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- Fotos: Klaus Dehnhard

01.12.06 - Petersberg

WAFFEN-JANKA mit modernstem Schießkino - "Waffennarren unerwünscht"

„Perfektionieren Sie Ihr Flüchtigschießen“ wirbt das Waffengeschäft Janka in Petersberg, das dort am Freitag das „wohl modernste Schießkino in Europa“ eröffnet hat. Es ist das zweite seiner Art in Hessen – ein weiteres gibt es bei Wetzlar. Im unterirdischen Schießstand kann man hier auf Rotwild, hakenschlagende Hasen oder Wildschweine im Schnee schießen, die lebensgroß und mit echtem Gegrunze in 35 Metern Distanz über die Kino-Leinwand rennen. Getroffen wird aber nicht per Lasersimulation, sondern es wird mit scharfer Munition auf die Leinwand mit meterdickem „Sandgeschossfang“ dahinter geschossen - die Waffen bringen die Schützen in der Regel selbst mit oder leihen sie sich aus. Den Abzug der Langwaffen dürfen hier auch Laien und Anfänger betätigen – weder Waffenbesitzkarte noch Waffenschein sind Vorschrift. Für rund 80 Euro kann man eine Stunde lang beliebig viele Schüsse abgeben. Inhaber Matthias Janka ist stolz, die rund 200.000 Euro teure Anlage neben dem neuen Ladengeschäft seinen Kunden nach langwierigem Umbau und behördlichem Genehmigungsmarathon jetzt live vorführen zu können.

Beim Schießen auf die 30 m² große, vollautomatische Bildwandanlage werden die Einschusslöcher durch minimales Verschieben beider Bildwände automatisch geschlossen. Die Trefferkontrolle erfolgt sofort und digital. Dadurch könnten Schießfehler vom Schützen korrigiert und Probleme mit der Waffe in der hauseigenen Büchsenmacherwerkstatt sofort behoben werden, wirbt Waffen-Janka.

Dass der Schießkino-Eröffnungstermin in Petersberg manchem durch den Amoklauf in Emsdetten makaber anmutet, kann der Waffenhändler nicht nachvollziehen. Er verweist auf das strenge Waffengesetz in Deutschland und seinen seriösen Ruf als Händler und Handwerker, den er nicht durch dubioses Publikum aufs Spiel setzen will. Das Angebot des Schießkinos richte sich vornehmlich an Jäger und Sportschützen, die ihre Schießfertigkeiten perfektionieren wollen, betont die Inhaberfamilie. Schießwütige Spinner hätten keine Chance, hier Ballereien zu inszenieren. „Mein Publikum suche ich mir schließlich selber aus“, sagt Janka. Kein Schütze ist ohne professionelle Aufsicht am Schießstand, die gezeigten Filme mit potentiellen Zielen sind vorgegeben. „Auf Personen zu schießen, ist absolut tabu – nicht mal menschenähnliche Formen sind zugelassen“, sagt Janka. Er hat vor Jahren schon einmal schlechte Erfahrungen mit schießgeilen Jugendlichen gesammelt, als er Seminare mit Gotchawaffen - ungefährliche Luftdruckpistolen mit Farbmunition - anbot.

„Für uns Jäger ist das hier eine willkommene Übungsmöglichkeit“, bestätigt Otmar Sippel, Vorsitzender der Jägervereinigung Rhön-Vogelsberg. „Bei der Drückjagd hat man schon Herzflimmern, wenn plötzlich die Sau kommt“. Es sei eine große Quälerei für das Tier, wenn man versehentlich nur die Keule treffe. Im Schießkino übe man unter realistischen Bedingungen und vermeide so, das Wild krank zu schießen. In Bayern werde es im nächsten Jahr Vorschrift, Übungsstunden im Schießkino nachzuweisen, um die Jägerprüfung abzulegen. „Hessen wird bestimmt bald nachziehen“, hofft Betreiber Janka.+++











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