Um 14.00 Uhr hatte in der Fuldaer Wilmingtonhalle das hochklassige Spiel der Tischtennis-Bundesliga begonnen - und endete um 17:10 Uhr mit einer Sensation: dem 6:3 Sieg. Vor rund 650 Zuschauern in der ausverkauften Halle trafen der TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell und der gegenwärtige Tabellenführer der Bundesliga, TTF Liebherr Ochsenhausen, aufeinander. Und die Spielstärke der Fulda zeigte sich gleich am Anfang, denn das erste Doppel gewannen die Fuldaer deutlich in drei Sätzen und auch das zweite Doppel entschieden die Ochsenhausener erst im fünften Satz für sich. Möglicherweise hat sich damit auch eine mögliche Sensation angedeutet, denn nach einem der beiden Doppel gewannen auch Waldner, Feng (2x) und Schlichter (2x) ihre Einzel. Damit verfügt Fulda-Maberzell auf dem 7. Tabellenplatz jetzt über komfortable 12:18 Punkte und hat sich eindeutig von den drei Mannschaften am Tabellenende abgesetzt.
Am Ende tobte nicht nur die Halle, auch die Vereinsführung ist ob dieses eigentlich nicht eingeplanten und auch sicher nicht erhofften Sieges "aus dem Häuschen". Eine Riesen-Enttäuschung ist das Ergebnis jedenfalls für Ochsenhausen, die sich an diesem Wochenende eigentlich gegen die "Unterhaus"-Mannschaften "keinen Ausrutscher" leisten wollten. Endgültig gerettet ist damit der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell, der das Kunststück fertig gebracht hat, Spitzenreiter TTF Liebherr Ochsenhausen die erste Saisonniederlage (6:3) beizubringen. Der Kampf um die "Pole Position" für die Play-off-Runde ist jetzt wieder spannend geworden, denn der TTC Frickenhausen verkürzte durch einen überzeugenden 6:1-Erfolg im Verfolgerduell beim TTC Zugbrücke Grenzau den Rückstand auf die TTF auf einen Punkt.
Die Ergebnisse von heute Nachmittag:
Doppel 1 - 1 Waldner/Feng gg. Crisan/Gerell 3:0 Sätze, damit Spielstand 1:0 für Fulda
Doppel 2 - 2 Schlichter/Meng gg Mazunov / Chuang 2:3 Sätze, damit 1:1
Einzel 1 - 2 Waldner - Crisan - Endstand 3:1 Sätze, damit 3:1 für Fulda
Einzel 2 - 1 Feng - Chuang - Endstand 3:1 Sätze, damit 2:1 für Fulda
Einzel 3 - 4 Schlichter - Gerell, aktuell 3:2 Sätze (7:11 / 7:11 / 11:8 / 13:11 / 12:10), damit 4:2 für Fulda
Einzel 4 - 3 Meng - Mazunov, Endstand 0:3 Sätze (12:14 / 4:11 / 9:11), damit 3:2 Fulda
Einzel 1 - 1 Waldner - Chuang, Endstad 2:3 Sätze (11:7 / 12:14 / 3:11 / 11:9 / 9:11), damit 5:3 für Fulda
Einzel 2 - 2 Feng - Crisan, Endstand 3:0 Sätze (12:10 / 11:5 / 11:8), damit 5:2 Fulda
Einzel 3 - 3 Schlichter - Mazunov, Endstand 3:1 Sätze (7:11 / 12:10 / 11:5 / 11:8), damit 6:3 SIEG für Fulda
Mit dem heutigen Sieg hat Fulda zudem die letzten theoretischen Zweifel am Klassenerhalt beseitigt. Höchsten Respekt zollte TTF-Präsident Rainer Ihle dem Auftritt der Gastgeber: "Fulda hat stark gespielt und verdient gewonnen." Von der großartigen Stimmung der 650 Zuschauer (Ihle: "So etwas habe ich in der Bundesliga schon lange nicht mehr erlebt") ließen sich vor allem der dreifach punktende Feng Zhe und Jörg Schlichter anstecken, der erst Pär Gerell nach Abwehr eines Matchballs bezwang und schließlich auch noch Dmitrij Mazunov die erste Bundesliga-Saisonniederlage beibrachte. Aber auch Jan-Ove Waldner, der Crisan besiegte und gegen Chuang knapp im fünften Satz verlor, rechtfertigte die Gedanken an seine Rückkehr ins schwedische Nationalteam für die Mannschafts-WM in Bremen.
Der Tatsache, dass durch die Niederlage auch der Kampf um Platz eins wieder spannend geworden ist, versuchte Ihle Positives abzugewinnen: "Damit dürfte klar sein, dass die Liga für uns kein Selbstläufer ist. Die Spieler wissen nun, dass sie die Konzentration in den restlichen Spielen und erst recht in den Play-offs hochhalten müssen." +++