Vom 27. Mai bis zum 10. September 2006 hatte der Kultursommer zu Theater, Kunst und Musik entlang der Flüsse eingeladen. In seinem siebten Jahr hat das Festival 54 Einzelveranstaltungen an 28 verschiedenen Spielorten angeboten. Von Maintal bis zur Burg Fürsteneck und von Bad Salzschlirf bis ins Freigericht wurde die ganze Palette der Kulturveranstaltungen geboten. Die Fußballweltmeisterschaft ließ alles etwas langsam anlaufen. „Kultur bleibt am Ball!“ so nannten es die beiden Landräte Erich Pipa und Bernd Woide in ihrem Vorwort zum Kultursommer.
Das auf die Fußballspiele abgestimmte Programm fand sein Publikum. Selbst am Tag des Endspiels am 9.Juli, wurde vor dem entscheidenden Ereignis ein Konzert unter dem Titel: „Lieben Sie Mozart“ gegeben. Der Saal war voll, es mussten noch Stühle dazu gestellt werden. Publikumsreaktion: „Endlich mal ein Angebot ohne Fußball!“ Wer dennoch wollte, konnte abends pünktlich das Spiel verfolgen.
Einen regelrechten Besucheransturm konnte die Leonardo da Vinci-Ausstellung in Gelnhausen mit 12.000 Besuchern verzeichnen. Ein weiteres Highlight war die Oper „Fidelio“ zum 20-jährigen Bestehen der Opernakademie in Bad Orb. Nachdem die beiden Aufführungen ausverkauft waren, gab es eine öffentliche Generalprobe und somit 2.300 begeisterte Besucher, die die professionelle Gesangsleistung der Akteure lobten. Die sommerlichen Musiktage auf Hof Trages, seit vielen Jahren eine Konstante im Kultursommerangebot, entwickeln sich immer stärker zum Publikumsmagnet. In vier Konzerten konnten vor romantischer Kulisse 1.000 Besucher Klassische Musik und Jazz genießen.
Der Eröffnungsveranstaltung des Kultursommers, geplant als große Open-Air-Veranstaltung im neu gestalteten Herrnhof in Schöneck, fiel leider buchstäblich ins Wasser. Die Helden, Walküren und Rheintöchter mussten im Ausweichquartier, dem Bürgertreff, spielen. Zur Eröffnung konnten Landrat Erich Pipa, Bürgermeister Ludger Stüve und von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Bettina Riehl, begrüßt werden.
Um das Abschlusskonzert hatte sich die Kath. Kirchengemeinde in Hünfeld beworben. Sie präsentierten ein hochkarätiges Kultursommerübergreifendes Mozart-Projekt, das nach dem Finale am 10. September noch in Bad Orb und in Kassel mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Die Hünfelder Kirche war nahezu voll besetzt. Neuhof, dieses Jahr erstmals mit dabei, startete mit dem Konzert „Junge Virtuosen“. Die Nachwuchsmusiker aus Russland, USA und Deutschland brillierten vor ausverkauftem Haus. Von einer großen Welle der Sympathie getragen ist die Hainzeller Tonmalerei aus Hosenfeld. Ihr Konzert „Bach gratuliert Mozart!“ war wieder ein voller Erfolg.
Steinau, Veranstaltungsschwerpunkt im oberen Kinzigtal, präsentierte sich mit einem abwechslungsreichen Programm das schwerpunktmäßig Kinder und Jugendliche ansprach. Begonnen hat theater mimikri mit dem „Rumpelstilzchen“ , danach das Märchenspiel „Hänsel und Gretel“, das unter professioneller Leitung mit Steinauer Kindern mehrfach aufgeführt wurde. Das Angebot endete mit Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ des Irmelin Sloman-Musiktheaters vor ausverkauftem Haus. Mit diesem Schwerpunktprogramm für Kinder hat die Märchenstadt das Publikumsinteresse getroffen.
Es gab aber auch Veranstaltungen, die nicht sehr das Interesse des Publikums fanden so z.B. Klezmer-Musik und „Ein Fest bei Don Giovanni“. Selbst die in den Vorjahren gut besuchten Konzerte im Rahmen des Tanner Musiksommers lockten dieses Jahr sehr viel weniger Besucher an. Erstmal wurden, ein Novum! insgesamt vier Kultursommerveranstaltungen abgesagt.
Natürlich gibt es auch eine „Hitliste“ von 12 Veranstaltungen mit 100% Auslastung. Dazu gehörten das Jazzduo Sommer/Henning, der Mannheimer KultUr-Knall und der Fürstenecker Kabarett-und Chansonabend, natürlich das Blechbläserensemble mit Ludwig Güttler und die „Mozartband“, um nur einige zu nennen. Die Mehrzahl der Veranstaltungen hatte eine Auslastung zwischen 70 und 90%. Eine Kultursommerbilanz die sich sehen lassen kann.
