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19.06.06 - DIE WM-GLOSSE (11)

- von Ulrich Pfifferling, Pfarrer

Beobachtungen zu den kleinen und großen Ereignissen des Tages werden auf der Internetseite des Zentrums Verkündigung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) - die auch für den Vogelsbergkreis zuständig ist - veröffentlicht und u.a. auch von "Osthessen-News" weiterverbreitet. Die täglich erscheinende Glosse begann mit dem Start der WM am 9. Juni 2006. Den Anfang machte Schalke-Mitglied Pröpstin Karin Held (Kirchenbezirk Starkenburg). Die Glosse am Schluss wird am 9. Juli 2006 Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker schreiben. Dazwischen kommen auch Menschen zu Wort, für die der Fußball in diesen Tagen nicht im Mittelpunkt steht.

ZWISCHEN DEN WELTEN

Nun hat mich mein Wohnzimmer wieder! Nach Scheinwerfern und Kerzen leuchten mir nun wieder grüne Pixel entgegen. Zurück von den „Good days“, dem Jugendkirchentag unserer Kirche, warten Ronaldinho u. Co. auf mich, und die Zeilen für die WM-Glosse! - Aber, erst noch Brasilien gegen Australien schauen! Früher lagen da Welten dazwischen!

Wie zwischen einem Wohnzimmer und einem kirchlichen Jugendtag. Dieser Tage konnte ich in Friedberg vor der Großleinwand liegen, im Jurtenzelt zwischen Papphockern, genannt „WM-Wohnzimmer“ und fühle mich irgendwo … zwischen den Welten: Große Begeisterung überall, über den Fußball, über „coole Parties u. coole Leute und coole Musik“. Aber auch über Gott?

Eine Konfirmandin will ganz begeistert zu einer Talkrunde „Ooh, da ist der Florian Hammel!“ Seines Zeichens U16 – Auswahltorwart! Ich bin begeistert und bringe sie beinahe persönlich hin, weil ich im Programmheft lese, dass „in seinem Leben Sport und Glauben eine große Rolle spielen“, und weil ich hoffe, dass sie auch etwas von der Begeisterung für Jesus mitbekommt! Sie ist begeistert, weil sie sein Bild im Programmheft gesehen hat. Zwei Welten? Ich muss an Jesus denken und was er im Johannesevangelium, Kapitel 17, über die Jünger sagt: Sie sind nicht von der Welt. Als ich nachlese steht dort auch: Sie aber sind in der Welt! Vermischte Welten?.

Als Australien verloren und mein Wohnzimmer mich an den Schreibtisch abgegeben hat, fällt mir auf, was die Fußball-Jugendkirchentagswelt hervorgebracht hat: Hat nicht die gleiche Konfirmandin bei einer Umfrage, wozu der Jugendkirchentag gut sein könnte, gesagt: „Gott näher kommen!“

Ihr Ulrich Pfifferling, Pfarrer

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