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06.04.06 - Region

"Brücken der Verständigung" - Brief der Bischöfe ALGERMISSEN + HEIN zur WM

„Gottes lebendiger Geist verbindet Menschen untereinander, schafft Gemeinschaft und schlägt Brücken der Verständigung und Freundschaft.“ Dies betonen der katholische Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen und Bischof Dr. Martin Hein von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in einem gemeinsamen Brief an ihre Gemeinden aus Anlaß der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft. Deren Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden...“ sei auch für die Kirchen ein Ansporn, zur gastfreundlichen Stimmung im ganzen Land beizutragen, schreiben die Bischöfe und geben ihrer Freude darüber Ausdruck, daß sich Menschen verschiedener Herkunft, Religion und sozialer Stellung für ein paar Wochen „König Fußball“ widmeten.

„Gleichzeitig hoffen wir, daß Menschen, die über Grenzen hinweg gemeinsam feiern, auch die ernsthaften Probleme dieser Welt nicht ganz vergessen“, so Hein und Algermissen. Millionen Menschen betreffende Nöte wie Armut, wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Haß und Diskriminierung zwischen Völkern, Religionen und Geschlechtern forderten weltweit das Engagement der Christen „in Gedanken, Worten und Werken“.

Viele tausend Gäste aus der ganzen Welt, vor allem aber aus den 31 Ländern, deren Teams am großen Fußballturnier teilnähmen, kämen im Sommer nach Deutschland, heben die Bischöfe hervor. Diese Menschen hofften auf weltoffene und einladende Gastgeber, die Begeisterungsfähigkeit, Freundschaft und Fairneß nicht nur auf dem Fußballfeld, sondern auch außerhalb der Stadien lebten, vor allem gegenüber Fremden. „Es ist gut, als Gastgeber mit Freundlichkeit den Menschen entgegenzutreten – auch in dem Bewußtsein, daß uns hierzulande Probleme und Spannungen bedrücken!“, heißt es in dem Schreiben.

Der evangelische und der katholische Bischof wollen dazu ermutigen, daß allen Gästen in Deutschland das Zeugnis der frohen Botschaft von Christus begegne, durch den Gottes Liebe einen neuen Anfang für alles Zusammenleben in dieser Welt gesetzt habe. „Hierzu tragen vor allem auch Gottesdienste und verschiedenste Aktivitäten bei, zu denen unsere Kirchen und Gemeinden im Zuge der Fußballweltmeisterschaft einladen“, schreiben die Bischöfe und rufen in Erinnerung, daß etliche Gäste als „Geschwister im Glauben zu uns kommen“. Daher bitten sie die Gemeinden, gerade auch diese Gäste herzlich willkommen zu heißen und mit ihnen über das ins Gespräch zu kommen, „was uns miteinander verbindet, aber auch über das, was uns Not bereitet“.

Die Chancen zur Bewährung der Ökumene in der gemeinsamen Bezeugung des Glaubens an Christus dürfe nicht verschenkt werde, „auch wenn wir in Lehre und kirchlicher Praxis in beiden Konfessionen an Grenzen stoßen“, betonen Algermissen und Hein. Was die Christen eine, sei nicht zuletzt die Gastfreundschaft, von der der Kirchenvater Benedikt sage, daß alle Gäste wie Christus aufgenommen werden sollten. +++

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