Vor einigen Tagen fand im Olympia Eissportzentrum Garmisch-Partenkirchen jeweils ab 19:30 Uhr die große, internationale Militärmusikshow statt - und "Osthessen-News" war mit dabei. Bereits am Freitagmittag traten die Militärorchester, Musik- und Trachtengruppen an verschiedenen Orten auf und zeigten so schon mal einen Teil ihres Könnens. Am Samstagmittag dann marschierten die Gruppen in einer Parade bei herrlichstem Sonnenschein im Abstand von etwa 15 Minuten durch die Fußgängerzone von Garmisch-Partenkirchen in Richtung Kongresshaus am Richard-Strauss-Platz. Schon hier konnte man erahnen, was man am Abend in der Olympiahalle erwarten würde. Die Veranstaltung, die zum 6. Male statt fand, gilt als die größte Benefizveranstaltung dieser Art in Süddeutschland. So kamen bereits mehr als 100.000 Euro für die karitativen Zwecke zugunsten das Bundeswehr-Sozialwerks e.V. zusammen.
Diesmal trafen sich wieder über 450 Musiker aus sechs Nationen, USA, Großbritannien, Lettland, Österreich, der Schweiz und Deutschland. An den beiden Veranstaltungstagen konnten fast 8.000 Besucher gezählt werden, die mit ihrem Besuch dieser Großveranstaltung nicht nur einen guten Zweck unterstützten, sondern auch einen kontrastreichen, musikalischen Abend der Superlative genießen konnten.
Vor Veranstaltungsbeginn wurden alle Orchesterleiter beim VIP Empfang den Gästen aus Wirtschaft und Politik vorgestellt und Gastgeschenke übereicht. Als Vertreter der Bundeswehr war der Befehlshaber des WBK IV Generalmajor Justus Gräber erschienen, sowie der Staatssekretär des Bayrischen Innenministeriums
Den Auftakt der Musikshow intonierte die Musikkapelle Grainau mit den Marsch „Gruß aus dem Werdenfelser Land“, aus der Region um Garmisch-Partenkirchen. Mit dabei der Volkstrachtenverein aus Garmisch.
Es folgte das Opening „50 Jahre Gebirgstruppe und Gebirgsmusikkorps“ mit einer Vorführung der Gebirgs- und Winterkampfschule Mittenwald, die sich von der Hallendecke des Eisstadions abseilten. Der Einmarsch folgte mit dem Stück „Regimentsgruß“, gefolgt von „Star Wars Main Theme“ und der Begrüßung. Abgeschlossen wurde das Opening mit dem „Castaldo Marsch“. Ein erster großer Applaus ließ sofort die richtige Stimmung aufkommen. So konnte es losgehen mit dem Showprogramm der einzelnen Militärorchester. Aus Österreich spielte die „Militärmusik Steiermark“, aus Lettland die „Latvian Navy Band“ die mit Stücken wie der Titelmelodie von „Mission Impossible“ und „Mambo No.5“ donnerten Applaus herbeiführten.
Dann war es endlich soweit, der Auftritt der kombinierten Pipes & Drums aus Fulda und der Schwestervereinigung aus dem Britischen Rochester stand bevor. Mit der Ankündigung „Es kann nur einen geben“, wussten die Insider und Freunde Schottlands, jetzt kommen die „Hochländer aus Fulda“.
Zunächst erschien zum Klang einer mystischen Dudelsackmelodie der „Highlander“ (Michael Spranger) der mit seinem Schwert den Weg für die „Combined Pipes & Drums Targe of Gordon Fulda & City of Rochester frei machte.
Mit dem Regimentsmarsch der Gordon Highlanders „Cock of the North“ sowie den 6/8 Märschen „Bonny Dundee und Atholl Highlanders“ wurden die Schotten aus Fulda und die Britsche Schwesterband bei ihrem Einmarsch vom Publikum frenetisch mit tobendem Applaus begrüßt. Im Showmarschieren formten dann die etwa 40 Pipes & Drums in fliessender Bewegung eine menschliche 50. zum Anlass des Jubiläums. Im Mittelteil des etwa 15 minütigen Vortrages intonierte Ute Krönung mit den Pipes & Drums den Song „When the Pipers play“.
