Sie mit Fulda? .... heute weitere Antworten -Teil 3

Welches Gefühl verbindet man mit einer Stadt? "Paris - die Stadt der Liebe", "Prag - die goldene Stadt", "Swinging London", "Rom - die ewige Stadt", "Kopenhagen - Stadt der Dichter". Jede Metropole hat eigene Besonderheiten, hat ihren ganz speziellen Ruf.

Die Redaktion von Osthessen-News stellte sich vorgestern die Frage, welche Gedanken unsere Leser zu Fulda haben. Welchen Ruf hat die Stadt? Was hält man von Fulda in der Region oder über die Grenzen Osthessens hinaus? Vor einigen Jahren lauteten die Schlagworte: "Dom, Dyba, katholisch". Vielen blieb sicher auch die provokative Werbung des Autovermieters Sixt in Erinnerung: "Fulda - die deprimierendste Stadt Deutschlands". Doch wie sehen es die Osthessen selbst? Was verbinden Sie mit Fulda, welches Image hat die Stadt heute? Wir baten die Leser, uns an mailto:[email protected] zu schreiben. Am gestrigen und vorgestrigen Tag veröffentlichten wir erste Antworten ... und es sind so endlos viele, daß wir heute einen dritten Teil folgen lassen - der noch im Laufe des Tages ständig ergänzt wird. +++

Tobias Kress: "Ich melde mich aus dem tiefsten Hunsrück, wo ich studiere. Hier ist die nächste größere Stadt 60km entfernt und die Region ist strukturschwach. Wenn man dann nach Hause zurückkommt, dann ist das wie ein Segen, seine eigene wieder zu sehen. Die hier im Forum viel gescholtene CDU hat sicher auch Fehler gemacht, aber macht die nicht jeder? In der Süddeutschen Zeitung waren letztens die Arbeitslosenzahlen in einer Landkreiskarte abgedruckt. Darauf war der Landkreis Fulda als einziger außerhalb Bayerns und Baden Würrtembergs hellgelb eingezeichnet, was bedeutete unter 7,5 % Arbeitslosigkeit!

Und das im "ehemaligen Zonenrandgebiet". Was hat Fulda richtig gemacht, und die anderen Städte im "Zonenrandgebiet"? Natürlich täuscht das nicht darüber hinweg, dass es keine Job für Hochqualifizierte Akademiker zu angemessener Bezahlung gibt. Fulda hat jedoch seinen ganz eigenen Charme und Attraktivität. Und ist keinesfalls verschlafen. Das wir keine unpersönlichen Diskotheken in der Innenstadt haben, sondern heimelige Kneipen empfinde ich als junger Mensch als sehr positiv.

Egal welche Stadt in Deutschland ich schon gesehen habe, Fulda ist und bleibt die schönste und liebenswerteste und die Menschen sind lange nicht so unangenehm wie manche sie empfinden. Gehen sie mal in den Hunsrück und unterhalten sie sich dort mit den Menschen, Heinz Becker ist nichts dagegen.

Fulda ist konservativ, aber ich verwahre mich gegen die ewige negative Wertung dieses Begriffes. Konservativ zu sein heißt von seinen Wurzeln zu leben. Wenn man seine Wurzeln abschneidet geht man aber zu Grunde. Unsere Konservativität bedeutet Kontinuität, nach der doch heute alles schreit.Ich freu mich schon, auf die nächsten wochen, denn da sind Semesterferien und Foaset! Was kanns schöneres geben als Fastnacht in Fulda, das Rom des Nordens!"

M (27): "Fulda?! Fakt ist: Viele Menschen die hier leben und denen Fulda Heimat ist, nutzen diesen ON-Aufruf um sich Luft zu machen. Das ist ihr gutes Recht. Ich persönlich bin recht intensiv unterwegs und meine Reisen führten in und durch so manche Stadt. Meine Erlebnisse und Eindrücke zeigen: Alles hat seinen Preis. Fulda ist ganz bestimmt sehr katholisch, sehr CDU und defintiv sehr konservativ. Das wirkt auf den ersten Blick eher störend und nachteilig. In vielerlei Hinsicht bestätigt sich das. Aber es hat auch positive Wirkung. Die Beständigkeit der damit verbundenen Werte bringen auch ein hohes Maß an Verläßlichkeit, Sicherheit, Ordnung, Identifikation und bilden zudem ein hochwertiges, soziales Gefüge. Genau unter dem Verlust dieser Eigenschaften leiden sehr viele Städte und Regionen.

