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22.06.06 - DIE WM-GLOSSE (14)

- von Ralf NOORMANN, Pfarrer - AK Kirche und Sport in der EKHN

Beobachtungen zu den kleinen und großen Ereignissen des Tages werden auf der Internetseite des Zentrums Verkündigung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) - die auch für den Vogelsbergkreis zuständig ist - veröffentlicht und u.a. auch von "Osthessen-News" weiterverbreitet. Die täglich erscheinende Glosse begann mit dem Start der WM am 9. Juni 2006. Den Anfang machte Schalke-Mitglied Pröpstin Karin Held (Kirchenbezirk Starkenburg). Die Glosse am Schluss wird am 9. Juli 2006 Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker schreiben. Dazwischen kommen auch Menschen zu Wort, für die der Fußball in diesen Tagen nicht im Mittelpunkt steht.

LITURGISCHE FARBE: G R Ü N

Wenn man während der Fußballweltmeisterschaft einen Gottesdienst besucht freut man sich über einen Hinweis auf das Ereignis. Mir ging es so am vergangenen Sonntag in einem katholischen Gottesdienst mit Gästen aus Südamerika. Da war die Welt wirklich zu Gast bei Freunden, aber das war gar nicht mein wichtigstes `“Aha-Erlebnis“.

Der Pfarrer sprach kurz über die liturgischen Farben und die Zeit des Kirchenjahres, die jetzt für die nächsten Monate begonnen hat. Die Farbe der nächsten Wochen ist, wie sollte es anders sein, grün. Und dazu der Kommentar: „ in der Kirche ist jetzt die Zeit der großen Feste vorbei. Jetzt kommt die Zeit des Säens und geduldigen Wartens auf die Ernte.“ (Evangeliumstext war das Gleichnis vom Wachsen der Saat)

Das ergänzt sich doch gut, dachte ich mir, das Grün an den Kanzeln und Altären, und das Grün des Fußballrasens. Jetzt wo die großen Feste der Kirche vorbei sind feiern wir weiter mit all denen, die Lebensfreude und Ausgelassenheit in dieser Zeit der Fußball-WM erleben.

Wenn man in diesen Tagen in Frankfurt unterwegs ist erlebt man eine besondere Feierstimmung. Es ist viel mehr Leben in der Innenstadt, man hat das Gefühl, alles ist bunter und lebendiger geworden, und die Menschen sind gelassener und fröhlicher als sonst. Schön, wenn es so bleiben würde, auch wenn jemand anders Gewinner bzw. Verlierer beim Spiel ist, als ich es mir wünsche!

Es ist die Zeit des Säens, warum nicht die Saat der Fröhlichkeit ausstreuen. In einer Geschichte habe ich dieser Tage gelesen: Wenn Menschen gut sind, sind sie nicht immer froh. Aber: Wenn Menschen froh sind, sind sie immer gut.

Rolf Noormann, Pfarrer und Vorsitzender des

Arbeitskreises Kirche und Sport in der EKHN

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