Insgesamt besuchten rund 14.000 Menschen die Kulturveranstaltungen. Damit liegen wir genauso hoch wie im vergangenen Jahr. Mit diesem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Zeigt es doch, dass die Mehrheit der Veranstalter ihr Kultursommer-Publikum kennen und mit den entsprechenden Angeboten begeistern konnten. Die gut besuchten drei Ausstellungen: „Experimentelle Ästhetik in der Fotografie“, „Die Maschinen des Leonardo da Vinci“ und „Phönix II“, die allein mindestens 13.000 Besucher ausmachten, müssen zu dieser positiven Bilanz hinzugerechnet werden.
Diese Besucherzahlen wurden abseits der großen Zentren Hanau und Fulda, die eigene Veranstaltungen außerhalb des Kultursommers anbieten, erreicht. So trägt der Kultursommer dazu bei, Kultur in der ländlichen Region aufzubauen, zu festigen und auszubauen. Die Landkreise Main-Kinzig und Fulda fördern daher den Kultursommer durch ihr personelles Engagement und mit der Übernahme der Geschäftsstelle und Geschäftsführung. Dieser Umstand macht es möglich, die Fördergelder des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen in Höhe von 65.000 Euro zu 100% für das Veranstaltungsprogramm auszuzahlen.
Die Gesamtkosten aller Veranstaltungen beliefen sich auf rund 300.000 Euro. Sie wurden meist gefördert von den Kommunen, Kulturvereinen und Initiativen, den Kirchen und auch von der örtlichen Sparkasse, aber auch der Bäckerei, Metzgerei und anderen Gewerbetreibenden. Sie alle zusammen leisten einen unschätzbaren Beitrag, sowohl finanziell, als auch mit Sachleistungen um „Ihre“ Veranstaltung vor Ort zu stärken. Ihnen allen möchten wir an dieser Stelle recht herzlich danken.
Bedanken möchten wir uns auch bei den Veranstaltern für ihr großes Engagement um das gemeinsame Projekt „Kultursommer“.Gemeinde Schöneck, Ev. Kirche Maintal, Jazzfreunde Fulda e.V., Burg Fürsteneck, Stadt Steinau a.d.Str., Rodnik e.V., Kunststation Kleinsassen, Stadt Schlüchtern, Tanner Musiksommer, Gemeinde Hilders, Bad Salzschlirf, Stadt Gelnhausen, Gemeinde Neuhof, Marienkirche Steinheim, Stadt Langenselbold, Hessische Hausstiftung Schloß Fasanerie, Jazzinitiative Schlüchtern, Gruppe Kunstinaktion, Gemeinde Hosenfeld, Domkapitel Fulda, Stadt Maintal, Stadt Nidderau, Gemeinde Freigericht, Kulturinitiative Rodenbach e.V., Gemeinde Großenlüder, Freunde der Opernakademie Bad Orb e.V., Heimatverein Flieden und der Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus, Hünfeld.
Das gedruckte Programmheft wurde in einer Auflage von 25.000 Exemplaren bei den Veranstaltungen, den Sparkassen, den Kommunen und den gut besuchten Ausstellungen verteilt. Besonders gut war die Öffentlichkeitsarbeit mit HR2. Die geführten Interviews, sowie die regelmäßigen Veranstaltungsankündigungen und Kartenverlosungen machen den Kultursommer hessenweit bekannt. Eine außerordentliche Aufwärtsentwicklung gab es dieses Jahr bei den Zugriffen auf unsere Internetpräsentation. Unter www.kultursommer-hessen.de wurden 48.000 Besucher und 140 000 Zugriffe gezählt. Damit doppelt so viele wie im Vorjahr. Die meisten kamen über die Suchmaschine „google“ auf unsere Seiten.
So phantastisch wie diese Entwicklung ist, so wünschenswert wäre eine bessere Zusammenarbeit mit den Redaktionen der Tageszeitungen. Bei einigen Veranstaltungen war es weder möglich eine Ankündigung zu platzieren, noch einen Pressebericht über die Veranstaltung zu bekommen. So gibt der Pressespiegel nur einen Teil der tatsächlichen Öffentlichkeitsarbeit wieder. Im Namen der Kulturveranstalter bedanken wir uns bei allen, die den Kultursommer ideell, organisatorisch und finanziell gefördert haben. Ohne die öffentlichen Gelder des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und ohne die Unterstützung der Landkreise Main-Kinzig und Fulda wäre der Kultursommer nicht möglich gewesen.
Der 8. Kultursommer wird 2007 am Pfingstsonntag, dem 27. Mai auf Burg Fürsteneck eröffnet und endet am 3. September mit dem „Petersen Quartett“ aus Hamburg in der Ev. Kirche Maintal-Hochstadt. +++