Eine kleine Anekdote kann das vielleicht verdeutlichen:

Vor ein paar Monaten hatte ich Besuch von Freunden aus München. Sie waren erstmalig in Fulda. Während einem Rundgang durch die Stadt fragte mich plötzlich einer der Müncher: "Sag mal, kommt hier wer zu Besuch?". Nachdem ich wohl etwas fragend schaute, ergänzte er: "Na, ihr habt ja wohl hier extra aufgeräumt - kein Müll auf den Straßen, keine Graffitis, fast keine versifften Gebäude - es wirkt ihr alles so unglaublich sauber und unaufgeregt - sogar die Menschen - wirklich super-schön - das ist ja wohl nicht immer so, oder?"

Genau an diesem Punkt ist mir aufgefallen, wie schnell man über die positiven Dinge hinweg- und diese als selbstverständlich ansieht. Schnell konzentriert sich die Sicht auf das Negative - vielleicht entspricht das auch eher der pessimistischen deutschen Mentalität! Aber was ist die Realität? Für mich ist Fulda groß genug, um in beruhigender Anonymität und Freiheit leben zu können - aber klein genug, um mir ein funktionierendes soziales Umfeld aufbauen zu können. Die Infrastruktur ist umfassend genug, um mich mit allem zu versorgen was ich brauche - aber überschaubar genug, um dabei nicht den Überblick zu verlieren und ewige Wege gehen zu müssen. Das kulturelle Angebot ist vielfältig genug, um es eigentlich gar nicht komplett wahrnehmen zu können - aber eingeschränkt genug, um überhaupt etwas wahrzunehmen. Das Nightlife und die Gastronomie hat seit wenigen Jahren für eine Stadt in dieser Größenordnung ungewöhnlich expandiert (Bars, Clubs, Discos) und ist damit gut genug, um mich zu unterhalten und mir Abwechslung zu bieten, aber teuer genug, um mich auch mal zu Hause zu halten (mit einem Lächeln bemerkt).

Es gibt tollere Städte zum Einkaufen: z.B. Frankfurt Es gibt tollere Städte für eine herrliche Kurzreise: z.B. Berlin Es gibt tollere Städte für interessante Kurzreisen: z.B. Dresden Es gibt tollere Städte um weltoffene Menschen zu treffen: z.B. Köln Es gibt tollere Städte für beeindruckendes Sightseeing: z.B. Dresden Es gibt tollere Städte für Chic und Eleganz: z.B. München Es gibt tollere Städte für Karriere und Arbeit: z.B. Hamburg Aber es gibt für mich keine tollere Stadt zum Leben - als es Fulda ist - mein Fulda!

PS: Das einzige Kuriosum - in schon einmaliger Ausprägung - sind die Ladenöffnungszeiten! Jeder öffnet und schließt wie er will. Speziell Samstags ist das katastrophal. Da ist die Verläßlichkeit der Kaiserwiesen (trotz berechtigter Kritik) wirklich Gold wert. Ist das so schwer im Zentrum einen kundenfreundlichen Konsens zu finden??? Dafür schäme ich mich vor anderen Städten!"

Elisabeth M. Miller: " Fulda ist für mich:

Die Stadt des Hl. Bonifatius – Apostel der Deutschen

Die Stadt der Deutschen Bischofskonferenz

Die schönste Barockstadt nördlich von Rom

The Fulda Gap.

Als Global Player bin ich auf der ganzen Welt zu Hause, komme aber immer wieder gerne nach Fulda zurück. Man kennt sich, man sieht sich, man fühlt sich wohl. Fulda ist heimelig und überschaubar. Fulda liegt so central, daß ich im Stundentakt mit dem ICE nach Frankfurt fahren kann und mit 77 weiteren ICE überall hin in Deutschland Anschluß habe. Wir haben die wunderschöne Rhön vor unserer Haustür – eines der schönsten Mittelgebirge Deutschlands. Alles in Allem kann ich sagen: I love Fulda and Fulda loves me."

