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27.06.06 - DIE WM-GLOSSE (19)

- von Jeffrey Myers, Pfarrer für Stadtkirchenarbeit WM-Stadt Ffm.

Beobachtungen zu den kleinen und großen Ereignissen des Tages werden auf der Internetseite des Zentrums Verkündigung der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) - die auch für den Vogelsbergkreis zuständig ist - veröffentlicht und u.a. auch von "Osthessen-News" weiterverbreitet. Die täglich erscheinende Glosse begann mit dem Start der WM am 9. Juni 2006. Den Anfang machte Schalke-Mitglied Pröpstin Karin Held (Kirchenbezirk Starkenburg). Die Glosse am Schluss wird am 9. Juli 2006 Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker schreiben. Dazwischen kommen auch Menschen zu Wort, für die der Fußball in diesen Tagen nicht im Mittelpunkt steht.

"IHR SEID MEINE FREUNDE"

Da die Tausenden von englischen Fans mittlerweile weiter gereist sind, ist es in Frankfurt ein gutes Stück ruhiger geworden. Und da die letzten Spiele woanders ausgetragen wurden, war es ein vergleichsweise ruhiger Tag auch in der Alten Nikolaikirche am Römerberg. Doch für folgende Eintragung alleine im Gästebuch der Kirche hat es sich gelohnt, die Kirche heute offen zu halten und Gastfreundschaft zu üben: "Danke für die offene Tür heute...für das freundliche Wort...für das offene Ohr: ein wichtiges Zeichen für mich, dass auch Gott für mich "offen" hat und dass ich Jesus nicht nur 'Herr', sondern auch 'Freund' nennen darf."

Das Motto der WM habem mittlerweile alle - ob Fußball-begeistert oder nicht - im Ohr: "Die Welt zu Gast bei Freunden", einschließlich der englischen Übersetzung für Gäste aus aller Welt: "A time to Make friends". Um Freunde und Freundschaft also soll es während dieser vier Wochen gehen.

"Ich nenne euch Freunde", hat Jesus seinen Jüngern kurz vor seinem Tod gesagt. Kein größeres Kompliment hätte Jesus den Seinen damals oder heute machen können, als sie "Freunde" zu nennen. Und das ist das Einmalige am christlichen Glauben: Dass man in Beziehung, ja in Freundschaft mit Gott durch Christus treten kann.

Das Wort "Gastfreundschaft" in der Sprache des Neuen Testaments wird aus zwei Worten gebildet: Freund und Fremder, was Freundschaft für die Fremden bedeutet. Im Griechischen werden also in diesem einen Wort die beiden Worte untrennbar verbnden, durch Gastfreundschaft in Jesu Namen werden die Fremden zu Freunden. Ein neueres Lied in unserem Evanglischen Gesangbuch sagt es so: "Damit aus Fremden Freunde werden, gibst Du uns Deinen Heilgen Geist, / der, trotz der vielen Völker Grenzen / den Weg zur Einigkeit uns weist."

Rot war die Farbe des Pfingstfestes, ab Pfingsten ist nun nach dem Kirchenkalender die Farbe grün. Und das ist schön so. Denn die Freundschaft mit Gott hat die Farbe grün, weil diese Freundschaft uns das Leben in Fülle schenkt und die tiefsten Freuden hervorbringt. Und so bleibt sie, diese Freundschaft, was auch immer kommt, immergrün.

Jeffrey Myers

Pfarrer für Stadtkirchenarbeit

Alte Nikolaikirche am Römerberg

Kirchen-Center auf der Messe

WM-Stadt Frankfurt am Main

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