Nach dem Ausmarsch mit „Scotland the Brave und Black Bear“ der „Dudelsackspieler und Schottenröcke“ folgte eine knapp 30minütige Pause, die dazu genutzt werden konnte um ein gut gekühltes bayrisches Bier oder eine Bratwurst mit Semmel zu sich zu nehmen.
Nach der Pause folgte das Schweizer „Spiel Heer“, die erst wenige Tage vor der Veranstaltung das erste Mal alle zusammengespielt hatten. Davon konnte der Zuschauer aber nichts feststellen, den sie spielten genau und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk.
Es folgte ein weiterer Höhepunkt, das „Drill-Team“ der 3. Kompanie des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung mit einer Vorführung mit dem Karabiner K98. Der Moderator Hauptfeldwebel Michael Deicken hatte zuvor die Gewehrsalven angekündigt. Scheinbar nahm dies aber keiner so recht wahr, denn als die Schüsse ertönten, waren doch viele erschrocken. Die Drill-Vorführung war einsame Spitze.
Mit einem für jedes Militärmusikfestival bekanntem „Muß“, marschierte aus den Vereinigten Staaten von Amerika die „First Armored Division Band“ ein. Sie spielten bekannte Stücke von Glen Miller, unter anderem auch „In The Moods“. Als letzte Gruppe marschierten dann noch das Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen, die Gebirgsschützenkompanie Garmisch und die Gebirgsschützenkompanie Partenkirchen ein und begeisterten mit traditioneller Marschmusik“.
Zum Finale marschierten dann noch einmal alle Akteure mit dem „Gruß an Oberbayern“ in das Olympia Stadionrund ein. Unter Leitung des Dirigenten und Director of Music, Oberstleutnant Christoph Scheibling vom Gebirgsmusikkorps intonierten alle Orchester den „Pilgerchor“ aus der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner in einem Arrangement für Symphonische Blasorchester.
Als Höhepunkt des Abends folgte das schottische Musikstück „Hector the Hero“, ein heroischer Tribut komponiert zur Erinnerung an den Helden General Sir Hector MacDonald vom Regiment der Gordon Highlanders. Das Intro wurde von der erst 10jährigen Tochter des Director of Music Jaqueline Scheibling auf ihrer Halbgeige in einzigartiger Weise begleitet und im Zusammenspiel der Great Highland Pipes und Harmonie zu einem unvergleichlichen Klangerlebnis mit minutenlangem, frenetischen Applaus des Publikums.
Was wäre als Abschluss passender als das von Kerstin Perschl gesungene Lied von ABBA „Thank You For The Music“ gewesen. Danke für die Musik, dies drückten die Zuschauer mit einem lang anhaltendem Applaus aus. Jetzt wurde es noch einmal feierlich. Der Moderator forderte die Zuschauer zu den Nationalhymnen auf, sich von den Plätzen zu erheben. Als erstes spielte man das „Bayernlied“, welches vom Publikum teilweise gesanglich begleitet wurde. Die Nationalhymnen von Lettland, Österreich, der Schweiz, den Vereinigten Staaten von America, Großbritannien und zu guter Letzt Deutschland beendeten gegen 23 Uhr einen wunderschönen und unvergesslichen Abend gegen.
Die Drum & Pipe Band Targe of Gordon Fulda e.V. möchte es nicht versäumen, auf die beiden nächsten Events in Fulda hinweisen:
- 17. Juni 2006 Schlosshof zu Fulda „Gordons on Parade“ Scottish Evening Tattoo
- 19. und 20. Oktober 2007 – „3rd Fulda Military Tattoo“ Internationale Militärmusikshow im Esperanto Kongress und Kulturzentrum Fulda (O.K. / P.G.) +++