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17.06.06 - DIE WM-GLOSSE (9)

- von Hans Joachim FISCHER, der WM-Pfarrer der EKHN

Beobachtungen zu den kleinen und großen Ereignissen des Tages werden auf der Internetseite des Zentrums Verkündigung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) - die auch für den Vogelsbergkreis zuständig ist - veröffentlicht und u.a. auch von "Osthessen-News" weiterverbreitet. Die täglich erscheinende Glosse begann mit dem Start der WM am 9. Juni 2006. Den Anfang machte Schalke-Mitglied Pröpstin Karin Held (Kirchenbezirk Starkenburg). Die Glosse am Schluss wird am 9. Juli 2006 Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker schreiben. Dazwischen kommen auch Menschen zu Wort, für die der Fußball in diesen Tagen nicht im Mittelpunkt steht.

NOMEN EST OMEN

Ihre Namen sind bekannt und in aller Munde. Jeder und jede, ob jung oder alt, ob Fußballfan oder nicht hat ihre Namen schon gehört und kann etwas damit anfangen: Klinsmann, Ballack, Lehmann oder Kahn. Sie genießen in diesen Tagen mehr Aufmerksamkeit als die Bundeskanzlerin oder irgendein Popstar. Der Zustand von Ballacks Wade stand vor wenigen Tagen im Mittelpunkt des Interesses und war wichtiger als alle Meldungen aus Wirtschaft und Politik.

Aber was bedeuten diese seltenen und nicht minder seltsamen Namen? Dieser Frage ist, wie ich vor wenigen Tagen in der Zeitung lesen konnte, Jürgen Udolph, Deutschlands einziger Professor für Onomastik (Namensforschung) nachgegangen und er ist dabei zu überraschenden Ergebnissen gekommen.*

So lässt sich der Name Klinsmann wie folgt erklären: Der Name des Teamchefs geht zurück auf „Klint“, was soviel wie „Anhöhe“ oder „steiler Uferrand“ bedeutet. Klinsmanns Vorfahren waren demnach offenbar Menschen, die auf einer Anhöhe lebten und ständig mit dem Sturz in den Abgrund rechnen mussten. Wenn das nicht ein schönes Bild für die Situation eines Nationaltrainers ist!

Oder nehmen wir Oliver Kahn. Sein Name leitet sich ab vom althochdeutschen Wort „koun“. Das bedeutete „kühn und einen Rat erteilend“; eine Rolle, die Kahn als Nummer zwei im deutschen Tor zwangsweise einnehmen musste, aber als echter Sportsmann bisher tadellos erfüllt.

Und Michael Ballack? Ballack ist nach Auskunft von Prof. Udolph ein sorbischer Name, der vom christlichen Rufnamen „Balthasar“ abgeleitet ist. Balthasar wiederum stammt aus dem Babylonischen und bedeutet „Gott behüte sein Leben“.

Ob Ballack diese Erklärung seines Namens schon einmal gehört hat? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall gilt ihm und allen Menschen die Zusage Gottes, dass er unser Leben behüten will.

Hans Joachim Fischer

WM-Pfarrer der EHKN

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