Jörg Schuhej: "Nachdem viel über Fulda u. seine „liebenswürdigen“ Mitmenschen geschrieben wurde, möchte ich als Fulder Jong mit Stolz mitteilen ein Fuldaer Sportler zu sein. Gerade in den letzten Jahren erwacht Fulda sportlich und man stellt bundesweit, ja vielleicht weltweit fest wie erfolgreich Fuldaer Sportler in vielen Sportarten sind. Selbst die Stadtväter und Sponsoren entdecken, dass Fuldas Sport nicht nur aus Borussia ( nicht böse gemeint, bin selber Aktiver und viele Jahre Fan gewesen). besteht. Die Liste hier wäre ellenlang, könnte man alle Sportler aufzählen. In meinem Sport, dem Motorsport, können wir mit Stolz behaupten, in den letzten 50-60 Jahren in Deutschland eine Macht zu sein. Namen wie Faust, Remmert, Östreich ( weltweit) oder auch auf nationaler Ebene Helfrich , Mahr, Glotzbach, Weber, Sauer, und viele mehr ( ohne Anspruch auf Vollständigkeit) haben Ihre Erfolge in die Annalen „gehämmert“. Und oftmals war die Rede von der „Hessenmafia“ ,die wieder einmal zugeschlagen hat. Fulda eine Motorsport- Hochburg darauf bin ich stolz."

Andreas Manthey: "...nach mehreren Jahren in München bin ich seit zwei Jahren wieder in Fulda. Fulda und sein Umland verfügt über ein sehr angenehmes, gesundes Klima und hat wirklich eine zauberhafte Altstadt besonders mit dem Barockviertel. Die Versorgung mit Schulen, Schwimmbädern ist sehr gut. Die Innenstadt ist so kompakt, dass man locker alles zu Fuß erledigen kann und nicht unbedingt für die kleinen Besorgungen das Auto benötigt. Fulda ist wirklich lebenswert. Das Thema Einkaufen wurde schon genug angesprochen - auch wir kaufen in Frankfurt oder online und decken den alltäglichen Bedarf in der Kaiserwiesen.

Eine Sache stört mich schon seit Jahren: Leider hat scheinbar das Auto in Fuldas Innenstadt einen höheren Stellenwert als der Fußgänger - wahrscheinlich durch das stete Wehklagen des Einzelhandels, so dass man fast meint, die Einzelhandelsumsätze korrelieren direkt mit der Anzahl der Autos ;-). Durch jede noch so kleine Strasse zwängen sich die Autos. Wie kann man beispielsweise durch die Friedrichstraße nur Autos fahren lassen? Wie schön könnte man dort vor den Restaurants und Cafes sitzen und in Ruhe das Flair geniessen. Hier sollte ein Redesign der Verkehrswege angedacht werden, um das Bummeln und Verweilen in der Innenstadt zu verbessern.

Einen kleinen Wunsch an unseren OB hätte ich noch: bitte verlegen Sie den Weihnachtsmarkt auf den Domplatz und/oder die Pauluspromenade. Vor so einer Kulisse (Vorbild Erfurt) würde der Markt in erheblichem Maße an Ausstrahlung gewinnen und mehr Touristen in die Stadt locken. +++

Saskia Sauer: "Ich bin entsetzt was für Zeug die Leute bisher so geschrieben haben. Mit Fulda verbinde ich klar Bonifatius, katholisch, Dyba etc..... Die Innenstadt ist gespickt mit alten historischen barocken Gebäuden, gemütlichen Kaffees und eine Einkaufszeile. Zu klein ist da nichts, es ist angenehm nicht in einer total überfüllten Innenstadt einkaufen gehen zu müssen, wie z.B. in Frankfurt/Main Die Zeil ist ja gut und schön, aber groß dreckig, voll, ungemütlich. In Fulda ist das genau gegenteil, man wird nicht ständig angerempelt. Komischer Kleidungsstil? schaut mal in anderen Großstädten, dann wißt ihr was das ist.

