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24.11.06 - Sport

TT-BuLi-Vorschau: Holt der TTC RhönSprudel in Plüderhausen drei Punkte?

Auch wenn die rheinischen Duelle zwischen Jülich und Düsseldorf immer einen gewissen Derby-Charakter haben und Fulda sowie besonders Plüderhausen nicht den Anschluss an die Play off-Ränge verlieren will, ist das Duell zwischen Frickenhausen und Ochsenhausen die Top-Begegnung eines Tischtennis-Bundesliga-Spieltages mit nur drei Partien. Schließlich stehen sich die Finalisten der vergangenen Saison gegenüber.

Angesichts von fünf Punkten Rückstand auf den Tabellenvierten Frickenhausen ist es für den SV Plüderhausen im Kampf um die Play-off-Plätze fünf vor zwölf. Wenn das Heimspiel gegen Fulda nicht gewonnen wird, muss Manager Gerrit Albrecht seine Hoffnungen auf den Sprung ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft begraben und beim Achten den Abstiegskampf ausrufen. Zuletzt starke Leistungen ihrer Spieler bei den German Open – insbesondere von Halbfinalist Aleksandar Karakasevic – machen den Remstälern Mut. Auch beim TTC RhönSprudel Fulda Maberzell, immerhin auch schon drei Punkte hinter den Play-off-Rängen, könnte dieser neunte Spieltag zeigen, wohin die Reise geht. Die Hessen dürften sich kaum darauf verlassen, dass sie erneut die beste Rückrunde aller Mannschaften hinlegen. Besonders gespannt blickt man in dieser Partie auch auf das 96. Duell der beiden schwedischen Tischtennis-"Ikonen" Jörgen Persson und Jan-Ove Waldner (siehe "Bundesliga-Story").

Bei nur einem Zähler Rückstand auf Plüderhausen ist für den TTC SIG Combibloc Jülich der in jedem Fall rettende achte Platz noch in Reichweite – erst recht, wenn der über Monate verletzte Lars Hielscher nicht mehr nur punktuell, sondern regelmäßig eingesetzt werden kann. Im rheinischen Derby gegen Spitzenreiter Borussia Düsseldorf wäre der seit 30 Jahren in der 1. Liga spielende Klub indes auch mit dem Nationalspieler und früheren Düsseldorfer krasser Außenseiter. Ein Ausrutscher gegen einen Underdog scheint angesichts der stabilen Leistungen der vergangenen Monate kaum vorstellbar.

Der neunte Spieltag:

Fr. 24.11. 19:00 Uhr TTC SIG Combibloc Jülich - Borussia Düsseldorf

So. 26.11. 16:30 Uhr SV Plüderhausen - TTC RhönSprudel Fulda Maberzell

So. 26.11. 16:30 Uhr TTC Frickenhausen - TTF LIEBHERR Ochsenhausen

Der nächste Spieltag - Rückrundenbeginn:

So. 03.12. 14:00 Uhr TSV Schwalbe Tündern – TTF LIEBHERR Ochsenhausen

So. 03.12. 14:00 Uhr TTC RhönSprudel Fulda Maberzell – TTV Gönnern

So. 03.12. 16:30 Uhr TTC Frickenhausen – SV Plüderhausen

Die Bundesliga-Story: Das 96. Duelle zweier Tischtennis-Ikonen

"Über die Jahre habe ich gegen keinen anderen Spieler so oft gespielt, wie gegen Jan-Ove Waldner", sagt Jörgen Persson, "wir sind sehr gute Freunde, aber wir hassen es beide zu verlieren." Am Sonntag steht in Plüderhausen noch einmal das ewig junge Duell der beiden "alten Schweden" in der Bundesliga an – " Waldi" reist mit dem TTC RhönSprudel Fulda Maberzell zu seinem Ex-Verein nach Plüderhausen.

