Hohe Ehrung für den Betrieb Elke und Albert Appel (Helpershain)
„Eine 100.000 Liter Kuh zu haben, ist für einen Milchviehbetrieb ein ganz besonderer züchterischer und betriebswirtschaftlicher Erfolg“. So Tierzuchtberater Wilhelm Vackiner vom Landes-Betrieb Landwirtschaft Hessen in Alsfeld auf der Bezirkstierschau anlässlich des Ulrichsteiner Jakobimarktes. Mit „Dixi“ habe der Betrieb Elke und Albert Appel (Helpershain) eine solche Kuh im Stall.
100.000 Liter sei eine Menge Milch, die man sich im ersten Moment nicht vorstellen könne. „Es sind fünf große Tanklastwagen voll“ betonte Vackiner. Was diese Kuh geleistet habe, erkenne man auch daran, dass eine Durchschnitts-Holstein-Kuh bei uns rund 23.000 Liter Milch im Laufe ihres Lebens gebe. Hohe Milchleistungen über möglichst viele Jahre hinweg seien für unsere Milchviehbetriebe sehr wichtig, da nur so der notwendige betriebswirtschaftliche Gewinn erzielt werden könne.
Die Leistungsveranlagung beziehungsweise die genetische Veranlagung einer Kuh über viele Jahre hinweg viel Milch zu geben, müsse sicherlich vorhanden sein. Zuchtverbände und Besamungsstationen legten daher viel Wert darauf, Zucht- und Besamungsbullen zur Verfügung zu stellen, die hohe Milchleistungen und lange Nutzungsdauer an ihre Nachkommen vererbten. Die Kuh „Dixi“ stamme von solch einem Bullen ab. Die eigene Vererbungskraft von Dixi könne man heute recht deutlich an den mit ausgestellten drei Töchtern Dorothee, Dalia und Dora erkennen.
Einen ebenso großen vielleicht sogar noch entscheidenderen Einfluss hätten die so genannten Umweltbedingungen wie Fütterung, Haltung und Kuhkomfort, betonte der Tierzuchtberater: „100.000 Liter-Kühe sind daher auch immer ein Zeichen von gutem Betriebsmanagement. Der Züchterfamilie Elke und Albert Appel, gebührt viel Lob und Anerkennung, dass sie es geschafft haben „Dixi“ über fast 12 Laktationen hinweg fit zu halten und es ihr somit ermöglicht haben diese Traumgrenze von 100.000 Kilogramm Milch Lebensleistung zu überschreiten“. Für „Dixi“ gab es dann eine Siegerschärpe und die Familie Appel erhielt eine Urkunde.
Jakobimarkt mit Frühschoppen, Krämermarkt und Bezirkstierschau
„Da geht einem das Herz auf, wenn man in das fast überfüllte Festzelt blickt“, meinte Bürgermeister Erwin Horst bei seiner Begrüßung. Der Ulrichsteiner Jakobimarkt hat auch in seiner 657. Auflage nichts von seiner großen Bedeutung für den hohen Vogelsberg verloren. Deutlicher Beweis dafür war der sehr gut besuchte traditionelle Frühschoppen
Während auf dem Festplatz „Pfaffenacker“ noch die Bezirkstierschau mit knapp 80 aufgetriebenen Tieren lief, zeigte sich das Stadtoberhaupt hocherfreut über die große Resonanz bei den Veranstaltungen zum Jakobimarkt. Er bedauerte zwar, dass die eingeladenen Bundespolitiker verhindert seien, begrüßte dafür jedoch die beiden Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel (CDU) und Bernhard Bender (SPD). Die Kreisspitze war mit dem Kreistagsvorsitzenden Ulrich Künz und dem 1. Kreisbeigeordneten Gerhard Ruhl anwesend.
Schon zur Tradition geworden und ein fester Bestandteil des Frühschoppens, ist die Teilnahme einer Abordnung der Lauterbacher Burgbrauerei. In reizender Begleitung der Bierkönigin Maria repräsentierte Ruth Klesper die heimische Brauerei und assistierte anschließend dem Bürgermeister beim obligatorischen Bierfassanstich. Dieser ging ohne eine richtige Dusche vonstatten, jedoch der köstliche Durstlöscher lief trotzdem auf den Boden, denn der Zapfhahn war offen.
Der Marktbetrieb lief bei herrlichem Sommerwetter recht ruhig an und erst gegen Mittag nach der Siegerehrung der Bezirkstierschau kam Leben auf die Marktstraße.
Bezirkstierschau mit guten Auftriebszahlen
Ulrichstein. „Nach wie vor stellt diese Tierschau ein eindrucksvolles Schaufenster der Leistungsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft dar“, betonte Bürgermeister Erwin Horst bei der Eröffnung am Festplatz „Pfaffenacker“ fest. Die Veranstaltung trage aber auch zur Verständigung anderer Bevölkerungskreise mit der Landwirtschaft bei und bilde damit die Grundlage für mehr Verständnis der landwirtschaftlichen Probleme. Für die landwirtschaftlichen Betriebe hoffte das Stadtoberhaupt, dass all deren Anstrengungen dazu beitragen würden, der Landwirtschaft im heimischen Raum eine Zukunft zu erhalten, zum Wohle der Bevölkerung, zur Erhaltung von Natur und Umwelt.
Bei der Siegerehrung dankte Horst den Betrieben für die gezeigten Leistungen und den Organisatoren für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Tierzuchtberater Wilhelm Vackiner (LLH) nahm im Anschluss die Siegerehrung vor. Die Staatsmedaille in Silber des Hessischen Landwirtschaftsministeriums ging an den Betrieb Herbert Falk (Unter-Seibertenrod) für die Siegersammlung bei den Holsteins. Die Preismünze in Bronze des Ministeriums erhielt der Betrieb Gerhard Stein (Stumpertenrod) für die Siegersammlung beim Fleckvieh. Einen Ehrenpreis des Regierungspräsidiums Gießen in Form eines Glasbildes erhielt der Betrieb Elke Appel (Helpershain) für die beste Kuhfamilie.
Für die jeweiligen Siegertiere der einzelnen Klassen gab es wertvolle Sachpreise. Den Kälbervorführwettbewerb gewann in der Altersgruppe 9 bis 12 Jahre Louis Hassinger (Lehnheim) vor Dennis Semmler (Stumpertenrod) und Marc Künstler (Kestrich). In der Altersklasse 5 bis 8 Jahre siegte der jüngste Teilnehmer, der fünfjährige Aaron Semmler (Stumpertenrod).
Die Organisation und Durchführung der Bezirkstierschau lag in den Händen von Wilhelm Vackiner und Friedhelm Keute vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen in Alsfeld. Unterstützt wurden sie von Bediensteten des Amtes für den ländlichen Raum beim Landrat des Vogelsbergkreises. Inzwischen gibt es im gesamten Vogelsbergkreis mit dem Lauterbacher Prämienmarkt und dem Ulrichsteiner Jakobimarkt nur noch zwei Märkte, bei denen Tierschauen stattfinden. Hessens höchstes Bergstädtchen hat dabei sogar in diesem Jahr die Auftriebszahlen des Prämienmarktes übertroffen. +++