Arbeitstechnisch ist leider nicht so viel dass ist richtig, aber Fulda liegt wunderbar Zentral, hat Anschluß an die A7 und auf der A66 ist man auch in wenigen minuten. Nach Frankfurt/Kassel braucht man mit dem Auto 45minuten (ohne Stau) und wenn die A66 zuende gebaut ist noch weniger. Der ICE braucht im moment nach Kassel etwas über 30minuten und nach Frankfurt 55minuten. Die ICE Strecke nach Frankfurt wird aber ausgebaut.

Die Leute sind stur verbohrt etc? Man braucht als nicht einheimischer immer länger Leute kennen zu lernen das ist normal, denn man ist halt immer "anders"....Alles in allem ist Fulda eine schöne, gemütliche Stadt, die viel zu bieten hat, Kultur, Natur, historisches etc. Die Rhön ist direkt vor der Tür, wir haben eine große Uniklinik, viel Freizeitprogramm, nun haben wir die Esperanto"Halle" wo Musicals und andere große Veranstaltungen stattfinden. Das Bermudadreieck so wird das Kneipendreieck liebevoll genannt und viele nette Leute die es kennenzulernen gilt....."

Prof. Dr. Joseph Dehler "grüßt aus Berlin, wo er Osthessen News fragt Leser zu Fulda liest: Das ist eine gute Sache, denn es ist nicht ganz unwichtig, uns immer wieder zu vergegenwärtigen, wo wir herkommen, leben, wirken oder auch immer wieder zurück finden. Die Identität mit unserem „Nest“ ist es, die Wärme, Geborgenheit, Miteinander und Gestaltungskraft freisetzen. Deshalb kann man der Angelstein-Mann/Frauschaft gar nicht genug danken, diese Diskussion eröffnet zu haben. All diejenigen, die da in irgendeiner Art und Weise herum nörgeln, sind aufgerufen, ihre überschüssigen Kräfte freizusetzen, um Fulda noch lebenswerter zu machen. Ich habe nun selber hinreichend erfahren, dass es in Fulda erhebliche Unterschiede zwischen „Stimmung“ und „Struktur“ gibt. Die Stimmung ist gut, jedenfalls verwandlungsfähiger als die „Strukturen“. An diesen wird aber lobenswerterweise gut gearbeitet.

Schauen wir doch einmal zurück, was sich alleine in den vergangenen 15 Jahren hier bewegt hat: Wie sich unsere Politiker (z.B. unser verehrter Herr Landrat Kramer) in „Nichtregierungsorganisationen“ (RWZ, Biosphärenreservat...) zum Wohle der Region engagieren (vor zwei Jahrzehnten noch undenkbar, sich aus dem Korsett politischen Machtgehabes zu befreien), welches Leben die Fachhochschule in der Region entfaltet hat, in der Wirtschaft, Kultur und in der Kneipenszene. Ja, wo gab es denn das früher, dass die Menschen auf der Straße unter Sonnenschirmen tranken und aßen? Und nicht zu vergessen, die vielen Einzelpersönlichkeiten, die ihre ganze Kraft in vorbildlicher Weise für Fulda und die Region eingesetzt haben. Wahrlich Vorbilder: Unser IHK-Präsident Helmut Sorg, die mittelständischen Unternehmer wie Bernd Juchheim, die Gewerkschaften, Kirchen und die vielen ehrenamtlich politisch Engagierten, die Lehrer und Erzieher, denen wir zutrauen, unserer Kinder auf die Zukunft vorzubereiten, aber auch die Verwaltung mit z.B. ihrer ungeheuer viel Optimismus und Kompetenz ausstrahlenden Cornelia Zuschke. - Und in dieser Jahreszeit sollten wir auch diejenigen Fuldaer nicht vergessen, die uns mit Leib und Seele zum Lachen bringen - wie Günther Elm.

Noch ein wenig mehr über den politischen Tellerrand hinaus schauen, ergäbe für Fulda eine weitere Prise an weltstädtischen Charakters.

