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25.06.06 - DIE WM-GLOSSE (17)

- von Antje HAGEL, Leiterin des Fan-Projektes Offenbach

Beobachtungen zu den kleinen und großen Ereignissen des Tages werden auf der Internetseite des Zentrums Verkündigung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) - die auch für den Vogelsbergkreis zuständig ist - veröffentlicht und u.a. auch von "Osthessen-News" weiterverbreitet. Die täglich erscheinende Glosse begann mit dem Start der WM am 9. Juni 2006. Den Anfang machte Schalke-Mitglied Pröpstin Karin Held (Kirchenbezirk Starkenburg). Die Glosse am Schluss wird am 9. Juli 2006 Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker schreiben. Dazwischen kommen auch Menschen zu Wort, für die der Fußball in diesen Tagen nicht im Mittelpunkt steht.

"FANS SIND IN"

Reisende Fußballfans mit und ohne Tickets, ausgelassen feiernde junge Frauen und Männer im Stadion und in den Innenstädten. Miteinander fußballspielende Fans auf den Plätzen dieser Republik – spontan und ungeregelt. Mancherorts kann man den Eindruck gewinnen, man wäre nicht im Land der Gummistiefel.

Diese WM macht es möglich und wir freuen uns darüber. Auch darüber, dass die Publik-Viewing- Plätze die Erwartungen der Veranstalter übertreffen – zumindest in den Ausrichterstädten. Alle sind zufrieden. Den im Vorfeld kursierenden Horrorbildern anrückender Fußballfan-Horden aus aller Herren Länder hielten wir gebetsmühlenartig entgegen: 99,9 % der Gäste kommen, um ein Fußball-Fest zu erleben. Heißt sie alle willkommen, denn Fans, die keine Probleme haben, machen auch keine!

Nun sieht es so aus, als hätte sich diese Philosophie durchgesetzt, in der auch Sicherheitskräfte sprechen und zuhören. Polizisten, die verstehen, dass Rivalität zum Fußballfansein dazugehört wie die Butter aufs Brot. Und dass trotzdem nicht jeder Fußballfan ein Verbrecher ist.

Nur gilt es die Zeit nach der WM nicht aus dem Auge zu verlieren. Denn Fußball wird auch nach dem 9. Juli gespielt und was da die Fans erwartet steht in den Sternen. Ich würde mir wünschen, dass dieses Konzept auch in den Ligaalltag übernommen wird. Denn dort werden die Anhänger der Gastmannschaften in der Regel nicht als Gäste empfangen, sondern als Sicherheitsrisiko. Die WM hat bewiesen, dass die Idee der Gastfreundschaft und der damit verbundene gegenseitige Respekt, die beste Voraussetzung für friedvolle Spiele sind.

Antje Hagel

....ist Koordinatorin ders Fan-WM-Büro Hessen und Leiterin des Fanprojekts Offenbach. Die Fanprojekte sind mit der Koordinationsstelle Fanprojekte an der Fan- und Zuschauerbetreuung beteiligt. Fanprojekte sind sozialpädagogisch arbeitende Anlaufstellen für Fußballfans .

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