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30.03.06 - Fulda

TT BuLi: Bleibt der TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell "Mannschaft des Jahres"?

Entgegen vieler Erwartungen könnte der Abstiegskampf in der Tischtennis-Bundesliga der Herren schon am vorletzten Spieltag entschieden werden. Schlusslicht Bremen darf gegen Frickenhausen auf keinen Fall viel höher verlieren als Tündern in Grenzau, das mit einem Erfolg nach Pluspunkten mit den spielfreien Düsseldorfern gleichziehen will. Während auch Gönnern auf Ausrutscher der Konkurrenz hofft, ist das Thema Play-offs für Titelverteidiger Würzburg schon vor der Partie gegen Ochsenhausen beendet, da Evgueni Chtchetinine wegen eines Achillessehnenrisses für mehrere Monate ausfällt.

Nur noch statistischen Wert hat die Begegnung zwischen SIG Combibloc Jülich/Hoengen und Fulda. Nachdem der Klassenerhalt perfekt ist, laufen die Planungen der Nordrhein-Westfalen für die nächste Saison auf Hochtouren. "Wir versuchen die Mannschaft weiter zu verjüngen", beschreibt Knut Gollnow das Konzept für die 30. Saison im Oberhaus. Für die Jubiläums-Saison unterschrieben haben Lars Hielscher und als Neuzugang Japans Mannschafts-Juniorenweltmeister Seyia Kishikawa.

Für den TTC RhönSprudel Fulda Maberzell geht es immerhin noch um einen Titel, den es gar nicht gibt. Trotzdem wäre es sehr beachtlich, wenn es dem Aufsteiger gelingen sollte, durch Siege in Jülich und am letzten Spieltag gegen Würzburg die erfolgreichste Mannschaft des Jahres 2006 zu bleiben. Ganz nebenbei könnten die Hessen damit noch Würzburg und vielleicht sogar Gönnern überholen.

Nachdem sein Team beim 5:5 bei Düsseldorf noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen ist, heißt es für Manfred Gstettner vom Tabellenvierten TTC Zugbrücke Grenzau für das Heimspiel gegen Tündern: nach hinten (Gönnern) absichern und nach Minuspunkten mit den drittplatzierten Düsseldorfern gleichziehen. "Der dritte Platz ist noch drin", meint der Präsident mit Blick auf das schwierige Restprogramm des Rekordmeisters, der noch auf Gönnern und Frickenhausen trifft. Rang drei würde die Chance auf einen Platz in der Champions League verbessern, als Vierter müssten die Westerwälder Meister werden, um in der europäischen Königsklasse zu bleiben. Deshalb sagt Gstettner trotz der achtbaren Resultate des Aufsteigers: "Da muss ein klarer Sieg her."

"Das werden noch zwei spannende Spieltage", traut sich Mikhail Ovtcharov vom TSV Schwalbe Tündern noch nicht, den Sekt für den Klassenerhalt kaltzustellen. Tatsächlich haben die Niedersachsen bei zwei Punkten und fünf Spielen Vorsprung vor Schlusslicht Bremen alle Trümpfe in der Hand. Schafft Tündern etwa in Grenzau ein 5:5 und verliert Bremen in Frickenhausen, wäre alles klar. Aber auch bei einer knapperen Niederlage der Niedersachsen im Vergleich zu den Hansestädtern könnte die Entscheidung fallen. "Ich glaube schon, dass wir es schaffen", sagt der Coach dann auch. "Unsere Mannschaft ist sehr gut drauf, und nach unseren Leistungen haben wir es, denke ich, auch verdient."

Kein Widerspruch von Sascha Greber. "Falls wir es doch noch schaffen sollten, wäre es ein glücklicher Klassenerhalt", räumt der Teamchef von Werder Bremen ein (s. ausführliches Interview in diesem Pressedienst). "Aber das Gute ist, dass wir mit zwei guten Spielen die ganze Saison retten können." Grebers Rechnung: Knapper gegen Frickenhausen verlieren als Tündern gegen Grenzau und am letzten Spieltag mit einem klaren Sieg gegen die schon geretteten Jülich/Hoengener alles klar machen. Wie gering die Chancen auf den Klassenerhalt sind, weiß auch Trainer Cristian Tamas, der sie auf "jetzt noch ein bis zwei Prozent" beziffert.