",Mozart‘ kehrt in die Hohberg-Sporthalle zurück", fiebern sie in Plüderhausen dem "Saison-Höhepunkt" entgegen: "Das ,Tischtennis-Genie‘ kehrt an den Ort zurück, wo er von 2003 bis 2005 sein besonderes Spiel zelebrierte, als er für den SVP auflief." Damals schwärmte Plüderhausens Manager Geritt Albrecht über den als Einzelgänger bekannten Waldner in den höchsten Tönen, wie der im SVP-Mannschaftsgefüge aufgehen würde – Lachs würde er seinen Teamkollegen aus Schweden mitbringen und vom schwäbischen "Nationalgericht" – "Linsen mit Spätzle" – könne er gar nicht genug bekommen. In der Saison 2004/2005 spielten Persson und Waldner sogar zusammen in der schwäbischen Provinz, dann beendete ein Formfehler die Erstligazugehörigkeit des SVP und ihre gemeinsame Zeit in Plüderhausen. Persson zog es als Nachwuchstrainer nach Katar, Waldner heuerte 2005 beim Aufsteiger Fuld-Marberzell an.

Gerne hätte der SVP-Macher Albrecht die beiden nach dem Wiederaufstieg erneut nach Plüderhausen gelotst, doch "Waldi" gab ihm einen Korb und blieb in Hessen. "Ich habe einfach gemerkt, ich bin noch eher Spieler als Trainer", hat immerhin der mittlerweile 40-jährige Persson bemerkt, ehe er zurück kam. Nach Trainingsrückstand und gesundheitlichen "Problemchen" lief es für Persson bei einer Bilanz von 3:5-Siegen bis dato noch nicht ganz rund. Auch der 41-jährige Waldner hat sein Team mit 7:9-Einzelsiegen noch nicht auf Play-Off-Kurs bringen können – am Sonntag geht es für die beiden in ihren Duellen einmal nicht um die Weltmeisterschaft, sondern um die vielleicht schon letzte Chance, doch noch den Anschluss nach oben zu schaffen.

"Waldner ist der beste Tischtennisspieler, der je geboren wurde", sagt Anders Johansson. Der schwedische Bundesligacoach aus Ochsenhausen kennt die beiden aus seiner langjährigen gemeinsamen Zeit im Trainerstab des schwedischen Nationalteams: "Er ist eine Legende – seine Gegner bekommen eine braune Hose, wie wir in Schweden sagen, wenn sie gegen ihn am Tisch stehen." Bei seinem Spezi Persson ist das jedoch etwas anders. "Wir haben ja schon ein paar Mal gegen einander gespielt", grinst der. Laut der eigens auf seiner Homepage geführten Statistik exakt 95 Mal - und 48 Mal gewann Persson, "Waldi" nur 47 Mal. Auch Johansson verneigt sich ehrfürchtig vor der Karriere des fünffachen Weltmeisters Persson, der vielleicht mit etwas weniger Talent ausgestattet sei, aber ebenfalls über Jahrzehnte erfolgreich in der Weltspitze mitgemischt habe.

Beide lieferten sich in ihren knapp 100 Pflichtduellen schon Spiele, die in die Tischtennis-Historie eingegangen sind. Bei den Weltmeisterschaften 1989 holte sich "Waldi" sein erstes WM-Gold im Einzel durch einen Finalsieg ausgerechnet gegen Persson. 1991 verlor er die Krone auch schon wieder im Endspiel – und zwar natürlich auch gegen Persson. Gemeinsam wurden sie vier Mal Mannschaftsweltmeister – bei der WM 1997 in Manchester standen sie gemeinsam im Doppel-Finale, 1996 holten sie sich schon den Doppel-EM-Titel in Bratislava. Kaum zwei Akteure haben die Tischtennis-Szenerie im zurückliegenden Vierteljahrhundert so nachhaltig geprägt, wie die beiden Schweden Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson. (Klaus Teichmann, Tischtennis-Bundesliga-Pressedienst). +++

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