12.06.06 - Fulda

Vertrag "HJK" und KLINIKUM: neue Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Der Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses, Alexander Schmidtke (rechts), sowie der Vorstandsvorsitzende der Klinikum gAG, Claus-Dieter Schad, besiegelten heute mit ihrer Vertragsunterschrift unter den Mietvertrag für die Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die zukünftig in der umzubauenden Pöschelklinik entstehen soll, den ersten Schritt zu Umsetzung der Strukturen, die im neuesten Kooperationsvertrag zwischen beiden Häusern vereinbart wurden.

In der Pöschelklinik, die nach modernen architektonischen und behandlungs-therapeutischen Aspekten grundsaniert werden soll, wird nach den Planungen übergangsweise für einige Jahre das tagesklinische Angebot für die psychiatrisch erkrankten Kinder und Jugendlichen untergebracht sein. Parallel hierzu wird in den nächsten Bauphasen eine stationäre und tageklinische Einrichtung am Standort Gerloser Weg des Herz-Jesu-Krankenhauses entstehen. Claus-Dieter Schad verdeutlichte das Kooperationsprojekt mit dem Hinweis, dass in die frühere Pöschelklinik rund 1,7 Mio. € investiert werden, um der neuen Tagesklinik insgesamt rund 900 m² Nutzfläche zur Verfügung zu stellen.

Alexander Schmidtke erläuterte, dass eine im Dezember 2005 veröffentlichte Studie zur Bestandsaufnahme der psychischen Gesundheit in Europa eine Entwicklung dokumentiere, die bereits seit mehreren Jahren von Vertretern der Politik und des Gesundheitswesens immer wieder dargestellt wird. Europaweit würden jährlich 27% der Bevölkerung an psychischen Störungen leiden. Die Studie zeige auch, dass sich die Mehrheit der psychischen Störungen bereits in der Kindheit und dem Jugendalter manifestieren würde. In diesem Lebensabschnitt würden die Weichen für eine erfolgreiche Entwicklung und Sozialisation gestellt. Weiterhin wird aus der Bestandsaufnahme deutlich, dass lediglich 26% der Betroffenen eine Behandlung erhalten, so dass die unbehandelten psychischen Störungen häufig chronisch und mit zunehmenden Komplikationen verlaufen.

Die Belastungen welche die Betroffenen durch ihre Krankheit erfahren wären teilweise erheblich und nahezu ausnahmslos mit einer Beeinträchtigung der sozialen Rolle (soziale Kontakte, Partnerschaften) verbunden. Insbesondere würde es bei Kindern und Jugendlichen zu verminderter Denkfähigkeit, Aufmerksamkeit, gestörter Wahrnehmung, gestörter Lernfähigkeit, negativer sozialer Entwicklung und in diesem Zusammenhang auch zu einer negativ beeinflussten schulischen Entwicklung kommen.

Beide Klinikmanager waren sich einig, dass aufgrund dieser Entwicklungen es notwendig wird, ein entsprechendes Versorgungsangebot im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie für die Fuldaer Region zu schaffen. Hierbei sollte insbesondere eine wohnortnahe Behandlung sicher gestellt werden. Neben dem sich aus der gesetzlichen Grundlage einer bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung ableitenden Anspruch einer möglichst bürgernahen Betreuung, bestehe im Hinblick auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Fachkreisen die einstimmige Meinung, dass die sozialen Bindungen in besonderer Weise in die therapeutische Behandlung mit einzubeziehen sind. Dies wirke insbesondere einem evtl. späteren Rückfall entgegen. Die geforderte Wohnortnähe könne jedoch nur bei einer entsprechenden Versorgungsdichte sichergestellt werden.

Es wurde der Hinweis gegeben, dass mittlerweile in allen Versorgungsgebieten Hessens Fachabteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrische etabliert sind. Im Versorgungsgebiet Fulda sei jedoch keine ausreichende ambulante Versorgung gewährleistet.

Ein erster Schritt zur Schaffung dieser notwendigen Strukturen ist die Umsetzung eines tagesklinischen Angebotes, die beide Fuldaer Krankenhäuser nun per Unterschrift beschlossen. Die Tagesklinik in der Pöschelklinik wird als „teilstationäre“ Einrichtung über diagnostische und therapeutische Möglichkeiten verfügen, ähnlich denen einer vollstationären Einrichtung. Kernelemente des tagesklinischen Angebotes sind die Behandlung und Pflege entsprechend den klinischen Anforderungen, welche über den gesamten Aufenthalt eng mit dem sonstigen Lebensalltag der Patienten verzahnt werden sollen. Die tagesklinische Behandlung kann einem Patienten unter Umständen den Aufenthalt in der stationären Psychiatrie ersparen und insbesondere die Wiedereingliederung nach einem stationären Aufenthalt fördern. Die jetzt kurzfristig angestrebten teilstationären Kapazitäten der Tagesklinik reichen jedoch nicht aus, um den für die Region Fulda konstatierten Bedarf zu decken. Insbesondere fehlt bei der neu geschaffenen Tagesklinik auch das ergänzende bzw. zusätzliche stationäre kinder- und jugendpsychiatrische Angebot, dass bei Bedarf in Anspruch genommen werden kann. Dies wird jedoch in den Folgejahren am Herz-Jesu-Krankenhaus realisiert.

Alexander Schmidtke sowie Claus-Dieter Schad erklärten zum geschlossen Mietvertrag, dass hiermit der Grundstock für eine optimierte Krankenversorgung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gelegt wurde. Allein bezüglich der med. tagesklinischen Angebote entfallen für die Patienten und Angehörige lange Wartzeiten und Aufenthalte fern vom Wohnort. Dies bedeute eine erhebliche Entlastung der betroffenen Familien und eine patientenorientierte Betreuung und Versorgung der Patienten aus der Region Fulda. +++

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