Auch wenn der TTC Frickenhausen bereits als Play-off-Teilnehmer feststeht, darf Werder nicht auf Geschenke hoffen. "Wir haben uns extra dazu entschieden, mit dem Zug nach Bremen zu fahren, damit sich die Mannschaft kurz nach dem zweiten Finale im ETTU-Pokal wieder sammelt und ganz neu konzentriert", berichtet Manager Christoph Reuhl. "Die Woche drauf geht es dann noch gegen Düsseldorf, und dann können wir erstmal durchatmen." Mit einem Sieg in der WM-Stadt können sich die Schwaben erstmals einen Platz in der Champions League sichern, da sie dann nicht mehr vom zweiten Platz zu verdrängen wären.

"Für uns ist die Saison gelaufen", sagt Frank Müller von Müller Würzburger Hofbräu vor dem Heimspiel gegen Ochsenhausen und liefert sogleich die Begründung: "Evgueni Chtchetinine hat einen Achillessehnenriss und fällt für mehrere Monate aus, auch die WM ist für ihn gelaufen." Unter diesen Umständen ergibt es für Müller keinen Sinn mehr, über einen Einsatz von Spitzenspieler Petr Korbel nachzudenken, der den Franken in den vergangenen beiden Wochen schmerzlich fehlte. Stattdessen könnte einer der Youngster aus der Reserve, die sich vorzeitig die Regionalliga-Mannschaft gesichert hat, einen Auftritt in der Bundesliga bekommen.

Über die Verteidigung der Spitzenposition müssen sich die TTF Liebherr Ochsenhausen also keine großen Gedanken machen. Einiges spricht dafür, dass am letzten Spieltag ein Fernduell zwischen Ochsenhausen (gegen Grenzau) und Frickenhausen (in Düsseldorf) darüber entscheidet, wer mit der besten Ausgangsposition in die Play-offs geht. Seinen Platz in der Champions League hat Ochsenhausen für die nächste Saison bereits sicher, da es im schlechtesten Fall nach der Hauptrunde Zweiter werden kann. Präsident Rainer Ihle denkt schon an den Kampf um die Meisterschaft und hofft, dass bis dahin bei Fedor Kuzmin der Knoten platzt: "Mir scheint, dass er seine Niederlage aus dem Niederösterreich-Spiel gegen Habesohn noch nicht verkraftet hat. Er spielt einfach zu verkrampft. Ich hoffe, dass sich das spätestens bis zu den Play-offs ändert, denn da brauchen wir fünf starke Spieler."

Die Spiele:

Fr. 31.03. 19.30 Uhr TTC Zugbrücke Grenzau – TSV Schwalbe Tündern

So. 02.04. 15:00 Uhr SV Werder Bremen - TTC Frickenhausen

So. 02.04. 15:00 Uhr Müller Würzburger Hofbräu - TTF LIEBHERR Ochsenhausen

So. 02.04. 17:00 Uhr SIG Combibloc Jülich/Hoengen - TTC RhönSprudel Fulda Maberzell

Die nächsten Spiele:

Fr. 07.04. 20:00 Uhr TTV RE-BAU Gönnern - Borussia Düsseldorf

So. 09.04. 16:00 Uhr SV Werder Bremen – SIG Combibloc Jülich/Hoengen

So. 09.04. 16:00 Uhr TTC RhönSprudel Fulda Maberzell – Müller Würzburger Hofbräu

So. 09.04. 16:00 Uhr TTF LIEBHERR Ochsenhausen – TTC Zugbrücke Grenzau

So. 09.04. 16:00 Uhr TSV Schwalbe Tündern – TTV RE-BAU Gönnern

So. 09.04. 16:00 Uhr Borussia Düsseldorf – TTC Frickenhausen

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