Karmen Nebel, wenn ich den Namen richtig geschrieben habe, im Esperanto wird es alleine nicht bringen. Da müssen wir übrigens aufpassen, dass sich das alte Image, geprägt von einigen, sich in extremer Weise profilierender Persönlichkeiten nicht in ein Friede-Freude-Eierkuchen-Image verwandelt, - nur deshalb, weil wir jetzt ein paar große Veranstaltungsräume in unserer Stadt mehr haben, was grundsätzlich zu begrüßen ist und die Wirtschaft hier voranbringt.

Jedenfalls, ich komme jede Woche, wenn auch nur für ein paar Stunden, in diese wunderbare Stadt zurück und spüre mit Zufriedenheit, wie unaufhörlich sich die Entwicklung zum Positiven hin wandelt. Wo ich auch hinkomme, empfehle ich den Menschen, sich Fulda anzuschauen, dort zu tagen, Urlaub zu machen oder gar heimisch zu werden."

Ein Leser: "Fulda ist die einigste Stadt die Ihren eigenen Papst hatte."

Christof Ohnesorge: "Meiner Frau und mir gefällt es in Fulda ganz ausgezeichnet. Eigentlich hätte ich aber nie gedacht, daß ich nach drei Jahren in Würzburg, einem Jahr in Paris und zehn Jahren in Marburg jemals wieder in meine Heimatstadt Fulda zurückkommen würde. Denn als Historiker und Latinist hätte ich wohl allenfalls als Gymnasiallehrer hierherkommen können. Doch dann war es sicher "höhere Gewalt", als ich im Mai 2002 Pressesprecher von Bischof Heinz Josef Algermissen in Fulda wurde…

Meiner Frau, die aus dem Marburger Land stammt, ist Fulda fast schon, mir ist es schon wieder zur Heimat geworden. Und das nicht nur, weil die Menschen hier liebenswürdiger sind als in vielen anderen Teilen Deutschlands, sondern auch wegen des regen kulturellen und religiösen Lebens, der Weltoffenheit und Toleranz, der Glaubenstreue und der fast südländischen Lebensfreude, die Fulda und seine Menschen auszeichnet.

Während meiner Bundeswehrzeit habe ich meine Heimat Fulda den Kameraden gegenüber einmal so charakterisiert: "Fulda, das ist Deutschlands Rom!" Zu diesem Spruch bekenne ich mich auch heute noch."

Prof. Wolfgang Draf: "Ich melde mich aus Kalifornien zu Ihrer Umfrage: Fulda ist eine Stadt mit Zentrumsfunktion, die weit über ihre eigentliche Größe hinausgeht. Hier hat es immer Menschen gegeben mit besonderer Initiative, die sich obwohl zum Teil ursprünglich nicht aus Fulda stammend in besonderer Weise mit der Stadt identifizieren. Fulda hat eine sehr hohe Lebensqualität, zeichnet sich durch ein Bürgerschaft aus, die mehrheitlich wertkonservativ ist und liegt mitten in Deutschland liegt. Letzteres ist ein immenser Standortvorteil. Wer Fulda kennt muß die Stadt lieben".

Günter O. Pfeffer (Rand-Staaten-Fuldaer): "Meine einzigen „Verbindungen“ zu Fulda sind die Beziehungen zu Menschen: die ich liebe, respektiere, achte, zum teil auch verachte oder erdulde. Denn eine Stadt ohne Menschen wäre Kulisse, Geisterstadt, – siehe „Wilder Westen“ heute, Industrie- oder Verwaltungsstandorte am Wochenende usw. – seelenlos.

Die schönen Dinge Fuldas, die Lebensqualität, die Vorteile in dieser Provinzstadt nehme ich dankend an. Bei allem, was mich an Fulda stört, sage ich mir: engagieren, besser machen, Änderungen anstreben. Und da ich das nicht in ausreichendem Maße tue, fühle ich mich an allen was ich als Mißstände in dieser Stadt ansehe, zu einem teil mitverantwortlich. Den osthessen-newsern gratulation zu der idee mit diesem forum".

