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04.12.06 - Sport/Eishockey

"Historischer Sieg" der VERC Highlander mit 6:3 gegen EC Bad Nauheim

Der Rahmen war perfekt, ein randvolles Stadion, viel Prominenz und Sponsoren, frenetisch anfeuernde Fans, eine extra eingerichtete VIP-Lounge und eben so friedliche und feiernde Gästefans. Und die vielen Zuschauer wurden für ihr Kommen belohnt. Der VERC Lauterbach hat am gestrigen Sonntag nach eigenen Angaben "Vereinsgeschichte" geschrieben und den EC Bad Nauheim, auch in der Höhe von 6:3, völlig verdient besiegt.

Dabei waren es zuerst die angereisten Fans der Nauheimer, die den Ton in der Halle angaben. Aber das Blatt wendete sich sehr schnell, und die Highlander brachten das Stadion schon in der Anfangsphase "zum kochen". Von Beginn an machte die Mannschaft um Kapitän Sven Naumann klar, dass sie heute nicht bereit war, auch nur einen Millimeter des heimischen Eis preiszugeben. Kämpferisch stark, hoch motiviert und geschickt agierend setzten sie die "Roten Teufel" sofort unter Druck. Trotz des guten Spiels in Nauheim war der designierte Meister aus Nauheim offensichtlich überrascht von diesem engagierten Beginn.

So war es Paul Schmelzer, der einen der vielen schönen und schnell vorgetragenen Spielzüge der Highlander in der fünften Minute zum 1:0 im Netz von Nauheims Torhüter Paton versenkte. Fast im direkten Gegenzug glichen die Nauheimer allerdings durch Stephan-Jan Zahrt aus. Wer glaubte, die Highlander würden sich nun erst einmal zurückziehen, sah sich getäuscht. In der Folge spielten beide Mannschaften offensiv, wobei die VERC-Spieler deutlich mehr Spielanteile erarbeiteten. Logische Konsequenz war das viel umjubelte 2:1 in der zehnten Spielminute durch Ernst Reschetnikov.

Von den Lauterbacher Fans angetrieben ruhten sich die Highlander aber nicht auf der Führung aus sondern erspielten sich Chance um Chance. Auch die Gäste hatten mehrere hochkarätige Einschusschanchen, allerdings wurden diese alle vom VERC-Goalie Sebastian Grunewald (Foto), der seine bislang beste Leistung im VERC-Tor zeigte, zunichte gemacht. So stand es zur ersten Drittelpause völlig verdient 3:1 für den VERC.

Das zweite Drittel begann genau so hochklassig wie das Erste aufhörte und bot den Zuschauern erneut allerhöchste Regionalliga-Qualität. Dabei schenkten sich beide Teams nichts und gestalteten das Spiel offen. Zu keiner Zeit konnten die favorisierten Gäste allerdings das Spiel bestimmen. Die VERC-Abwehr stand sicher und die Offensive glänzte immer wieder mit flüssig vorgetragenen Kombinationen und Spielzügen. So mussten die Wetterauer Gäste oft zu unerlaubten Mitteln greifen und kassierten, in einem insgesamt fairen Spiel, im zweiten Drittel 16 Strafminuten. Einige davon jedoch nach klaren Disziplinlosigkeiten. Die Highlander konnten jedoch kein Kapital aus der zahlenmäßigen Überlegenheit schlagen, im Gegenteil, in der vierzigsten Minute gelang den Gästen durch Patrick Schmitt der 2:3 Ausgleich.

Wer nun engültig dachte, dass dem VERC die Kräfte oder der Mut ausgehen würden, wurde erneut eines besseren belehrt. Im letzen Drittel legten die Hausherren mit einem herrlichen Tor zum 4:2 durch Horst Feuerpfeil in der 41 Minute den Grundstein für den letztlich verdienten Erfolg. Diese Zwei-Tore-Führung machte die Mannschaft noch sicherer und in der 56. Minute schien mit dem 5:2 Treffer durch Paul Schmelzer alles klar zu sein. Es passte jedoch zur Chronologie dieses Spiels, dass die Gäste postwendend, in der 57. Spielminute durch Jan Barta, im Überzahlspiel, nochmals verkürzen konnten. Die Spannung stieg weiter an, als die Gäste alles in die Wagschale warfen, und in der 57. Minute den Goalie aus dem Spiel nahmen. Die VERC-Abwehr um Sebastian Grunewald hielt den Angriffen aber stand und konnte einen Puckgewinn im eigenen Drittel mit dem alles entscheidenden 6:3 durch Ernst Reschetnikow abschliessen.

Im Anschluss wurde die Mannschaft Minuten lang gefeiert und das Feiern nahm überhaupt kein Ende. Eine Stunde nach Spielende feierten die Fans aus Lauterbach noch den lang ersehnten Sieg gegen den Erzrivalen aus Bad Nauheim. Ein überglücklicher 1. Vorsitzender Bertram Höhl versuchte noch lange nach Spielende die passenden Worte zu finden, die Emotionen hatten an diesem Abend in Lauterbach freien Lauf. Besonders das Gründungsmitglied E. Haenning des VERC, der zu diesen Spiel im ersten Trikot des VERC aus Bad Nauheim angereist war, feierte den Erfolg. Für alle steht fest: in Lauterbach kann mit dieser Mannschaft und diesen fantastischen Fans in Zukunft hochklassiges Eishockey geboten werden.

Bei der abschließenden Pressekonferenz, an der Bad Nauheim nicht teilnahm, gratulierte Trainer Fahl der Mannschaft und den Männern und Frauen im Hintergrund zu diesen Eishockeyfest.

Tore VERC: Paul Schmelzer, Ernst Reschetnikow je (2), Sven Mecke und Horst Feuerpfeil je (1)

Tore EC Bad Nauheim: Patrick Schmitt, Jan Barta und Stephan-Jan Zahrt je (1)

Strafzeiten: VERC Highlander 18 - EC Bad Nauheim 22

(Andreas Goerke) +++

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