Der Vogelsberger Höhen-Club (VHC) bietet mehr als reine Sportaktionen. Auf den Unterschied zwischen einmaligen Sportevents oder kommerziell geprägten Fitness-Trends und dem umfassenden Angebot des traditionsreichen Vereins will der VHC in Zukunft stärker hinweisen - und mit einer Gesamtwanderaktion in allen 30 Zweigvereinen zwischen Mainz, Schlüchtern, Schotten, Fulda, Gießen und Ulrichstein Im Frühjahr 2007 konkrete Alternativen aufzeigen. Über diese Planungen informierten bei der 125. Hauptversammlung des VHC in Ulrichstein im Vogelsbergkeis die Verantwortlichen, der Gesamt-VHC Vorsitzende Jürgen Klein, der Ulrichsteiner Zweigvereinsvorsitzende Dr. Dietmar von dem Borne und Hauptnaturschutzwart Gerhard Strack.
Die Vereinsvertreter betonten, der VHC biete einerseits seinen Mitgliedern und interessierten Mitwanderern über die angebotenen Wanderungen indirekt auch eine Möglichkeit der "sportlichen Betätigung". Doch abgesehen vom Gemeinschaftsaspekt und dem persönlichen Zusammenhalt in den Zweigvereinen erfülle der VHC auch viele Aufgaben, die dem Naturschutz und der Erhaltung der Artenvielfalt dienten. Ausgebildete Wanderführer würden bei Wanderungen auf diese Aspekte hinweisen und so das Bewusstsein der Menschen für Natur- und Artenschutz sensibilisieren. Durch die Vermittlungen von geschichtlichen und naturwissenschaftlichen Kenntnissen sei der Verein auch kulturell und bildungsmäßig aktiv.
Der Vogelsberger Höhen-Club hat über 3.500 Mitglieder in 30 Zweigvereinen, die es unter anderem in Alsfeld, Grünberg, Gießen, Lauterbach, Schlitz, Schotten, aber auch in Fulda und Schlüchtern bis hin nach Frankfurt und Mainz gibt.
Zum Programm der dreitägigen Feiern aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums des Gesamt-VHC und des Zweigvereins Ulrichstein gehörte auch die 125. Hauptversammlung des Gesamtvereins, bei der die Bilanz eines arbeitsreichen und positiven Jahres gezogen wurde. Vorsitzender Jürgen Klein bezeichnete in seinem Bericht im Innovationszentrum als Eckpunkte von 2005 die Veranstaltungen Sternwandertreffen mit Totengedenken auf der Herchenhainer Höhe, Höhenfastnacht und Bierabend auf dem Hoherodskopf. Im Bereich der Liegenschaften wies er auf die erfolgte Renovierung des Vater-Bender-Heimes hin. Mit der Erneuerung der Panoramafenster im Clubhaus in Richtung Breungeshainer Hang stünden auch in diesem Jahr weitere Investitionen an.
Endgültig fertiggestellt sei das Wegenetz der Städte Lich, Laubach, Hungen und Grünberg: das Wegenetz wurde als Auftragsarbeit durch die Wegemarkierer der dortigen Zweigvereine konzipiert. Mit den Städten habe der Verein einen zehnjährigen Pflegevertrag abgeschlossen. Wegen der seit Jahren zurückgehenden institutionellen Förderung durch das Land Hessen soll die Finanzierung der Wegearbeit durch Annehmen von Auftragsarbeiten für Kommunen zur Pflege und Anlage der Wanderwege umgestellt werden. In Planung befinde sich auch - in Zusammenarbeit mit der Region Vogelsberg Touristik GmbH - die Ausweisung von sogenannten „Extratouren“, die besonders hohen Qualitätsansprüchen entsprechen. Diese würden dann in das bestehende Wegenetz des VHC integriert.
„Von 26 Zweigvereinen werden insgesamt 3.122 Kilometer Wanderwege betreut. 1.809 Kilometer sind im letzten Jahr überprüft worden“, stellte Hauptwanderwart Günter Krauthan (Gelnhausen) in seinem Bericht fest. Die Kosten dafür hätten 2005 insgesamt über 4.100 Euro betragen. Mit Stolz berichtete er, dass fast 20 Teilnehmer den Wanderlehrgang des VHC nach den Richtlinien des Deutschen Wanderverbandes erfolgreich abgeschlossen hätten. In 65 Stunden wurden sie in Karte und Kompass, GPS, Planung und Durchführung einer Wanderung sowie die Rechtskunde eingewiesen. Außerdem mussten die Wanderführer einen Erste-Hilfe Lehrgang absolvieren. Die frischgebackenen Wanderführer Gustav Weidner (VHC Herchenhain-Hartmannshain), Manfred Wisker (VHC Gießen), Marianne Jahnke, Herbert Grein, Arnim Ortmann (alle VHC Lauterbach), Brigitte Hofmann-Schmidt, Annegret Knabe (beide VHC Lich), Horst Schaumburg (VHC Nidda) und Otto Weber (VHC Gelnhausen) erhielten ihre Auszeichnung dann am Sonntagnachmittag beim Wandertreffen überreicht.