Benjamin Weiss: "Ich bin Student und wohne über 200 km von Fulda entfernt. Es ist immer ein großartiges Gefühl, wenn man sich nach einigen Wochen Richtung Heimat machen darf und nach langer Autofahrt endlich Autobahnabfahrt "Fulda" sieht. Man lernt diese wunderschöne Stadt erst richtig zu schätzen, wenn man nicht mehr dort wohnt bzw. in Städten "zu Hause" ist, die nicht annährend so klasse sind wie die Barockstadt Fulda".

Andreas .....: "Ich bin vor 9 Jahren aus Erfurt nach Hünfeld gezogen und arbeite seit mehr als 6 Jahren in Fulda, wo ich auch täglich unterwegs bin. Fulda ist eine ziemlich verschlafene Kleinstadt mit einigen schönen Sehenswürdigkeiten und alten Fachwerkbauten, ähnlich wie es die Erfurter Innenstadt auch zubieten hat. Die Rhön im Hintergrund und deren Möglichkeiten sind traumhaft und entschädigen für diese langweilige Innenstadt.

Ich persönlich komme mit den Menschen sehr gut zurecht, was eventuell daran liegt, dass auch die Erfurter recht stur sind ;-) Dennoch sind die Fuldaer in aller Regel sehr freundlich und nett, was man aber gerade von den alten Bauern nicht behaupten kann -> extrem stur und dickköpfig. Ebenfalls gestalltet sich der private Anschluß mit den Fuldaern als schwer, weil sie viel zu verklemmt und zugeknöpft sind. Das spiegelt sich auch teilweise in der Kleidung der Leute wieder, des öfteren zum schmunzeln;-) Fuldaer leben in ihrer eigenen "Fuldaer Welt", kennen ihre Leute und ihre Rhön aber dann ist auch schon Schluß.

Größtes Manko der Fuldaer ist absolut der Bereich Dienstleistung, wo auch ich tätig bin. Dienstleistung wurde in Fulda schon mal nicht erfunden!

Sehr depremierend empfinden wir die Fuldaer Einkaufs-City und wenn ich lese wie sehr diese gelobt wird, frage ich mich, ob diese Leute wirklich schon mal aus Fulda rausgekommen sind?!

Würde es kein Onlineshopping geben oder wir zum Einkaufen nicht nach Erfurt oder in andere Städte fahren würden, wären wir sicherlich bereits schon stinkreich! ;-))) Ein Einkausbummel in Fulda ist schneller zu Ende, wie wir von unserer Wohnungstür zur Garage gelaufen sind, um unser Auto zu holen! In Fulda gibt es NICHTS aber auch gar nichts. Ich sehe in der Innenstadt nur Kneipen, Frisöre, Bäckerein im Überfluss... hier und da ist vereinzelt ein kleiner Laden aber dafür lohnt es sich einfach nicht nach Fulda zu fahren. Meine einzigen "Shoppingtouren" durch Fulda bestehen darin, meiner Frau was köstliches vom Konditor Lembach und was für den täglichen Bedarf vom Bäcker Regulski zu kaufen. Beides sind zwei exellente Geschäfte mit hervoragender Ware und netten Geschäftsleuten.

Mit den Kaiserwiesen dachte ich an ein einkaufsfreundliches Gelände, was junge Leute zum schoppen außerhalb der Stadt anlocken sollte aber dann wieder typisch Fulda... wie solltes es anders sein, ein Tegut-Markt, ein Baumarkt Obi und Billig-Läden, alles so überflüssig wie ein Kropf im Hals.

Ich finde daher Fulda muß in Zukunft offener werden, mehr Dienst am Kunden und attraktive Einkaufsmöglichkeiten bieten. Auch der völlig überzogene Glaube sollte nicht überbewertet werden und ein gesundes Mass erreichen.

Mich persönlich verbindet Fulda mit Arbeit, Lembach und Regulski, danach heißt es für mich nix wie nach Hause nach Hünfeld! Hier gibt es auch nicht viel aber es ist gemütlich und lebenswert! Sorry, aber Fulda schläft noch tief und fest! Viele Grüße Eures treuen Lesers ..."

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