Für zehn Minuten auf dem Trimmdich-Rad erhält man zwei Punkte, dafür kann man sich schon ein belegtes Brötchen holen. Dieses einfache Prinzip - erst bewegen, dann ernähren - wird am 6. Juli auf dem "SportsFinderDay" der Sportjugend Hessen auf dem Gelände der Rabanus-Maurus-Schule in der Magdeburger Straße umgesetzt. Von 9 bis 14 Uhr sammeln die Schülerinnen und Schüler Punkte, die sie an einem Frühstücksbuffet gegen Essen eintauschen können. Die Aktion, die dieses Jahr außer in Fulda noch in neun weiteren Städten deutschlandweit stattfindet, ist jeweils eine Zusammenarbeit der Sportjugend mit den Schulen, in denen sie ausgetragen wird, und regionalen Sportvereinen. Der Referatsleiter Freizeitsport der Sportjugend Hessen, Matthias Kringel, und Schuldirektor Dieter Trousil stellten das Projekt in der Rabanus-Maurus-Schule vor.
Zahlreiche Sportangebote sollen die Schüler zu mehr Sportengagement motivieren, so die Zielsetzung des Spiel- und Sport-Tages. Dabei sollen auch Zusammengehörigkeitsgefühl und soziale Kompetenzen gefordert werden. An rund 50 Stationen können die Schüler Fußball oder Hockey spielen, eine transportable Kletterwand erklimmen, ihr Können auf einer Skate-Anlage zeigen und ihre Kondition an Fitness-Geräten prüfen. Daneben wird es aber auch verspieltere Sportmöglichkeiten geben, etwa Highland-Games mit Baumstammwerfen, "Spiele aus der guten alten Zeit" wie Eierlaufen und Sackhüpfen und spezielle Teamaufgaben, deren Planung und Durchführung die Klassen als Ganzes bewältigen müssen. In einem Ruheraum können sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem massieren lassen. Der Jahrgangsstufe 7 steht überdies das Schwimmbad in Ziehers-Nord zwei Stunden lang für Schwimmen, Tauchen und Kanufahren zur Verfügung. Ansonsten sei aber nur das direkte Schulumfeld eingebunden, sagte Trousil.
Für jede dieser Aktivitäten erhalten die Schülerinnen und Schüler bis zu zwei Punkte, die sie an einem vielseitigen Buffet einlösen können. nicht nur Brötchen, Müsli und Schokoladenstullen stehen hier zur Auswahl, sondern beispielsweise auch Kuchen oder Pommes Frites - die allerdings entsprechend viele Punkte kosten. Die Jugendlichen müssen sich also ihre Verköstigung verdienen, nur Getränke erhalten sie "kostenlos". Auf diese Weise "sollen Kindern möglichst frühzeitig den Zusammenhang zwischen ausgewogener Ernährung und ausreichender Bewegung" erfahren, so Kringel. In einem Fragebogen sollen die Teilnehmer am Ende ihre Eindrücke mitteilen und die Aktion bewerten.
Möglich wird die Umsetzung unter anderem durch eine Kooperation mit regionalen Sportvereinen, die zum Beispiel Sportgeräte zur Verfügung stellen und am SportsFinderDay auch Helfer stellen. In der Region Fulda sind zwölf Vereine beteiligt: Der Fuldaer Judoclub, die Wasserfreunde Fulda, der Kanuclub Fulda, der Tauchclub Muräne Fulda, RSV und RSF Petersburg, der Tennisclub Blau-weiß Petersberg, die Fuldaer Verkehrswacht, der TV Petersberg, der FT Fulda, der Tanzsportclub Fulda und das Fitnessstudio Freizeitinsel. Hauptsponsor der Veranstaltung ist nutella - "aber es soll keine Werbeveranstaltung werden", versprach Kringel. Es gebe bei dem gesamten Event keine Werbung, das gelte auch für Rhönsprudel und Getränke Heurig, die die Getränkeversorgung übernommen haben.
Bei der Veranstaltung gehe es besonders um Nachhaltigkeit, betonte Kringel. Man erhoffe sich zum Beispiel, dass das Interesse der Schüler am Vereinssport geweckt werde, und wolle das mit Möglichkeiten zu Schnupperkursen auch fördern. Zudem gebe es "Nachbetreuungsangebote" an den Schulen, wozu auch Lehrerfortbildungen für die Themen Bewegung, Ernährung und Gesundheit sowie Vereinsförderung von Seiten der Sportjugend zählten. Man müsse "über den tag hinaus das Pflänzchen gießen", so Kringel.
Für die Schule geht es laut Trousil auch um das Zertifikat zur "gesundheitsfördernden Schule", das sich die Rabanus-Maurus-Schule erarbeiten möchte. Dieses gliedert scih in vier Bereiche, von denen der Bereich Bewegung mit dem SportsFinderDay absolviert sein wird. Der Bereich Ernährung werde wohl noch dieses Jahr abgedeckt, so Trousil, und dafür habe man auch schon den Stundenplan angepasst: Es wird zum Beispiel eine einstündige Mittagspause geben.
Der SportsFinderDay wurde letztes Jahr von der Sportjugend Hessen konzipiert und in drei Schulen getestet. Die Aktionen waren so erfolgreich, dass der Tag dieses Jahr an insgesamt zehn Schulen in den Bundesländern Hessen, Thüringen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz durchgeführt wird. Fulda macht den Anfang dieser Serie. Aus zehn hessischen Schulen, die sich auf die Ausschreibung hin beworben hatten, waren drei ausgewählt worden, die über bestimmte Kriterien verfügen (mindestens 500 Schülerinnen und Schüler, gute Anfahrtsmöglichkeiten für die Vorbereitung, ausreichende Räumlichkeiten). Die Tage werden auch in den kommenden Jahren durchgeführt. (S.K.) +++