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- Bilder (4): Thomas Weise

13.06.06 - Hohenroda

ArhönA-Pferdefest: Trailritt, Dosenkrach, Falken, Pferde und Reiter als Showstars

Das ArhönA-Pferdefest am vergangenen Wochenende war für das Team des Pferdehofs ein voller Erfolg. "Petrus hat uns mit gutem Wetter unterstützt, die FIFA mit der WM-Übertragung sicherlich nicht; dennoch hatten wir am Sonntag deutlich über tausend zahlende Zuschauer," berichtete Tom Weise. Das Fest begann traditionell am Freitagabend, diesmal mit humoristischen Einlagen, unter anderem einem ironischen Rückblick auf die Geschichte des Pferdehofs. Anschließend war Livemusik angesagt.

Am Samstag früh begann der Trailritt. Vierzig Reiter und Reiterinnen machten sich auf den zwei- bis dreistündigen Weg durch die wunderschöne Rhönlandschaft. Die meisten kamen aus der engeren Umgebung, aber einige Teilnehmer haben selbst den Weg von Frankfurt nicht gescheut, um dabei sein zu können. Im Anschluss an den Ritt wurde auf dem Reitplatz eine Gelassenheitsprüfung durchgeführt. Dort mussten mit den Pferden Übungen durchgeführt werden, die gute Nerven verlangen. So sollte etwa ein großer Ball durch ein Tor manövriert werden, es wurde ein Sack mit laut scheppernden Blechteilen hinterher geschleift und ein auf einem Podest stehender Wassereimer musste vom Sattel aus aufgenommen und auf ein entfernt stehendes Podest wieder abgesetzt werden. Da das Pferd ein Fluchttier ist und auf alles Ungewohnte erst einmal mit Nervosität reagiert, hatten es alle diese Übungen in sich. Kerstin Aap, Andrea Galke und Yvonne Wehner belegten die ersten drei Plätze.

Am Sonntag begann das Programm diesmal bereits um elf Uhr mit der Ausstellung historischer Schlepper und einem Stand der Falknerei Geis. Die Anfahrt der fünfzehn Schlepper im Konvoi durch das Dorf, angeführt von drei Reiterinnen, war schon ein besonderes Spektakel. Die Falknerei Geis hatte einen Stand aufgebaut mit Falken, Frettchen und einem Uhu. Es war sogar möglich, die Tiere auf den Arm zu nehmen und sich fotografieren zu lassen.

Richtig voll wurde es dann ab drei Uhr nachmittags. Das Showprogramm wurde eröffnet mit der Schreck-Show des Gestütes Lindenhof. Den Lewitzer Pferden wurde einiges zugemutet, bei dem die meisten Pferde in helle Panik ausbrechen würden. Zum Abschluss wurden Pferd und Reiterin komplett in ein riesiges Tuch eingehüllt; das Pferd nahm es mit Gelassenheit. Als nächster Programmpunkt wurde ein barockes Schaubild mit einem Friesenhengst geboten. Das mächtige und majestätische Tier fühlte sich unter seiner Reiterin erkennbar wohl; zum Abschluss vollführte der Hengst einen regelrechten Hofknicks. Es folgte das Rasseportrait griechischer Aravanis-Gangpferde. Diese Rasse beherrscht eine besondere Gangart, das sogenannte Tölten. Diese Gangart - sonst nur noch bei Isländer-Pferden bekannt - ist so weich, dass eine der Reiterinnen in einer Hand ein gefülltes Wasserglas halten konnte, ohne etwas zu verschütten.

Die Kinderreitgruppe von ArhönA führte danach ein Poloturnier auf. Dieses Spiel wurde völlig aufgewirbelt durch eine Reiterin, die auf dem Platz nichts verloren hatte, und den Schiedsrichter, der erfolglos versuchte, mit gelben und roten Karten diese Reiterin zu verscheuchen, und dabei völlig vergaß, sich um das Spiel zu kümmern. Wenn man allerdings wusste, dass es sich bei der Reiterin um die Reitlehrerin der Kinder handelte, wurde schnell klar, dass es sich um eine im wahrsten Sinne des Wortes "abgekartete Sache" handelte.

Der holländische Westernreiter Jan Zweers mit seinem Quarter-Hengst präsentierte dann eine ausführliche Einleitung ins Westernreiten. Die humorvolle und sehr anschauliche Schilderung entführte die Zuschauer in die Welt der Cowboys, die mit ihren Pferden hunderte von wilden Rindern unter Kontrolle halten mussten. Nach der Pause zeigte Jan Zweers spektakuläre Galopp-Einlagen sowie die bekannten Full Stops, bei denen das Pferd mit unbewegten Hinterbeinen rutschend eine Vollbremsung hinlegt.

Hakan Alp zeigte zusammen mit seiner Partnerin die spanische Dressur. Die Pferde schienen fast schwerelos zu tänzeln und bewegten sich rhythmisch zur Musik. Lene Husch führte vor, wie vertrauensvoll ein Pferd sich einem Menschen anschließen kann. In einer witzigen Shownummer kam sie als Putzfrau verkleidet mit ihrem freilaufenden Pferd auf den Platz. Unbeeindruckt von der Unruhe und den Menschenmengen lief Sarog neugierig hinter ihr her und ließ sich sogar die Behandlung mit einem Wischmop gefallen. Beeindruckend war dann das Kaltblütergespann, welches riesige Holzbalken millimetergenau über den Platz bugsierte.

Bei der Flugshow der Falknerei Geis wurde gezeigt, wie ein freigelassener Falke sich aus großer Entfernung auf eine vom Falkner an einem Seil geschwungene Attrappe stürzte. Die Falken waren nach Aussage des Besitzers aufgrund der großen Hitze und der Tatsache, dass sie bereits den ganzen Vormittag dem Trubel der Zuschauer ausgesetzt waren, nicht so flugfreudig wie sonst und gönnten sich längere Pausen auf den umliegenden Dächern.

Eine weitere Reitgruppe von ArhönA führte ein Märchen vor, bei dem das ferne Land Arhönien durch die schwarzen Reiter bedroht wurde, die zu allem Überfluss auch noch die Prinzessin in ein Ungeheuer verwandelt hatten. Erst das beherzte Eingreifen der Fee Franziskala mit ihren weißen Reitern wies die schwarzen Reiter in die Schranken, und die schöne Prinzessin wurde in ihre ursprüngliche Gestalt zurückverwandelt. Abgerundet wurde das Programm durch eine spannende Hundedressurshow.

Zum Abschluss des Programms um halb sieben wurde ein großer Strohhaufen entzündet, und Hakan Alp ritt mit seinem Hengst mehrfach durch das Feuer. Ein großartiger Abschluss eines spannenden und lehrreichen Showprogramms. +++




- Fotos: Klaus Dehnhard











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