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Darsteller der Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte als Grenadiere und Musketiere des preußischen Regiments „Erbprinz von Hessen Darmstadt“. Sie sind am Wochenende 12. und 13. August in Eichenzell zu sehen. - Foto: Norman Nord

07.08.06 - Eichenzell

„Zeitreise ins 18. Jahrhundert“ im Schlosspark - Konzert am Samstagabend

Wie sahen feine Damen zur Zeit von Mozart und Goethe aus? Warum waren Uniformen bunt, als Friedrich der Große regierte? Sind hessische Soldaten wirklich von ihrem Landgrafen nach Amerika verkauft worden? Antworten auf diese und viele andere Fragen geben am kommenden Wochenende, 12. und 13. August 2006, mehr als 150 Geschichtsdarsteller in historischen Uniformen und Gewändern im Schloss Fasanerie bei Eichenzell in der Nähe von Fulda. Die Gesellschaft für Hessische Militär- und Zivilgeschichte sowie die Hessische Hausstiftung bitten an diesem Wochenende zur 9. „Zeitreise ins 18. Jahrhundert“. Die Veranstaltung ist mittlerweile die größte Historien-Veranstaltung für die Epoche des Spätbarock und Rokoko in Hessen und sucht bundesweit ihresgleichen.

Jeweils von 10.30 bis 18 Uhr darf die Öffentlichkeit eintauchen in die Welt, wie sie vor 250 Jahren gewesen sein mag. Ausgesuchte Darsteller zeigen sich als Militär- und Zivilpersonen der Zeit zwischen 1740 und 1786 in hessischen, preußischen, französischen und englischen Uniformen des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) und in den Monturen der in britischem Sold stehenden Hilfstruppen aus Hessen im amerikanischen Revolutionskrieg (1775 bis 1783). Zu sehen sind auch Darsteller der damaligen Feinde jener deutschen Söldner: amerikanische Milizsoldaten nebst einiger indianischer Kundschafter.

Allesamt werden Kostproben ihrer militärischen Kunst geben, die „Griffe kloppen“ wie vor 250 Jahren sowie Waffen und Ausrüstung vorführen und erklären. Jeweils gegen 14 Uhr beginnt eine kleine Militärparade auf dem Vorhof des Schlosses, bei dem die beteiligten „Truppen“ vorgestellt werden. Dazu erwarten die Historiendarsteller in diesem Jahr hohen Besuch. Der Hausherr von Schloss Fasanerie, das amtierende Oberhaupt des hessischen Fürstenhauses, Moritz Landgraf von Hessen, hat sich angekündigt, um die kürzlich fertig gestellte Replik einer alten hessischen Regimentsfahne aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges in einer kleinen militärischen Zeremonie feierlich ihrer Bestimmung zu übergeben.

Bei einer Musterung von Musketen, Mösern und Kanonen wird deren Funktionsweise jeweils von 11 bis 12 Uhr und später noch einmal bei einem kleinen Feldmanöver zu sehen und zu hören sein.

Wer mag, darf mit höfisch gewandten Damen und Herren der Kostümgruppe „L´Age des Lumieres“ artig im Park lustwandeln. Zwischendurch können die Besucher das nach preußischem Muster angelegte Militärlager an den Wachhäusern inspizieren, die Soldaten beim Exerzieren beobachten oder schaudernd die scharfen Gerätschaften des „Militär-Chirurgus“ betrachten. Außerdem kann man einigen Handwerkern und zeitgenössischen Händlern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.

Wer nach dem Eintauchen in die lebendige Geschichte noch Lust auf Kultur hat, kann am Samstagabend um 20 Uhr das Kammermusikkonzert im großen Saal des Schlosses besuchen, zu dem die Hessische Hausstiftung und der Hessische Rundfunk bitten. Zu hören sind Werke von Mozart und Schumann. Karten für dieses Konzert gibt es für zwölf Euro an der Schlosskasse, Telefon 0661/94860. Der Eintritt zur Zeitreise ins 18. Jahrhundert kostet täglich (11 bis 18 Uhr) zwei Euro. Kinder bis 12 Jahre und Behinderte dürfen kostenlos zusehen. Weitere Informationen unter www.hessen-militaer.de. +++



Ein Schäferstündchen gönnt sich der Hofstaat nach dem Lustwandeln durch den Schlosspark. - Foto: GHMZ

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