172 Teilnehmer bei je drei naturkundlichen Wanderungen und Dia-Vorträgen verzeichnete Hauptnaturschutzwart Gerhard Strack. Insgesamt 73 Stellungnahmen nach § 29 Bundesnaturschutzgesetz waren im Berichtsjahr zu bearbeiten. Dies habe einen Zeitaufwand von 53 Stunden und 540 gefahrene Kilometer erfordert, berichtete Strack.
Eine Gesamtwanderaktion plant der VHC im Frühjahr 2007 bei allen seinen Zweigvereinen. Um mehr Aufmerksamkeit für die Wanderungen "gegen den Trend von Nordic Walking und ähnlichen Aktionen" zu erreichen, solle damit in der Öffentlichkeit betont werden, dass die Wanderungen des VHC mehr seien als reine Sportaktionen. Dazu sollen die Zweigvereine am 14. und 15. April 2007 eine Halbtags- und eine Ganztagswanderung sowie in der nachfolgenden Woche eine weitere Halbtagswanderung anbieten. Für Samstag, den 21. April ist eine gemeinsame Rundwanderung vom Vater-Bender-Heim über den Höhenweg mit einer Abschlussveranstaltung geplant.
Mit einem Wandertag beendete der Gesamt-VHC am Sonntag seine Feierlichkeiten: über 200 Wanderer kamen bei strahlendem Sonnenschein in Hessens höchstgelegene Stadt, um zu verschieden langen Wanderungen aufzubrechen. Nach der Begrüßung auf dem Stadtplatz vor dem Rathaus lud Pfarrer Manfred Hofmann zu einem Gottesdienst in die Stadthalle ein und um zehn Uhr wurden die einzelnen Wandergruppen eingeteilt. Ein Stadtrundgang, Museumsbesuch, Schlossberggarten, Schleuningsteine, Rebgeshain/Kammern und eine Wanderung für Familien und Senioren, die auch mit einem Kinderwagen bewältigt werden konnte, standen zur Auswahl. Nach dem Abstecher in die Natur ging es zur Stärkung in die Stadthalle zurück und ein deftiger Erbseneintopf sowie Rippchen und Kraut schmeckten den Teilnehmern trotz hochsommerlichen Temperaturen. Die musikalische Umrahmung hatte am Nachmittag das Blasorchester Altenburg.
Nach Ansprachen von Bürgermeister Erwin Horst, dem Gesamt-VHC Vorsitzenden Jürgen Klein und VHC-Zweigvereinsvorsitzenden Dr. Dietmar von dem Borne sowie der Lauterbacher Bierkönigin Nadine, die als "letzte Amtshandlung" die Wimpelbänder übergab, zeigte die Tanzgarde „Rote Funken“ und Ronja Grimm Ausschnitte aus dem alljährlichen Faschingsprogramm des VHC-Ulrichstein.
Mit der Ehrennadel des Gesamt VHC wurden im Anschluss Marion und Jochen Gebauer (beide VHC Laubach), Aenni Grammann (VHC Schlüchtern), Arthur Bohn (VHC Mainz), Monika Wagner (VHC Stockheim), Knud und Eva Otterson, (beide VHC Gießen), Ida Fink (Vereinigte Wandervereine Friedberg-Bad Nauheim), Arnim Ortmann (VHC Lauterbach), Rolf Kaltenschnee (VHC Büdingen), Christa Geßner (VHC Nidda), Klaus-Dieter Semmler, Ulrich Stein und Werner Kern (alle VHC Ulrichstein) ausgezeichnet.
Die höchste Auszeichnung des VHC, den Ehrenbrief erhielten Anni Menzel, Harald Hendel (beide VHC Eichelsachsen), Paul Sauer (VHC Gedern), Gustav Weidner (VHC Herchenhain-Hartmannshain), Klaus Stingl (VHC Frankfurter Berg), Werner Damm (VHC Schlitz), Hans-Peter Goldstein (VHC Nidda) und Rudolf Scharmann (VHC Ulrichstein). +++