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Winkelelemente aus Kunststoff trennen Schwimm- und Regenerationsbereich
27.07.06 - Ulrichstein
Mit Molchen um die Wette schwimmen - traumhaftes Naturbadebiotop
Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein natürlicher See; Badeleitern, Wasserstege und Holztreppen lassen auf den zweiten Blick einen Badesee vermuten. In Wirklichkeit handelt es sich bei dem Gewässer in Ulrichstein im Vogelsbergkreis um ein Naturschwimmbad. Seit 1997 lockt das ehemalige Freibad, das zum Badebiotop umgebaut wurde, jährlich durchschnittlich 3100 Badegäste.
Die künstlich aber naturnah angelegte Wasserfläche ist in einen Badebereich und einen teilweise bepflanzten Regenerationsbereich gegliedert. Beim Umbau des Freibades vor neun Jahren blieb das vorhandene Becken bestehen, wurde aber zum Teil verfüllt. Dadurch ist ein flach ablaufender Uferbereich entstanden. Überhaupt erinnert nur noch wenig an das ehemalige Kunstbad. Der Wasserspiegel des Naturschwimmbades liegt etwa 75 cm über der Beckenoberkante des ehemaligen Schwimmbades. Die gesamte Anlage ist mit Teichbaufolie angedichtet. Damit besteht keine Verbindung zum Grundwasser. Das Wasser fließt als Frischwasserzufuhr -ganz natürlich- aus einer Quelle oder regnet als Niederschlag in das Badebiotop.
Elisabeth Rathary-Spohr, Aushilfe im 570 Meter Höhe gelegenen Kiosk, schwärmt von der "hervorragenden Aussicht" und der idyllischen Lage: "Das Bad liegt inmitten von Wiesen, Wäldern und Feldern. Es ist traumhaft, absolut traumhaft." Hier sei nicht alles so überlaufen und man habe auch noch "Platz zum durchatmen". Außerdem sei das Badebiotop sehr "familiär".
Im Schwimmbereich des Naturbades können sich die Badegäste im kühlen Nass an der umliegenden Natur erfreuen. Hierher verirren sich auch ab und zu einige Molche, die eigentlich im Regenerationsbereich angesiedelt sind. Dort tragen sie zusammen mit heimischen Sumpf- und Wasserpflanzen zum ökologischen Gleichgewicht des Badebiotops bei und sorgen für eine ständig gute Wasserqualität. Die Sicherstellung dieser Qualität erfolgt ohne Zugabe von Chemikalien wie Chlor erreicht. "Die Reinigung wird durch das Wirkungsgefüge zwischen Wasserpflanzen, Phyto- und Zooplankton sowie durch die Umwälzung des Teichwassers über einen Pflanzenfilter erreicht", beschreibt eine Infobroschüre. Zudem würden Pflegemaßnahmen wie jährliche Wasserwechsel, Wasserpflanzenentnahme und Schlammentfernung durchgeführt.
Damit sich nicht allzu viel Molche unter die Badegäste mischen und vor allem diese nicht in den Regenerationsbereich vordringen sind beide Bereiche durch "Winkelelemente aus Recycling-Kunststoff und an der Wasseroberfläche durch schwimmende und verankerte Rundholzbalken" getrennt. Die Gesamtgröße der Anlage beträgt 1210 m². Der Schwimmbereich hat eine Oberflächengröße von etwa 490 m² und eine maximale Wassertiefe von 3,25 m. Der Anteil der Regenerationsflächen einschließlich Pflanzenfilter beläuft sich auf etwas 720 m².
Aufgrund der hohen Lage gehe "immer ein leichtes Lüftchen", informiert ein Bademeister des Biotops. Zum einen werde es deshalb nie so richtig heiß, zum anderen werde es in der Höhe schneller kühl als im Flachland. Dementsprechend kurz ist die Badesaison. Geöffnet wird das Bad am 1. Juni; je nach Wetterlage schließt es am 15. oder 30. August seine Pforten. Die täglichen Öffnungszeiten sind von 10 bis 19.30 Uhr, Samstags und Sonntags hat das Bad von 9.30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwei Euro, Kinder ab drei Jahren zahlen die Hälfte.
Wie das Touristenzentrum mitteilt, liegt das öffentliche "Badegewässer" neben dem Ferienpark Burgblick vor den Toren des Städtchens. Ein Schild an der Durchgangsstraße (Ohmstraße) weise den Weg "in das idyllische Badebiotop". +++

Seerosen im Schwimmbad - Im Pflanzenfilterbereich wird das Wasser gesäubert

Ob im Wasser...

...oder am Ufer - der Besucher kann die Natur im Badebiotop genißen

"Die Molche tragen zum ökologischen Gleichgewicht unseres Badebiotops bei." - sie sollen besonders geschützt werden.