Mit der dritten Premiere der diesjährigen Spielzeit, der Inszenierung von "Der Widerspenstigen Zähmung", zeigen die Hersfelder Festspiele heute Abend um 21 Uhr eine der bekanntesten Shakespeare Komödien in der Stiftsruine. Ist die Titelheldin Katharina eine starke unabhängige Frau, die weiß, was sie will, oder muss sie erst von Männerhand auf das rechte Gehorsamkeitsmaß einer braven Ehefrau zurechtgestutzt werden?
Die Handlung: Der junge Lucentio reist mit seinem Diener Tranio nach Padua, um an der Universität zu studieren. Dort verliebt er sich in die schöne, sanfte Bianca. Diese hat aber noch zwei andere Freier und darf sowieso erst dann heiraten, wenn ihre ältere Schwester unter die Haube gebracht worden ist. Doch es besteht wenig Hoffnung, dass sich jemals ein Mann findet, der sie heiraten will, denn Katharina ist zu jedem und - vor allem zu jedem Freier - unausstehlich. Da aber taucht Petrucchio auf, ein Edelmann aus Verona. Er heiratet Katharina, nimmt sie sofort nach der Zeremonie mit in sein Landhaus und unterzieht die Widerspenstige einer ungewöhnlichen "Kur". Am Ende ist Katharina die sanfteste Ehefrau der Welt. Aber wie benimmt sich Bianca, die inzwischen Lucentio heiraten durfte?
Die Komödie aus dem Jahr 1595 ist das Stück Shakespeares, das am meisten in der Tradition der italienischen Commedia dell'arte verwurzelt ist. Das turbulente Lustspiel um die kratzbürstige Katharina, die von ihrem Ehemann Petrucchio mit unkonventionellen Mitteln, aber zuletzt durch die Liebe gezähmt wird, sprüht nur so vor italienischer Lebenslust, Witz und Spaß am Theaterspiel.
Über den Regisseur: Michael Gruner arbeitet als freier Regisseur für verschiedene Theater in Deutschland und Österreich (Düsseldorf 1974-81, Hamburg, Frankfurt, Bonn, Darmstadt, Wien/Burgtheater, Stuttgart, München, Berlin/Deutsches Theater, Weimar), derzeit Schauspieldirektor in Dortmund. Gastprofessur am Mozarteum/Salzburg. Professur am Max-Reinhardt-Seminar. Einladung zum Berliner Theatertreffen 1995 (Tankred Dorst „Herr Paul“, Deutsches Theater Berlin).
Gertrud Drassl ist die widerspenstige Katharina
Gertrud Drassl wurde in Bozen, Südtirol, geboren. Während der Schulzeit erhielt sie eine Ausbildung in klassischem Ballett, später auch in modernem Tanz. Nach der Matura an einem Kunstlyzeum studierte sie zunächst ein Jahr lang Kunstgeschichte in Wien, bevor sie im Herbst 1998 am Max Reinhardt-Seminar aufgenommen wurde und dort im Sommer 2002 ihren Abschluss machte. Danach wurde sie sofort als festes Ensemblemitglied an das „Theater in der Josefstadt“ in Wien engagiert, wo sie von Beginn an mit tragenden Rollen wie z.B. der Hedwig in Ibsens „Wildente“ oder der Laura in „Die Glasmenagerie“ betraut wurde. Gertrud Drassl ist auch bei Film- und Fernsehproduktionen keine Unbekannte. So spielte sie die Hauptrolle in dem Film „Mein Vater, meine Frau und meine Geliebte“.
Manuel Harder als Petrucchio
Manuel Harder - der bei Festspielen in dieser Komödie die männliche Hauptrolle Petrucchio spielt - erhielt seine Schauspielausbildung an der ATHANOR Akademie für Darstellende Kunst und Regie im bayrischen Burghausen. Er ist an dieser Schule auch seit 1999 als Dozent für Schauspiel tätig. Seine zahlreichen Theaterengagements führten ihn von Bremen über Berlin, das Salzburger Landestheater nach Dortmund, wo er am dortigen Schauspielhaus seit 2001 fixes Ensemblemitglied ist und auch selbst öfters Regie führt. Daneben wirkt Manuel Harder in zahlreichen Fernseh- und Spielfilmen mit. +++